Navigationshilfe

Hauptnavigation

Seiteninhalt

Hilfestellung für schriftliche Arbeiten

von Emer O'Sullivan und Dietmar Rösler

 

Im folgenden werden einige Regeln für die Gestaltung schriftlicher Arbeiten vorgestellt, die allgemein üblich, aber nicht verpflichtend sind; man kann auch nach anderen formalen Kriterien vorgehen. Hinweise auf Titel zur Gestaltung schriftlicher Arbeiten und zur Arbeitsmethodik finden sich am Ende.

Umfang

Hier gibt es keine festen Vorgaben, aber man geht davon aus, dass eine schriftliche Arbeit ungefähr zwischen zehn und zwanzig Seiten (1,5-zeilig) lang sein sollte. Dazu kommen das Titelblatt, das Inhaltsverzeichnis und am Ende der Arbeit das Literaturverzeichnis.
Generell gilt natürlich: es kommt auf den Inhalt und nicht auf den Umfang an!

Aufbau

Grober Aufbau

  • Anfang: Titelblatt und Inhaltsverzeichnis
  • Ende: Schluss, evtl. Anmerkungen, (Quellen- und) Literaturverzeichnis
  • dazwischen: Ihr (gegliederter) Text

Titelblatt

Auf dem Titelblatt befinden sich die folgenden Angaben:

  • Typ (Proseminar, Hauptseminar usw.) und Thema der Lehrveranstaltung
  • Name der Seminarleiterin/des Seminarleiters
  • Semester (z.B. WS 2000/2001)
  • Name, Anschrift und ggf. Telefonnummer/Email der Verfasserin/des Verfassers
  • Studiengang und Fachsemester
  • Titel der Hausarbeit

Gliederung und Inhaltsverzeichnis

Das Inhaltsverzeichnis zeigt die Struktur der Arbeit. Im Normalfall sollte eine Hausarbeit nicht allzu tief gegliedert sein – es ist also eher unwahrscheinlich, dass es ein Kapitel 2.2.3.1.2. geben wird.
Beispiel für eine durchschnittliche Gliederung:

  • 0. Einleitung
  • 1. (= erstes Kapitel)
  • 2. (= zweites Kapitel)
  • 2.1. (= erster Teil des zweiten Kapitels)
  • 2.2. (= zweiter Teil des zweiten Kapitels)
  • 3. 
  • 3.1.
  • 3.1.1.
  • 3.1.2.
  • 3.2.
  • 4. Schluss
  • Anmerkungen
  • Literaturverzeichnis

Einleitung und Schluss

Die - kurze (!) - Einleitung dient dazu, die Aufgabenstellung der Arbeit zu erörtern. Sie sollte eine Abgrenzung des Themas, die Benennung der zentralen Fragestellung und eine Erläuterung der Schritte, die in der Arbeit unternommen werden, enthalten. Man schreibt sie meistens, nachdem man den Rest der Arbeit fertiggestellt hat.
Im Schluss werden die Ergebnisse der Arbeit pointiert zusammengefasst.

Zitieren: was?

Ihre Arbeit ist keine Collage von Zitaten. Sie zitieren eine Passage, wenn Sie sich mit ihr genauer auseinandersetzen wollen, wenn sie Ihre Argumentation unterfüttert usw. Aus welchen Gründen auch immer Sie zitieren: in Ihrem Text machen Sie dem Leser klar, warum jetzt ein Zitat folgt und welche Funktion es hat, es steht nicht unvorbereitet und unkommentiert als Fremdkörper in Ihrem Text.

Zitieren: wie?

Wörtliche Zitate werden entweder im fortlaufenden Text durch Anführungszeichen kenntlich gemacht oder aber, falls sie eine Länge von drei Zeilen überschreiten, rechts und links etwas eingerückt und 1-zeilig geschrieben.

Zitieren: Quelle

Die üblichste Form, ein Zitat zu belegen, ist mittlerweile die, direkt anschließend in Klammern die Quelle anzuführen, und zwar mit Namen, Jahres- und Seitenzahl.

Beispiel:

"Seit dem Beginn der 70er Jahre ist in vielen Kindergeschichten eine differenzierte Psychologie, Individualisierung und innere Motivierung der Figuren festzustellen." (Lypp 1984,107).

Zieht sich das Zitat im Original über mehr als eine Seite, so wird ein "f " (= "folgende") an die Seitenzahl angefügt.

Neben dieser einfachen Form besteht auch die Möglichkeit, Literaturhinweise mit einer Anmerkung oder Fußnote zu geben. Wichtig ist, daß man diese Zitierformen nicht mischt, sondern die gewählte Zitierweise konsequent beibehält.

Zitieren: Auslassungen

Auslassungen werden durch drei Punkte (häufig in eckigen oder runden Klammern) "[...]" markiert.

Zitieren: Hervorhebungen

Hervorhebungen werden durch den eingeklammerten Zusatz "(Hervorhebung im Original)" oder "(Hervorhebung nicht im Original)" bzw. "(Hervorhebung von mir - [Initialen])" gekennzeichnet.

Zitieren: Fehler

Wenn das Original einen Fehler enthält, wird dieser in der gleichen Form übernommen und durch ein eingeklammertes "[sic!]" (lateinisch: "so!") markiert.

Zitat im Zitat

Zitate in Zitaten werden nicht in doppelte, sondern in einfache Anführungszeichen gesetzt.
Beispiel:
"Ich habe die Geschichte von einem Mann, der Geschichten erzählt. Ich habe ihm mehrmals gesagt, daß ich seine Geschichte nicht glaube. 'Sie lügen', habe ich gesagt, 'Sie schwindeln, Sie phantasieren, Sie betrügen'. Das beeindruckte ihn nicht." (Bichsel, 1969,23).

Verweise

Nicht-wörtliche Zitate (sinngemäße Wiedergaben) sollten durch Verweise gekennzeichnet werden. Man kann den Verweis in den Text einbauen oder getrennt in Klammern hinzufügen.
Beispiel:

Maria Lypp (1984,107) stellt in vielen Kindergeschichten seit Beginn der 70er Jahre eine differenzierte Psychologie, Individualisierung und innere Motivierung der Figuren fest.
Oder
Seit Beginn der 70er Jahre ist in vielen Kindergeschichten eine differenzierte Psychologie festzustellen (vgl. Lypp 1984,107).

Anmerkungen und Fußnoten

Auf Anmerkungen und Fußnoten wird in der Regel im fortlaufenden Text durch eine hochgestellte Zahl verwiesen. Die Fußnoten- oder Anmerkungszahl steht immer möglichst nahe an dem Textteil, auf den sie sich inhaltlich bezieht (sie kann also auch mitten im Satz an ein Wort angefügt werden).
Ob man Fußnoten (am 'Fuße' jeder Seite) oder Anmerkungen (am Ende des Textes) wählt, ist Geschmackssache oder auch eine Frage der technischen Möglichkeiten; generell gilt, dass Fußnoten leichter zugänglich sind und daher mit größerer Wahrscheinlichkeit auch gelesen werden.
Jede Fußnote (oder Anmerkung) hört immer mit einem Punkt auf (auch wenn es sich nicht um einen ganzen Satz handelt); sie wird 1-zeilig geschrieben.

Literaturverzeichnis: Reihenfolge

Im Literaturverzeichnis gibt man meistens Quellen (Primärliteratur) und Darstellungen (Sekundärliteratur) gesondert an. Bei einer Arbeit über Märchen z.B. sollte deshalb zwischen dem Verzeichnis der behandelten Märchen und der verwendeten Sekundärliteratur unterschieden werden.
Innerhalb des Literaturverzeichnisses werden die Autoren in alphabetischer Reihenfolge aufgeführt. Gibt es mehrere Veröffentlichungen einer Person, so werden diese in eine zeitliche Reihenfolge gebracht.

Literaturverzeichnis: Monographien

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten, Literatur anzuführen. Konstant bleiben die Informationen, die angegeben werden müssen:
Name und Vorname(n) (oder Initial) des Verfassers, Titel, Verlagsort, Erscheinungsjahr. Oft wird auch der Verlag angegeben.
Es wird in der Regel nach dem folgenden Schema zitiert:
Nachname/Komma/Vorname oder Initial/Doppelpunkt oder Komma/Buchtitel (kursiv oder unterstrichen)/Punkt/Ort/Doppelpunkt/ Verlag/Jahr.
Bei der Sekundärliteratur wird eine 'selbständige' Arbeit, also eine Monographie, so angeführt:
Lypp, Maria: Einfachheit als Kategorie der Kinderliteratur. Frankfurt/M: dipa 1984.

Literaturverzeichnis: Übersetzungen

Bei Übersetzungen wird die/der ÜbersetzerIn immer mit angeführt - entweder mit Bezug auf die Originalsprache, aus der übersetzt worden ist (z.B. "aus dem Schwedischen von Cäcelie Heinig", "aus dem Englischen von Harry Rowohlt" usw.), oder mit der Formulierung "Deutsch von" oder "Ins Deutsche übersetzt von".
Beispiel:
Rowling, Joanne K.: Harry Potter und der Stein der Weisen. Aus dem Englischen von Klaus Fritz. Hamburg: Carlsen 1998.
Oder
Mankell, Henning: Ein Kater schwarz wie die Nacht. Deutsch von Angelika Kutsch. Hamburg: Oetinger 2000

Literaturverzeichnis: Sammelbände

Bei einem Sammelband (einem Band, in dem mehrere Beiträge verschiedener Verfasser erscheinen) sieht die Literaturangabe z. B. so aus:
Wild, Rainer (Hrsg.): Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Stuttgart: Metzler 1990

Literaturverzeichnis: Mehrere Autoren

Gibt es zwei oder drei Autoren oder Herausgeber, so werden sie in der Reihenfolge angeführt, in der sie auch auf dem Titelblatt erscheinen, wobei sie durch Schrägstrich oder Komma abgetrennt werden:
Beispiel:
Ewers, Hans-Heino/Lehnert, Gertrud/O'Sullivan, Emer (Hgg.): Kinderliteratur im interkulturellen Prozeß. Studien zur Allgemeinen und Vergleichenden Kinderliteraturwissenschaft. Stuttgart, Weimar: Metzler 1994
Bei mehr als drei Autoren oder Orten kürzt man ab: erster Name bzw. Ort, gefolgt von u.a. (und andere) bei Personen bzw. usw. bei Orten.
Beispiel:
Beisbart, Ortwin u.a. (Hgg.): Leseförderung und Leseerziehung. Theorie und Praxis des Umgangs mit Büchern für junge Leser. Donauwörth: Auer 1993

Literaturverzeichnis: Artikel

Bei den sog. 'unselbständigen' Arbeiten (Beiträgen in Sammelbänden, Artikeln in Fachzeitschriften usw.) lautet das Schema:
Nachname/Komma/Vorname oder Initial/Doppelpunkt oder Komma/Titel des Beitrages/In:/
entweder: Name der Zeitschrift (kursiv oder unterstrichen)/Jahrgang der Zeitschrift/Komma/Jahr/Komma/Nummer des Heftes/Komma/Seitenangaben.
Beispiel:
Hurrelmann, Bettina: Stand und Aussichten der historischen Kinder- und Jugendliteraturforschung. In: Internationales Archiv für Sozialgeschichte der deutschen Literatur 17, 1992, 1, 105-142

oder: /Angaben des Sammelbandes wie oben/Komma/Seitenangaben.
Beispiel:
Wilkending, Gisela: Mädchenliteratur von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg. In: Wild, Rainer (Hrsg.): Geschichte der deutschen Kinder- und Jugendliteratur. Stuttgart: Metzler 1990, 220-250.

Literaturverzeichnis: elektronische Texte

Bei elektronischen Texten scheint sich die folgende Zitierweise durchzusetzen:
Name/Vorname des Verfassers (falls angegeben)/Doppelpunkt/Titel/In:/Web-Adresse/ Komma/Datum der Publikation (falls angegebe
n), sonst Tag, an dem Sie es in dieser Fassung am angegebenen Ort gelesen haben.
Beispiel:
Aufenanger, Stefan: "Den Medien Raum im Unterricht geben!" Handreichung für eine Medienerziehung in der Grundschule. In: http://www.erzwiss.uni-hamburg.de/Personal/Aufenanger/Medien/Paedagogik/handreichung_grundschule.htm, 11.03.2000 .
Oder
Interkulturelle Aspekte des zeitgenössischen deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuches. Das Fremde in der Kinder- und Jugendliteratur der Besatzungszonen, der BRD und der DDR seit 1945. Ein Forschungsprojekt an der Universität Leipzig, Institut für Germanistik, unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Nassen und Dr. Gina Weinkauff. Gefördert von der Volkswagen-Stiftung. http://www.uni-leipzig.de/intkult/, (gelesen am 04.02.2001).

Weitere Hinweise

Das ist noch lange nicht alles. Sie benötigen evtl. noch Informationen darüber, wie man Abbildungen und Tabellen in einem Text anführt, über die Angabe von Monographien, in denen man keinen Ort oder kein Jahr findet usw. usw. Es gibt Bücher, die sich all dieser Probleme in größter Ausführlichkeit annehmen und auch das Thema "Erstellung einer Hausarbeit/Examensarbeit" behandeln. Dazu gehören u. a.:
Meyer-Krentler, Eckhardt: Arbeitstechniken Literaturwissenschaft. 9. vollst. überarb. und aktualisierte Aufl. München: Fink 2001.

Sesink, Werner: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten - ohne und mit PC. 5. Aufl.  München, Wien: Oldenbourg 2000.

Poenicke, Klaus: Die schriftliche Arbeit. Materialsammlung und Manuskriptgestaltung für Fach-, Seminar- und Abschlussarbeiten an Schule und Universität. 2. verb. Aufl. Mannheim; Wien; Zürich: Duden 1989

 

 

Viel Erfolg bei der Arbeit!

 

geändert am 27. Oktober 2007  E-Mail: Webmasterjubufo@rz.uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 27. Oktober 2007, 12:23
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb10/jubufo/Lehre_und_Studium/Tipps_f__r_Hausarbeiten/index.html