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Empirische Bildungs-, Sozialisations- und Geschlechterforschung

Der Arbeitsbereich „Empirische Sozialisations-, Bildungs- und Geschlechterforschung“ umfasst die Studien- und Forschungsschwerpunkte von Frau Prof. Dr. Barbara Friebertshäuser, Herrn Prof. Dr. Eckart Klieme, und Frau Dr. Antje Langer.

Dieser Studien- und Forschungsschwerpunkt innerhalb des Instituts für Allgemeine Erziehungswissenschaft widmet sich in Forschung und Lehre den Themenfeldern von schulischer und außerschulischer Erziehung, Sozialisation und Bildung. Dabei stehen immer auch methodische und methodologische Fragen im Zentrum des Erkenntnisinteresses und im Fokus des Lehrangebotes, wobei sowohl qualitative wie auch quantitative Forschungsmethoden in Abhängigkeit von den jeweiligen Forschungsfragen fokussiert werden. Außerdem wird der Einfluss der Kategorie Geschlecht auf Erziehungs-, Sozialisations- und Bildungsprozesse untersucht.

Empirische Bildungsforschung

Empirische Bildungsforschung, wie sie in diesem Arbeitsbereich vertreten wird, basiert auf einem in den letzten Jahrzehnten entwickelten Verständnis des schulischen Kontextes und der Wirkungsbereiche schulischer Erfahrungen. Dabei wird von einer Mehrebenen- und Prozessstuktur schulischer Qualität ausgegangen. Schulqualität lässt sich damit einerseits auf den vier, in einem interaktiven Verhältnis zueinander stehenden Ebenen beschreiben: personale Ebene (z.B. Einstellungen von Lehrpersonen), Mikroebene (z.B. Unterrichtsgestaltung, Interaktionen zwischen Lehrpersonen und Schüler/innen), Mesoebene (z.B. Kooperationen in der Schule, Schulklima), Makroebene (z.B. bildungspolitische Rahmenbedingungen).

Neben dieser statischen Beschreibung schulischer Qualität ist diese andererseits auch als dynamisches Ergebnis schulischer Arbeit zu verstehen, wobei zwischen Input, Prozess und Output unterschieden wird. Schulqualität kann damit einzig in Auseinandersetzung mit materiellen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen (Input) sowie schulischen Prozessen und Wirkungen umfassend beschrieben werden, wobei neben fachlichen auch überfachliche Wirkungen bei den Schüler/innen als wichtigste Wirkungsbereiche schulischer Erfahrungen unterschieden werden.

Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt damit in der empirischen Analyse auf der Frage, wie Schulen funktionieren, wie sie sich entwickeln und wie sie basale Lehr- und Lernprozesse beeinflussen können, um die Schüler/innen in einem umfassenden Sinn in Bezug auf die Entwicklung der als relevant erachteten fachlichen und überfachlichen Kompetenzen möglichst optimal fördern zu können. Dies erfolgt unter Berücksichtigung von sowohl quantitativen wie auch qualitativen Verfahren auf der Folie der neu konzipierten Steuerungssysteme, die seit Mitte der 1980er Jahre im deutschsprachigen Raum eingeführt worden sind. Die Zuweisung von erhöhten Gestaltungsfreiheiten an die einzelnen Schulen sowie der Wechsel von der Input- zur Outputsteuerung bedingen eine enge Verzahnung schulinterner und externer Evaluationen, die dafür zu sorgen haben, dass die institutionellen Weiterentwicklungen der einzelnen Schulen dem gesellschaftlichen Auftrag entsprechen. Untersucht wird, wie funktional diese neu eingeführten School Governance bzw. die entsprechenden Monitoringinstrumente (wie teilautonome Schulen, Bildungsstandards, zentrale Abschlussprüfungen oder Leistungsvergleichsstudien) für die Förderung der Schüler/innen sind, wie Schulen mit Ergebnisrückmeldungen umgehen oder welchen Gewinn die Schulen aus den neuen Steuerungselementen für die Weiterentwicklung der eigenen schulischen Prozesse ziehen können.

Empirische Sozialisations- und Geschlechterforschung

Die Studien in diesem Lehr- und Forschungsbereich widmet sich der quantitativen und qualitativen Erforschung der Auswirkungen der Kategorie Geschlecht auf den lebenslangen Prozess der Sozialisation und Individuation, sowie auf Erziehungs- und Bildungsprozesse. Geschlecht fungiert in unserer Gesellschaft als eine zentrale Kategorie und übt damit einen entscheidenden Einfluss auf zahlreiche Lebensprozesse eines Menschen und den sozialen Umgang mit ihm oder ihr aus. Die kulturelle Festlegung einer Zweigeschlechtlichkeit und die damit verbundenen gesellschaftlichen Zuschreibungsprozesse fungieren wie eine Folie, auf der sich die Auseinandersetzung mit dem eigenen und dem anderen Geschlecht und deren kulturellen und sozialen Deutungen in alltäglichen Praxen vollzieht. In der Erziehungswissenschaft werden diese Prozesse – angestoßen durch die Arbeiten der Frauen- und Geschlechterforschung - in den vergangenen Jahrzehnten historisch, theoretisch und empirisch bearbeitet. In der pädagogischen Arbeit beobachten, begleiten, moderieren, kommentieren und unterstützen Pädagoginnen und Pädagogen das Geschehen und machen Angebote zur Reflexion und Veränderung solcher Prozesse.

Die Erforschung der historisch, kulturell, sozial und biographisch verankerten Geschlechterverhältnisse und deren Wandel in der Vergangenheit und Gegenwart beinhaltet methodische und theoretische Herausforderungen. Die analytischen Instrumente einer historischen und empirisch-pädagogischen Geschlechterforschung sind bei jedem Forschungsgegenstand neu zu schärfen und kritisch mit zu reflektieren. Methodologische, theoretische und wissenschaftstheoretische Debatten bilden den Horizont, vor dem sich die aktuelle Forschung erst entfalten kann und in den sie ihre Ergebnisse immer wieder einspeist.

Die Geschlechterforschung in der Erziehungswissenschaft und in benachbarten Gebieten hat im nationalen und internationalen Feld in den vergangenen Jahrzehnten zentrale theoretische und empirische Befunde produziert, an die angeknüpft werden kann, um den zahlreichen offenen Fragen nachzugehen, die sich gegenwärtig stellen. Beide Geschlechter, Mädchen und Jungen, Frauen und Männer werden in den Blick genommen, um sowohl den Prozess der geschlechtlichen Sozialisation, Erziehungs- und Bildungsprozesse, die Geschlechterverhältnisse, wie auch die soziale Konstruktion der Kategorie Geschlecht und deren historische, kulturelle, soziale und biographische Ausformung, sowie aktuelle Wandlungsprozesse zu analysieren. Dabei gewinnen Erkenntnisse nicht nur aus der Erziehungswissenschaft, sondern auch aus der Soziologie, Psychologie, Kulturanthropologie und anderen Wissenschaften an Bedeutung.

Lehr- und Forschungsschwerpunkte:

  • Empirische Forschungsmethoden
  • Schulqualitäts- und Schulentwicklungsforschung
  • Kompetenz- und Leistungsmessung
  • School Governance und Bildungsmonitoring
  • Empirisch-pädagogische Geschlechterforschung
  • Statuspassagen und Bildungsprozesse im menschlichen Lebenslauf
  • Frauen/Menschenrechte, Asyl und Integration

 

Wichtige Links

  • Cornelia Goethe Centrum und DFG-Graduiertenkolleg „Öffentlichkeiten und Geschlechterverhältnisse – Dimensionen von Erfahrung“, http://web.uni-frankfurt.de/cgc
  • Deutsches Institut für Internationale pädagogische Forschung (DIPF), http://www.dipf.de/
  • Deutsche Gesellschaft für Erziehungswissenschaft, www.dgfe.de
  • Zentrum für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung (ZBBS) an der Otto-von-Guericke Universität Magdeburg – Veranstalter des bundesweiten Methodenworkshops für qualitative Forschungsmethoden: http://zbbs.de, E-Mail: ZBBS@gse-w.uni-magdeburg.de

 

geändert am 11. Februar 2013  E-Mail: Webmistressschuetz@em.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 11. Februar 2013, 12:57
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb04/we1/empirische_bildungs-_sozialisations-geschlechterforschung.html