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Forschungsprojekt

Illumination im Stadtraum

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Leitung: Jürgen Hasse, Claudia Wucherpfennig Projektbild

 Hintergrund
 Forschungsbedarf / Ziele der Studie
 Theoretische-konzeptioneller Rahmen
 Untersuchungsgegenstand und methodische Umsetzung
Bearbeitung: Claudia Wucherpfennig, studentische Hilfskräfte
Förderung: Beantragung geplant 
Dauer: ab 2006 zur Fortsetzung
Veröffentlichungen:
(Auswahl)
  • Jürgen Hasse (2007): Licht machen. Zum Verhältnis von Können und Wissen in der Lichtplanung. In: LICHT 58, H. 7-8/2007, S. 542-545.  pdf 12 MB
  • Jürgen Hasse (2007): Das künstliche Licht in der Architektur – eine epistemische Brache. In: Die alte Stadt, 34. Jg. Heft 1/2007, S. 67-77.
  • Jürgen Hasse (2007): Stadt im Licht. Die alte Stadt, 34. Jg., Heft 1/2007. (Herausgeber des Schwerpunktheftes). 
  • Die Licht-Ästhetisierung der Stadt – Illumination als Diskurs – In: Christian Bartenbach / Wolfgang Rang (Hg.): Licht ist nicht sichtbar – licht macht sichtbar. Frankfurt/M 2006, S. 38-55. 
  • Jürgen Hasse (2006): Licht erleben. Sechs Thesen zur Wahrnehmung von Licht. In: LICHT, Heft 3, S. 168-171.
  • Jürgen Hasse (2005): LichtKunst im öffentlichen Raum – Die Lüdenscheider LichtRouten. In: Lüdenscheider Stadtmarketing GmbH (Hg.): Lichtrouten 2004. Lüdenscheid, S. 20-25.
  • Jürgen Hasse (2004): Die Stadt ins rechte Licht setzen. Stadtillumination – ein ästhetisches Dispositiv? In: Berichte zur deutschen Landeskunde Bd. 78, H. 4, S. 413-439.
Kurzbeschreibung
Das Forschungsprojekt beschäftigt sich (a) mit Strategien und Formen der Illumination städtischer Räume und (b) mit dem Erleben von Lichtinstallationen sowie (c) den Vorstellungen von "Stadt“ und "Urbanität“, die sich mit Illuminationen verbinden.
Projektbeschreibung

anker

Hintergrund:
Im Zuge einer allgemeinen Festivalisierungs- und Ästhetisierungswelle wurden in den vergangenen Jahren Maßnahmen der Illumination öffentlicher Räume forciert. Im Schein der Ästhetisierung überlagern sich kulturelle Strategien der Postmoderne mit ökonomischen Strategien des Postfordismus. Postfordistisch ausgerichtete Unternehmens- und Stadt(entwicklungs)politik bedient sich zunehmend einer imagewirksamen "Politik der Symbole" wie der Dissuasion: Auf eine globale Verschärfung sozioökonomischer Differenzen antworten Akteure in Politik und Ökonomie weniger mit sozialstaatlichen Konzepten als mit Praktiken nicht zuletzt ideologisch formatierter Gesten der “Kulturalisierung” und Hyperästhetisierung. Die Agonie der Stadt soll verschwinden gemacht werden. Auch als Mittel der Distinktion im globalen Wettbewerb der Metropolen greift die öffentliche Hand zur Inszenierung des schönen Scheins. Das ästhetisierte Stadt-Licht hebt sich dabei merklich von alltäglichen Praktiken banaler (Straßen )Beleuchtung ab. Während Lichtinstallationen durch (z.T. kommunal beauftragte) Akteure als rationale Strategien mit ästhetisch-suggestivem Charakter geplant werden, unterströmen die letztlich hergestellten atmosphärischen und gefühlsmäßigen Qualitäten jeden Akteur prärational wie präreflexiv. Im Metier unmittelbaren Erlebens sollen die Inszenierungen beeindrucken und mehr ganzheitlich-emotionale Identifikationsprozesse fördern, als das Leben (in) der Stadt der (kritischen) Reflexion zugänglich zu machen. Der schöne Schein festlichen Leuchtens greift so weniger in den materialen Stadtraum ein, denn als Verführungsstrategie in den brüchig gewordenen Prozess der Urbanität.

anker

Forschungsbedarf und Ziele der Studie:
Im Zentrum des Forschungsprojekts stehen Strategien der Illumination und deren Effekte auf lebensweltlich verankerte Wahrnehmungsweisen von “Stadt” und “Urbanität”. Während heute zahlreiche Studien zu historischen und technischen Aspekten von Stadtbeleuchtungen vorliegen, sind Fragen nach den suggestiven, ideologischen und dissuasiven Wirkungen auf die Individuen eher “unterbelichtet”. Diese Forschungslücke soll das Projekt schließen. Ziel ist die Analyse des skizzierten Prozessfeldes anhand von Fallbeispielen. Von besonderer Bedeutung sind die in Frankfurt zur Fußball-WM geplanten Illuminationsprojekte, die stadtpolitisch in besonderer Weise in eine kommunalpolitische, aber global angelegte Ökonomie der Aufmerksamkeit eingeschrieben sind.

anker

Theoretisch-konzeptionelle Implikationen:
Im Forschungsprojekt werden diskurs- und repräsentationstheoretische Prämissen mit phänomenologischen Theorieansätzen verknüpft. Richten erstere ihr Augenmerk auf die (nicht nur sprachlich vermittelte) Herstellung und Kommunikation von Bedeutung(en) und somit auf die Konstitution sozialer Wirklichkeit, wenden sich letztere dem sinnlich-leiblichen Erleben ganzheitlich-atmosphärischer Erlebnisqualitäten zu. Der städtische Raum wird im konstitutiven Zusammenspiel von Materialität, Immaterialität und Sozialität in den Blick genommen.

anker

Untersuchungsgegenstand und methodische Umsetung:
In einem ersten Schritt werden per Kartierung und Photodokumentation kommunale und privatunternehmerische Illuminationsprojekte in ausgewählten Stadtgebieten mehrerer Großstädte systematisch mit dem Ziel des Vergleiches erfasst. Hieran schließt sich die Analyse der Illuminationen als diskursive Strategie der Selbstinszenierung und Positionierung im regionalen, nationalen und globalen Wettbewerb um kulturelle Geltung an. Die Analysen umfassen eine genaue Beschreibung der Wirkungsweisen und mittel exemplarischer Projekte sowie eine diskursanalytische Untersuchung von Informations- und Werbematerialien und von Berichten in Lokalzeitungen. Die Untersuchungen zu Produktion und Erleben stellen einen Zusammenhang zwischen “Produzenten”, “Produkt” und “Konsumenten” von Licht-Events her. In ihrer Zusammenschau werden die Befunde in einen kulturtheoretischen und sozialpsychologisch-psychoanalytischen Kontext gestellt und auf die Transformation von “Urbanität” bezogen.

 

geändert am 30. August 2012  E-Mail: WebmasterGeoagentur@uni-frankfurt.de

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Druckversion: 30. August 2012, 08:27
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb11/ifh/Personen/hasse/hasse_FSP1/wucherpfennig-3_illumination/index.html