DFG-Projekt
Der Umgang mit den Paradoxien politisch-moralischer Erziehung
Eine vergleichende Untersuchung in zwei Institutionalisierungsformen
pädagogischer Kommunikation: "Unterricht" und "außerschulische Jugendbildung"
(Mai 2005- April 2007)
Projektleitung:
Prof. Dr. Frank-Olaf RadtkeDr. Matthias Proske
Mitarbeiter:
Verena Haug
Juliane Hogrefe
Oliver Hollstein
Dr. Wolfgang Meseth Vor dem Hintergrund der hohen Erwartungen der Öffentlichkeit nicht nur an die kognitiven Kompetenzen, sondern auch an die moralischen Dispositionen der nachwachsenden Generation soll mit der geplanten Untersuchung die Leistungsfähigkeit des Unterrichts und kontrastierend der außerschulischen Jugendbildung für die Vermittlung sozial gültiger Normen bestimmt werden. Gegenstand der zu beobachtenden pädagogischen Kommunikation sollen die gesellschafts- und geschichtspolitisch brisanten Themen "Holocaust/Nationalsozialismus" und "Multikulturalität/Rassismus" sein. Die Untersuchungsgruppe sind Jugendliche im Alter von 14-16 Jahren.
Anders als Untersuchungen, die von den Leistungen der Schüler auf die Leistungsfähigkeit der Lehrer und des Unterrichtsarrangements zurückschließen und den Erfolg oder Misserfolg der Erziehung als deren
Kompetenz- und/ oder
Performanzproblem behandeln, sollen im Rahmen des hier beantragten Forschungsprojektes die Strukturprobleme pädagogischen Handelns untersucht und die Bedingungen der Möglichkeit moralischer Erziehung im Unterricht und kontrastiv dazu an außerschulischen Lernorten ausgelotet werden.
Wie in den jeweiligen Lernorten mit diesen Strukturproblemen, die erziehungswissenschaftlich als Antinomien, Paradoxien und Aporien beschrieben werden, in pädagogisch-moralischer Kommunikation praktisch umgegangen, wie also Kontingenz bewältigt wird, soll durch eine qualitativ angelegte
in situ Beobachtung, d. h. in realen Erziehungskontexten untersucht werden. Mit dem hier erzeugten nutzenorientierten Grundlagenwissen soll das Potential der Allgemeinen Erziehungswissenschaft für die Lehrerbildung und die Didaktik der Politischen Bildung ausgeschöpft werden.
Das Projekt schließt inhaltlich und methodisch an die inzwischen abgeschlossene Pilotstudie "
Nationalsozialismus im Geschichtsunterricht. Beobachtungen unterrichtlicher Kommunikation" an, über die neben einem Forschungsbericht eine Reihe weiterer Veröffentlichungen vorliegen.
Ausführliche ProjektbeschreibungVortragsliste der ProjektgruppePublikationsliste der Projektgruppe
DFG-Anbschlussbericht
geändert am 07. Februar 2013 E-Mail: Webmistressschuetz@em.uni-frankfurt.de
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