Navigationshilfe

logo_ihg
fb11_40geowissenschaften

Hauptnavigation

Seiteninhalt

Bildungsprozesse
 

Projekte

Forschungsschwerpunkt

Bildungsprozesse im Geographie- und Sachunterricht

Unmittelbar verwertungsorientierte Leitbilder schulischen Lernens stehen auf dem Boden eines anderen bildungstheoretischen (Vor-) Verständnisses als die Leitbilder einer allgemeinen Bildung. Während Ziele markt- und nachfrageorientierter Aus-Bildung immer stärker in den Mittelpunkt aktueller bildungspolitischer Zielsysteme rücken, steht im Zentrum einer allgemeinen humanistischen Bildung das Selbstverständnis einer Bildung, die sich in der Spannung von Welt- und Selbstbezug des Lernens entfaltet. Im Lernen über den WeltRaum gestaltet sich nicht nur ein Bild der Welt. Weltzugewandtes Lernen hat darin seine selbstreferentielle Seite, dass es zugleich das Ziel intendiert, ein (personales) Selbst-Bild zu alphabetisieren. Bildung – auch geographische Bildung – entfaltet sich in dieser Dialektik.
In der Zukunft wird die stärkere Integration von Wissen über die räumliche Sozialisation von Kindern und Jugendlichen in (fach-) didaktische Modellierung schulischen Lernens zunehmend wichtig. Wie Kinder und Jugendliche leben, entscheidet in steigendem Maße darüber mit, wie sie was mit welchem Erfolg lernen (können). In der fachdidaktischen Forschung verdienen Fragen der räumlichen Sozialisation spätestens mit der steigenden (sozialpädagogischen) Krisenhaftigkeit einer in der Vergangenheit fehlgeschlagenen städtischen Siedlungspolitik verstärkte Aufmerksamkeit. Dies auch mit der Perspektive, die mediendidaktische Vermittlung von Unterricht theoretisch zu reflektieren. Wie schulisches Lernen nie allein als kognitives Lernen gelingen kann, so lassen sich Lernprozesse ebenso wenig ausschließlich auf abstraktem Wege gestalten. Mit dem Wandel der technisch-medialer Kultur- und Sozialisationsmilieus verändern sich die Formen des Lernens. In bildungstheoretischer und anthropologischer Sicht können sog. „Neue“ Medien „alte“ Medien nie ablösen; sie können sie bestenfalls ergänzen. Auf dem Hintergrund der Irreduzibilität der Verwurzelung des Menschen im dinglich-realen ErdRaum kommt gerade im computierenden Zeitalter der „Engel“ und Boten (Serres) der Frage Beachtung zu, welche Bildungspotentiale die archaisch-sinnliche Berührung mit den alltäglich präsenten Weltgegebenheiten bereithält.

orange_100h220w
weiss_6r_hoehe
 Re-Konstruktion geographischen Wissens in Spielfilmen und in TV-Sendungen

orange_2h220w_6r
 Perspektiven sinnlicher Erfahrung

weiss_6r_hoehe
orange_100h220w

Hasse_Bildung

 
Ausgewählte Veröffentlichungen    
  • Jürgen Hasse (2010): „Globales Lernen“. Zum ideologischen Gehalt einer Leer-Programmatik. In: Schrüfer, Gabriele / Ingrid Schwarz (Hg.): Globales Lernen. Ein geographischer Diskursbeitrag. Münster u.a. 2010, S. 45-61.  
  • Jürgen Hasse (2010): Umwelt und Pädagogik. In: Rießland, Matthias / Eva Borst / Armin Bernhard (Hg.): Die Widergewinnung des Pädagogischen (= Pädagogik und Politik, Bd. 3), Hohengehren 2010, S. 118-130.  
  • Jürgen Hasse (2010): Ästhetische Bildung. „Lernen mit allen Sinnen“ und vollem Verstand. Mit einem Exkurs zur geographischen Exkursionsdidaktik. In: Egger, Rudolf / Bernd Hackl (Hg. 2010): Sinnliche Bildung? Pädagogische Prozesse zwischen vorprädikativer Situierung und reflexivem Anspruch. Wiesbaden, S. 37-56.
  • Jürgen Hasse (2007): In und aus Räumen lernen. In: Westphal, Kristin (Hg.): Orte des Lernens. Beiträge zu einer Pädagogik des Raumes. Weinheim und München 2007, S. 15-41.
  • Jürgen Hasse (2005): Fundsachen der Sinne. Eine phänomenologische Revision alltäglichen Erlebens (= Neue Phänomenologie Band 4). Karl Alber Verlag Freiburg und München 2005, 432 Seiten.
  • Jürgen Hasse (2005): Wahrnehmen lernen. Mit Sinn und Verstand für eine differenzierte Vernunft. In: Grundschule, H. 12/2005, S. 50-52.
  • Jürgen Hasse / Susanne Düttmann (2005): Zur Aktualität von Wagenscheins Schulkritik heute: Das Wirklichkeits-Defizit im schulischen Lernen. In: www.widerstreit-sachunterricht.de/Ausgabe Nr. 5/Oktober 2005.
  • Jürgen Hasse / Susanne Düttmann (2005): Topographie genügt nicht. Vielfalt und Ganzheitlichkeit des räumlichen Denkens erhalten. In: Grundschule, H. 11/2005 http://www.praxisgrundschule.de (November 2005).
  • Jürgen Hasse (2002): Heimat — Ein Blick auf die Gefühle. In: Engelhardt, W. / Stoltenberg, U. (Hg. 2002): Die Welt zur Heimat machen? Bad Heilbrunn, S. 68-72.

 

 

geändert am 18. Oktober 2010  E-Mail: WebmasterGeoagentur@uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 18. Oktober 2010, 11:59
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb11/ifh/Personen/hasse/hasse_FSP2/index.html