Navigationshilfe

Hauptnavigation

Seiteninhalt

Projektbeschreibung



Titel der Forschung: "Professionalisierung von Fachkräften im Elementarbereich (Primel)"

Primel ist ein mit einer Summe von ca. 760.000€ durch das BMBF im Rahmen der AWiFF-Initiative gefördertes Verbundprojekt.

Laufzeit: 01.12.2011 bis 31.03.2014

Als Folge verschiedener internationaler Vergleichsstudien wie IGLU (Bos et al. 2010) und Starting Strong (OECD 2001) hat es in den vergangenen Jahren eine rege Diskussion in Politik und Wissenschaft um die Qualität (früh-) kindlicher Bildung und um die Professionalisierung von Fachkräften im vorschulischen und schulischen Bereich gegeben.

In Deutschland und der Schweiz hat diese Diskussion zu weitreichenden Reformen in der Ausbildung der Fachkräfte für den Elementarbereich geführt. Wurden diese bis dato ausschließlich an Fachschulen bzw. Seminaren qualifiziert, gibt es seit wenigen Jahren Initiativen, die Ausbildung auf ein akademisches Niveau anzuheben (Mackowiak 2009). In Deutschland wurden seit 2004 über 60 Bachelor-Studiengänge zur frühen Bildung eingerichtet, in der Schweiz werden seit 2001 Elementar- und Primarpädagog/innen gemeinsam an Pädagogischen Hochschulen akademisch ausgebildet. Trotz dieser grundsätzlich positiven Entwicklungen sind bisher eine Reihe von Fragen ungeklärt, so etwa welche Vorteile ein Studium im Vergleich zu einer (fach-)schulischen Ausbildung bietet, welche Kompetenzen Frühpädagog/innen erwerben müssen, um gute Bildungsarbeit leisten zu können und wie eine wissenschaftlich fundierte Didaktik für den Elementarbereich aussehen müsste (Roux 2008, Wannack et al. 2009). Bildungsprozesse differenziert wahrzunehmen und diese theoretisch zu reflektieren, stellt einen wesentlichen Bestandteil der Professionalität von Pädagoginnen und Pädagogen dar (Magnuson et al. 2004).

In diesem Forschungsprojekt soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit es pädagogischen Fachkräften mit unterschiedlichen Ausbildungen in der Elementarbildung gelingt, die durch die neuen Bildungspläne geforderte bereichsspezifische Bildungsarbeit im Kindergarten umzusetzen. Als Indikatoren werden dafür zum einen die gezielte und bewusste Begleitung und Intervention von Erzieher/innen in Freispielsituationen, zum anderen die Gestaltung von konkreten Bildungsangeboten genommen; beide Formen der pädagogischen Arbeit dienen dazu, spezifische Bildungschancen aufzugreifen und für das Kind nutzbar zu machen. Folgende spezifische Bildungsbereiche werden dabei neben der pädagogisch-psychologischen Arbeit der Fachkräfte berücksichtigt: naturwissenschaftliche Bildung, mathematische Bildung, Bewegungserziehung, künstlerisch-ästhetische Bildung.

Basierend auf verschiedenen Ausbildungssystemen - fachschulisch und akademisch - soll vergleichend untersucht werden, ob eine bereichsspezifische Bildungsarbeit Erzieher/innen mit fachschulischer Ausbildung und ggf. zusätzlichen Fortbildungen in gleichem Maße gelingt wie akademisch ausgebildeten Frühpädagog/innen, in deren Ausbildung dieser Aspekt bereits deutlicher integriert ist. Als weiterer Kontrast werden sog. Lehrpersonen aus der Schweiz herangezogen, welche - anders als in Deutschland - dem schulischen Bildungssystem zugeordnet werden. Damit verbunden ist auch eine stärker bildungsbereichsspezifische Ausbildung, die sich in der konkreten und domänenspezifischen Bildungsarbeit niederschlagen sollte.



Forschungsinteresse und Fragestellungen

Im Zentrum der Studie steht der Vergleich unterschiedlicher Ausbildungsmodelle (fachschulische und hochschulische Ausbildung in Deutschland, hochschulische Ausbildung in der Schweiz) für pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich und deren Effekte auf die Freispielbegleitung und Angebotsplanung und -gestaltung. Dabei soll der Fokus auf unterschiedliche Bildungsbereiche (naturwissenschaftlicher, mathematischer, künstlerisch-ästhetischer und im Bereich der Bewegungserziehung) gelegt werden.

Darüber hinaus sollen die Einstellungen, das Fähigkeitsselbstkonzept und das Fachwissen der pädagogischen Fachkräfte in den einzelnen Bildungsbereichen (Domänen) erfasst werden, da diese sich zum einen in Abhängigkeit von der Ausbildung möglicherweise unterschiedlich entwickeln und sich zum anderen differentiell auf die Freispielbegleitung und die Angebotsplanung und -gestaltung auswirken können.

Als zusätzliche Einflussgrößen werden die räumliche, materielle und personelle Ausstattung sowie die Zusammensetzung der Klientel der Einrichtungen (unter sozio-kultureller Perspektive) berücksichtigt.



Fragen
  • Welchen Effekt auf die Qualität der Freispielbegleitung sowie der Angebotsplanung und -gestaltung haben unterschiedliche Ausbildungsmodelle für pädagogische Fachkräfte im Elementarbereich in Deutschland (fachschulische und akademische Ausbildung) und der Schweiz (akademische Ausbildung)?


  • In welcher Weise beeinflussen die Einstellungen, Fähigkeitsselbstkonzepte und das Fachwissen der pädagogischen Fachkräfte sowie die räumliche, materielle und personelle Ausstattung der Einrichtung diesen Effekt?



Literaturangaben

Bildungsplan Hessen (2008): Bildung von Anfang an. Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0-10 Jahren in Hessen. Hrsg. : Hessisches Sozialministerium; Hessisches Kultusministerium. Red.: Brigitte Görg-Kramß. Autor: Wassilio Fthenakis. Wiesbaden.

Bildungsplan Niedersachsen (2005): Orientierungsplan für Bildung und Erziehung im Elementarbereich niedersächsischer Tageseinrichtungen für Kinder. Hrsg.: Niedersächsisches Kultusministerium.

Bos, W., Hornberg, S., Arnold, K.-H., Faust, G., Fried, L., Lankes, E.-M., Schwippert, K.,

Liegle, L. (2006). Bildung und Erziehung in früher Kindheit. Stuttgart: Kohlhammer.

Mackowiak, K. (2008). Studiengänge zur Frühpädagogik und frühen Bildung. Der Studiengang "Elementarbildung" an der Pädagogischen Hochschule Weingarten. In H. Rieder-Aigner (Hrsg.), Praxis-Handbuch Kindertageseinrichtungen. Arbeits- und Orientierungshilfen für pädagogische Fachkräfte. Regensburg: Walhalla Fachverlag.

Magnuson, K. A., Meyers, M. K., Ruhm, C. J. & Waldfogel, J. (2004):. Inequaility in Preschool Education and School Readiness. American Educational Research Journal 41 (1):. 115-157.

Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden Württemberg (2006). Orientierungsplan für Bildung und Erziehung für die baden württembergischen Kindergärten. Pilotphase. Weinheim: Beltz.

Nentwig-Gesemann, I. (2007). Professionalisierung von FrühpädagogInnen. Fachtagung "Bildung im Elementarbereich - Neue Anforderungen an die Aus- und Weiterbildung von Erzieherinnen und Erziehern" Berlin". http://www.na-bibb.de/uploads/lebenslanges_lernen/elementare_bildung_nentwig-gesemann.pdf [Datum der Recherche: 16.07.08].

Oberhuemer (2010). Frühpädagogische Abschlüsse in den EU-Staaten:Qualifikationsniveaus und Qualifikationsprofile. Journal für Lehrer/innenbildung, 10, 1, 32-37.

OECD (2001): Starting Strong: Early Childhood Education and Care. OECD. Paris

OECD (2004): Die Politik der frühkindlichen Betreuung, Bildung und Erziehung in der Bundesrepublik Deutschland. Ein Länderbericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) (www.bmfsfj.de).

Roux, S. (2008). Bildung im Elementarbereich - Zur gegenwärtigen Lage der Frühpädagogik in Deutschland. In: F. Hellmich / H. Köster (Hrsg.). Vorschulische Bildungsprozesse in Mathematik und Naturwissenschaften. Bad Heilbrunn: Klinkhardt, S. 13-25.

Schäfer, G. E. (2001). Bildungsprozesse im Kindesalter: Selbstbildung, Erfahrung und Lernen in der frühen Kindheit. Weinheim: Juventa.

Sylva, K., Melhuish, E., Sammons, P., Siraj-Blatchford, I., Taggart, B. & Elliot, K. (2004). The Effective Provision of Pre-School Education Project - Zu den Auswirkungen vorschulischer Einrichtungen in England. In G. Faust, M. Götz, H. Hacker & H. Rossbach (Hrsg.), Anschlussfähige Bildungsprozesse im Elementar- und Primarbereich (S. 154-167). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Tarelli, I. & Valtin, R. (Hrsg.). (2010). IGLU 2006 - die Grundschule auf dem Prüfstand. Vertiefende Analysen zu Rahmenbedingungen schulischen Lernens. Münster: Waxmann.

Tietze, W. (2004). Pädagogische Qualität in Familie, Kindergarten und Grundschule und ihre Bedeutung für die kindliche Entwicklung. In G. Faust, M. Götz, H. Hacker & H.-G. Rossbach (Hrsg.), Anschlussfähige Bildungsprozesse im Elementar- und Primarbereich (S. 139-153). Bad Heilbrunn: Klinkhardt.

Wannack, E., Arnaldi, U., Schütz, A. (2009): Überlegungen zur Didaktik des Kindergartens. In: 4bis8 Fachzeitschrift für Kindergarten und Unterstufe Nr. 9/2009, S. 24-26



bmbf

 

geändert am 15. März 2012  E-Mail: Webmistressschuetz@em.uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 15. März 2012, 15:32
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/forschung/primel/projektbeschreibung.html