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SeiteninhaltHilfestellung für Referatevon Emer O'Sullivan und Dietmar Rösler VermittlungswegeÜberlegen Sie, ob Sie tatsächlich ein 'klassisches Referat' halten wollen. Vielleicht sind für das Thema ganz andere hochschuldidaktische Vorgehensweisen angemessener. Überlegen Sie:
BezugWenn Sie sich über die Art der Präsentationsform Gedanken gemacht haben und wenn Sie einigermaßen sicher sind, dass Sie verstanden haben, worüber Sie reden, ist die Arbeit leider noch nicht getan. Versuchen Sie bitte außerdem, das Folgende zu beachten:
Auch wenn es Ihnen schwer fällt: Nicht alles, was Sie sich gerade mühsam erarbeitet haben, müssen Sie in der Sitzung auch wieder produzieren. Stellen Sie sich die Fragen:
GeneralprobeVersuchen Sie, eine Generalprobe Ihrer Präsentation durchzuführen, am besten in Anwesenheit einer Person, der Sie trauen. Eigentlich können Sie nur so herausfinden, ob Sie zeitlich einigermaßen im Rahmen bleiben, ob der Aufbau Ihres Vortrags verständlich ist, ob (bei Referaten oder Präsentationen von mehreren Personen) die Aufgabenverteilung und Sprecherwechsel sinnvoll wirken usw. LampenfieberDass Sie Lampenfieber haben, ist völlig normal, ein bisschen Lampenfieber gehört zu einer guten Show. Denken Sie auch bitte daran (das gilt besonders für Personen aus dem Grundstudium), dass Sie die nicht gerade einfache Fähigkeit, Inhalte angemessen zu präsentieren, im Laufe Ihres Studiums erst lernen sollen, dass also nicht jede Präsentation perfekt sein muss. EinstiegVersuchen Sie am Anfang des Referats Ihren HörerInnen klarzumachen, worum es eigentlich geht. Das bedeutet zum Einen, einen Bezug zum Kontext des Seminars herzustellen, zum Anderen aber zu erläutern, was in den nächsten Minuten in welchen Schritten mit welchen Mitteln passieren wird und was Sie von den SeminarteilnehmerInnen erwarten. Freier Vortrag?Im Idealfall tragen Sie den ganzen Vortrag frei vor bzw. beherrschen souverän die Präsentationsformen, denken Sie aber daran, dass Sie im Augenblick vielleicht noch nicht den Idealfall durchführen können. Versuchen Sie herauszufinden, inwieweit Ihnen Stützpunkte (Folien, Hörtexte auf Kassette, Poster an der Wand usw.) Gliederungspunkte geben, anhand derer Sie frei sprechen können, zögern Sie aber auch nicht zu sagen: „Diesen Teil des Referats muss ich Euch jetzt vorlesen, da ich das selbst gerade erst richtig verstanden habe“. Wenn gegen Ende Ihres Studiums diese Teile immer weniger werden, haben Sie einen schönen Lernerfolg erzielt. ZeitmanagementEin Satz wie „Mein Gott, jetzt ist die Zeit schon so weit fortgeschritten und ich bin erst bei Punkt 2 meines Referats“ ist kein Zeichen von gutem Zeitmanagement. Überlegen Sie, was Sie in welcher Zeitspanne sagen können und sagen Sie nicht mehr. Ein Referat, das die ganze Sitzung umfasst und den SeminarteilnehmerInnen keine Chance zum Reagieren gibt, ist kein gutes Referat. Überlegen Sie, ob es sinnvoll ist, zu bestimmten Zeitpunkten innezuhalten und Zwischenfragen zuzulassen, vermeiden Sie es aber, dass Sie auf Zwischenfragen Teile der Präsentation oder des Referats vorwegnehmen, die ohne den Kontext unverständlich sind. FachbegriffeWenn Sie bei der Vorbereitung Ihres Referats oder Ihrer Präsentation auf Fachbegriffe oder auf methodische Verfahren stoßen, die Sie bisher nicht kannten und die Sie nun gerade nachschlagen, dann ist es relativ unwahrscheinlich, dass das gesamte Seminar diese bereits kennt. Es ist deshalb wenig hilfreich, wenn Sie diese in Ihrem Vortrag so benutzen, als wüssten alle Bescheid. Sie sollten also zumindest kürzere Erklärungen, Beschreibungen, Einordnungen geben. Denken Sie auch bitte daran, dass Eigennamen von Personen, die in Ihrem Text erwähnt werden, in den Köpfen vieler ZuhörerInnen nicht unbedingt das Schriftbild auslösen, dass auf Ihrem Papier steht. Benutzen Sie die gute alte Tafel, um Ihren KommilitonInnen zu ersparen, sich falsche Schreibweisen einzuprägen. Folie oder Tafel?Eine Folie ist nicht automatisch besser als ein Tafelanschrieb, vor allem, wenn Sie etwas entwickeln, ist es sinnvoller, dies an der Tafel zu tun als eine fertige Folie aufzulegen und dann zeigend Schritt für Schritt nachzuvollziehen. Überprüfen Sie, ob nicht vielleicht eine Powerpoint-Präsentation für Ihre Zwecke die Vorteile von Tafel und Folie vereint. Folie: GestaltungFür alle Folien, Handouts usw. gilt: Wenn man sie nicht lesen kann, dann ist das Ihre Schuld, nicht die Schuld des Textes, aus dem Sie entnommen sind. Zwar werden sie auch auf wissenschaftlichen Kongressen Professoren finden, die Folien auflegen, auf denen kein Detail zu lesen ist, und die sich mit einem „nur damit Sie einen groben Eindruck gewinnen“ entschuldigen, aber diese schlechten Sitten sollten Sie gar nicht erst übernehmen. Folie: LesezeitEs hat auch wenig Zweck, eine Folie mit viel Information auf den Projektor zu legen und dann gleich weiter zu reden, so als ob alle SeminarteilnehmerInnen die Folie gelesen haben, bloß weil sie eine Sekunde aufliegt. Kalkulieren Sie bei Ihrem Zeitmanagement die Zeit für das Lesen der Folien mit ein, überlegen Sie, was sie laut vorlesen und zeigen wollen (zeigen Sie auf die Folie und nicht auf das Bild an der Wand). Folie: EinsatzBei den Folien gilt wie beim gesprochenen Text: Manchmal ist weniger mehr. TechnikÜberprüfen Sie vor der Präsentation bzw. dem Vortrag, ob alle Medien, die Sie einsetzen wollen, auch funktionieren. Es ist wenig erquicklich für SeminarteilnehmerInnen, im Kollektiv einem Referenten beizubringen, wie man einen Overhead-Projektor schärfer stellt. Die letzten MinutenJede Präsentation und jeder Vortrag kommen einmal zu einem Ende. Zu sagen: „Oh, die Zeit ist um“ ist nicht unbedingt das beste Ende. Im Idealfall fassen Sie noch einmal das Wichtigste zusammen, stellen Ihren Vortrag noch einmal in den Kontext des gesamten Seminars und führen mit Hilfe einiger zugespitzter Thesen auch gleich in die Diskussion ein. Dass Sie dabei noch einmal etwas wiederholen, ist nicht schlimm, im Gegenteil: es kann dem Behalten dienen. „Goldene Regel”Generell gilt der Satz: „Halten Sie kein Referat oder machen Sie keine Präsentation, der Sie selbst als SeminarteilnehmerIn nicht zuhören möchten“. SchlussUnd ein Letztes: Falls dies der guten Ratschläge zu viel waren und Sie sich nun überfordert fühlen, denken Sie bitte daran: Sie haben ein ganzes Studium Zeit, die Kunst des guten Referatehaltens zu meistern.
geändert am 27. Oktober 2007 E-Mail: Webmasterjubufo@rz.uni-frankfurt.de | | Zur Navigationshilfe |
Druckversion: 27. Oktober 2007, 12:23
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