Das Wald-Projekt:
"Der Wald der Zukunft" 
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Aktuellen Klimaszenarien zufolge werden sich in Mitteleuropa in den kommenden 50-100 Jahren in zunehmendem Maße trockene und heiße mit kühlen und feuchten Sommern abwechseln. Diesen prognostizierten Klimaänderungen muss eine vorausplanende Waldwirtschaft wegen der langen Lebensdauer der Bäume frühzeitig Rechnung tragen. Steigt die Häufigkeit trockener Sommer an, wird die in Mitteleuropa dominierende Buche an derzeit trockenen Standorten wahrscheinlich zunehmend durch Eichen abgelöst; an jetzt schon sehr trockenen Standorten können dann auch mitteleuropäische Eichenarten Probleme mit dem Aufwuchs bekommen. In der südhessischen Rheinebene, wo in den vergangenen Jahrzehnten das Grundwasser stark abgesenkt wurde, treten bereits jetzt schwere Schäden und Verjüngungsprobleme in bestehenden Eichenwäldern auf. Höhere Wintertemperaturen begünstigen zusätzlich die Ausbreitung von Schadinsekten. Unter den gegenwärtigen Klimaprognosen wird der forstwirtschaftliche Schaden vor allem für das waldreiche Bundesland Hessen unkalkulierbar groß. In diesem Kooperationsprojekt mit Hessen-Forst, der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt (NW-FVA, Göttingen), dem Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG, Wiesbaden), der ECT Ökotoxikologie GmbH (Flörsheim), der Stadt Rüsselsheim und weiteren Partnern werden mit Anpflanzungen in 2008 (bei Rüsselsheim) und 2009 (bei Lampertheim) trockenresistentere Eichenarten aus dem süd- und südosteuropäischen Raum im Vergleich mit üblicherweise angebauten Baumarten hinsichtlich ihres Potenzials als zukünftige Waldbäume evaluiert: die wintergrüne Steineiche (Quercus ilex), die wintergrünen Eichen-Hybriden Q. x turneri und Q. x hispanica und die laubwerfenden Arten Flaumeiche (Q. pubescens) und Ungarische Eiche (Q. frainetto). Bei erfolgreicher Evaluation könnten durch Propagierung solcher Arten die natürliche Sukzession der Waldbäume beschleunigt, das Nachwandern von Begleitfauna und –flora erleichtert und zügig Ökosysteme mit hohem Biodiversitätswert etabliert werden. Das Wald-Projekt stößt in der Bevölkerung auf großes Interesse. 2009 wurde es von einer Initiative der Bundesregierung und dem Bundesverband der Deutschen Industrie zu einem Ort im Land der Ideen gekürt. Im selben Jahr gewann eine Diplomarbeit im Projekt den Procter und Gamble Nachhaltigkeitspreis.
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