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Hominid sites in East Africa

Geländearbeiten in Afrika

Themen:  Hominiden-Fundstellen in Ostafrika  |  ... in Südafrika  |  Alle Geländeprojekte

Hominiden-Fundstellen in Ostafrika

Im Osten Afrikas werden heute die ältesten Spuren für die Evolution der Menschen gefunden, die dort vor 6 bis 7 Millionen Jahren ihren Anfang nahm. Diese Anfänge korrelieren zeitlich mit einer globalen Klimaveränderung; das Klima wurde weltweit kühler und trockener. Die zuvor verbreiteten Regenwälder nahmen ab. Die Habitat-Typen, die nun vorherrschten, spielen daher eine wesentliche Rolle in den Szenarien zur Evolution eines aufgerichteten Ganges. Das jeweils vorherrschende Habitat ist abhängig vom Wandel des Klimas und den Veränderungen in der Topographie der Landschaft.

Laetoli Panorama

Die Ablagerungen an der Fundstelle Laetoli (Tanzania) besitzen ein Alter von vier bis zwei Millionen Jahren. In den oberen Abschnitten, den Upper Laetolil Beds mit einem Alter von 3,8 bis 3,5 Millionen Jahren, entdeckten Mary Leakey und Andrew Hill im Jahr 1978 Fußspuren von aufrecht gehenden Primaten, die sich in den aeolischen (durch Wind transportierten) Tuffen erhalten hatten. Mit einem derart hohen Alter konnten sie nur von Australopithecinen hinterlassen worden sein. Die Funde dort zeigen, dass Australopithecinen bereits in der Lage waren, größere Strecken biped zurückzulegen. Sie stellen damit einen fossil erhaltenen Nachweis einer bestimmten Körperhaltung und Fortbewegungsweise dar.

Malema Panorama

Vor etwa zweieinhalb Millionen Jahren hatten sich Zähne und Gebiss von Australopithecinen differenziert. Als Reaktion auf eine weltweite Abkühlung, die in Ostafrika zusätzlich zu einem trockeneren Klima führte, hatten sich robustere Formen entwickelt. Deren Backenzähne besitzen eine Kaufläche, die zwei- bis dreimal so groß ist wie die moderner Menschen. Überdies besaßen diese Hominiden einen Sagittalkamm, also eine knöcherne Leiste auf dem Schädel, an der die massive Kaumuskulatur ansetzte. Solche Hominiden werden zur Gattung Paranthropus gestellt. Einer der ältesten Funde stammt aus Malema (Malawi). Die Ablagerungen dort besitzen ein Alter von 2,6 bis 2,3 Millionen Jahren.

Uraha Panorama

Eine nahe gelegene Fundstelle gleichen Alters zeigt uns, dass frühe Hominiden neben der Vergrößerung ihrer Backenzähne einen weiteren Weg gefunden hatten, Nahrung zu zerkleinern, die als Reaktion auf klimatische Veränderungen härter wurde. Die Ablagerungen an der Fundstelle Uraha (Malawi) besitzen ebenfalls ein Alter von 2,6 bis 2,3 Millionen Jahren. Anders als in Malema wurde hier jedoch ein Unterkiefer eines frühen Vertreters der Gattung Homo gefunden: Homo rudolfensis. Er besitzt kleinere Backenzähne als Paranthropus. Sein Gebiss ist weniger stark spezialisiert. Anstatt sich nur auf sein Gebiss zu verlassen, begannen diese ersten Vertreter der Gattung Homo, ihre Nahrung mit zunächst noch sehr einfachen Werkzeugen für den Kauvorgang vorzubereiten.

Olduvai Panorama

In der Olduvai-Schlucht (Tanzania) werden beide Hominiden, Paranthropus und frühe Vertreter der Gattung Homo, in denselben Schichten gefunden. Die ältesten Ablagerungen in Bed I und II besitzen ein Alter von 2 bis 1,2 Millionen Jahren. Auf dem Bild sind diese Schichten in den unteren Bereichen der Schlucht als helle Sedimente erkennbar. Frühe Vertreter der Gattung Homo aus Olduvai sind deutlich kleiner als Homo rudolfensis. Sie werden als Homo habilis bezeichnet und gelten als Hersteller der in den gleichen Schichten gefundenen Werkzeuge.

Lake Manyara

Bei den ältesten Ablagerungen in Olduvai handelt es sich um See-Sedimente. Dieser See trocknete im Verlauf der Zeit durch tektonische Veränderungen aus. Ursprünglich ging man davon aus, dass die frühen Vertreter der Gattung Homo ihre Lager am Ufer dieses Sees eingerichtet hatten. Ein Vergleich mit heutigen Seen zeigt jedoch, dass solche 'home bases' eine ausgesprochen exponierte Lage besässen. Der Lake Manyara im Rift valley (siehe oben) spiegelt solche Verhältnisse heute noch gut wieder. Die Hominiden hätten sich hier kaum vor Angriffen von Beutegreifern schützen können. In nahe gelegenen Wäldern konnten sie sich besser verteidigen. Wahrscheinlich kamen sie nur gelegentlich für Beutezüge an die gelegentlich überfluteten Ufer des Sees. Auch die Säugetier-Faunen der oberen Abschnitte von Bed I und unteren Abschnitte von Bed II zeigen, dass in die Umgebung des Sees bewaldet war. Mit dem Einsetzen der Austrocknung werden dagegen solche Tierarten häufiger, die offenere Habitat-Typen bevorzugen.

Makuyuni Panorama

Die Ablagerungen in Makuyuni besitzen ein Alter von 1,8 Millionen bis 126.000 Jahren. Sie werden in einen unteren, lakustrinen (Lower Manyara Beds)  und einen oberen, fluviatilen Abschnitt (Upper Manyara Beds) unterteilt. Bei den Lower Manyara Beds handelt sich ebenfalls um Ablagerungen eines Sees im ostafrikanischen Grabenbruch, dem Lake Manyara. Der See existiert heute noch, besitzt allerdings eine geringere Ausdehnung. Die Schichten lassen sich chronologisch mit den oberen Abschnitten von Bed II in Olduvai korrelieren. In diesen Schichten wurden Überreste von Hominiden gefunden. Es handelt sich dabei um ein Fragment eines Occipitale und einen oberen Schneidezahn, die Homo ergaster zugeschrieben werden. In den Upper Manyara Beds hatte sich der See bereits zurückgezogen. Es handelt sich um Flußablagerungen, die chronologisch den Bed III-Schichten in Olduvai entsprechen.

Hominid sites in South Africa


Hominiden-Fundstellen in Südafrika

Die Höhlenfundstellen Südafrikas haben in der historischen Entwicklung der Paläoanthropologie eine wesentliche Rolle gespielt, denn hier tauchten die ersten Hinweise für einen afrikanischen Ursprung der Menschen auf. Im Jahr 1924 erhielt Raymond Dart den Gesichtsschädel eines auffallend kleinen Primaten, der in Taung entdeckt worden war. Er präsentierte den Fund der Öffentlichkeit und bezeichnete ihn als Australopithecus africanus. Wörtlich übersetzt bedeutet der Name 'Südaffe aus Afrika'. Das nach unten weisende Hinterhauptsloch (Foramen magnum) wies darauf hin, dass dieser 'Südaffe' sich anders als heutige Menschenaffen aufrecht fortbewegt hatte. Mit seinem aufrecht gehenden Affen stieß Dart auf Ablehnung seitens des wissenschaftlichen Establishments. Iin den 30er Jahren häuften sich allerdings die Funde aus Südafrika. Robert Broom und Raymond Dart entdeckten in Sterkfontein weitere Überreste von Australopithecinen, den unmittelbaren Vorläufern der Gattung Homo.

Sterkfontein Panorama

Das Höhlensystem in Sterkfontein besteht aus zwei verbundenen, größeren Höhlen. Die Ablagerungen der oberen Höhle haben ein Alter zwischen 1,5 und 2,8 Millionen Jahren. In diesem Bereich wurden nicht nur Überreste der Australopithecinen gefunden, sondern auch ihre Werkzeuge. Mrs. Ples, einer der berühmtesten Funde aus Sterkfontein, zeugt von den rabiaten 'Ausgrabungsmethoden' in diesen frühen Jahren. Bei diesen Höhlen handelte es sich um Kalksteinbrüche, in denen unter anderem auch Sprengungen mit Dynamit vorgenommen wurden - daher Mrs. Ples' reparierte Schädeldecke. Bei Mrs. Ples handelt es sich um einen grazilen Australopithecus. Die Art wird als Australopithecus africanus bezeichnet.
Die Ablagerungen in der darunter liegenden Silverberg Grotto besitzen ein wesentlich höheres Alter, etwa 3,3 Mio Jahre. Hier hat sich vor einigen Jahren eine schier unglaubliche Geschichte abgespielt. Bei Untersuchungen von Material in den Sammlungen des Anatomischen Instituts an der Universität in Witwatersrand stieß Ron Clarke auf Knochen des Fußskeletts eines Australopithecus. Eine genauere Untersuchung zeigte, dass dieses Stück frische Bruchstellen aufwies. Das bedeutete, dass der Rest dieses Skeletts noch irgendwo in der Höhle stecken konnte. Mit dem Fragment machten Ron Clarke, Isaac Molefe und Steven Motsumi sich auf die Suche - und wurden fündig! Cinderella, ein praktisch vollständiges Australopithecus-Skelett, ist eine wissenschaftliche Sensation, denn abgesehen von der berühmten Lucy gibt es keinen vergleichbar vollständigen Fund eines Australopithecinen.

Swartkrans Panorama

Das Höhlensystem in Swartkrans liegt in unmittelbarer Nachbarschaft von Sterkfontein. Die Ablagerungen sind mit 1,8 bis 1,0 Millionen Jahren etwas jünger. Auch in Swartkrans wurden fossile Überreste von Australopithecinen gefunden, allerdings unterscheiden sie sich anatomisch recht deutlich. Es handelt sich um Vertreter einer robusten Form, Paranthropus robustus. In denselben Schichten wurden auch Funde von Homo erectus gemacht. Aus der jüngsten Schicht, in der Hominiden gefunden wurden, stammen die möglicherweise ältesten Nachweise von Feuer - verbrannte Knochenfragmente. Interessanterweise wurden in dieser Schicht bislang ausschließlich Vertreter der Gattung Paranthropus gefunden. Sollten robuste Australopithecinen bereits Feuer zur Aufarbeitung ihrer Nahrung benutzt haben?
Heute sind diese in unmittelbarer Nähe zueinander gelegenen Höhlen ein Weltkulturerbe der UNESCO, die Cradle of Humankind. In der Region gibt es zahlreiche weitere Lokalitäten ähnlichen Alters, darunter zum Beispiel Kromdraai, Gondolin, Gladysvale und Drimolen.

Logos afrikanischer Geländeprojekte

 

 

 

geändert am 13. Dezember 2011  E-Mail: Webmastervolmer@bio.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 13. Dezember 2011, 11:26
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