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Jawa-Karte

Geländearbeiten in Asien

Themen:  Hominiden-Fundstellen in Jawa  |  ... in Flores  |   ... in den Philippinen  |  Alle Geländeprojekte

Hominiden-Fundstellen in Jawa

Die geologischen Schichten des Sangiran-Doms, der heute auf der Weltkulturerbeliste der UNESCO steht, erstrecken sich über eine stratigraphische Sequenz, das heisst, sie gehören zu Formationen unterschiedlichen Alters. Die älteren Schichten, in denen fossile Hominiden gefunden wurden, gehören zur Sangiran (oder Pucangan)-Formation, die jüngeren hominidenführenden Schichten zur Bapang (oder Kabuh)-Formation. Beide Formationen werden geologisch voneinander getrennt durch eine besondere Schicht, die Grenzbank, die neueren Untersuchungen zufolge zur jüngeren Bapang-Formation gehört.

Sangiran-Bukuran

Die Ablagerungen der Sangiran-Formation (auf dem Bild an der Lokalität Bukuran) bestehen aus schwarzem Ton. Verfolgt man die Schichten der Sangiran-Formation, dann spiegeln sie einen Übergang von einer marin geprägten Küstenumgebung zu einem Süßwassersee wider. Dieser Übergang wurde beschleunigt durch den Ausbruch von benachbarten Vulkanen, die sehr mächtige vulkanische Schlammströme deponierten (sog. Lahare). Pollenanalysen haben gezeigt, dass der Süßwassersee von einem Sumpfgürtel umgeben war. Es herrschte ein leicht saisonales Klima, wobei die Jahreszeiten durch Regenperioden und Trockenzeiten geprägt sind. Zahlreiche Säugetiere bewohnten die Ufer des Sees, darunter Flußpferde (Hexaprotodon), Nashörner (Rhinoceros) und Stegodonten, also ausgestorbene Rüsseltiere, sowie zahlreiche Arten von Hirschen und Schweinen. Der Faunenlevel wird als Cisaat-Level bezeichnet. Gelegentlich finden sich in diesen Schichten auch Überreste fossiler Hominiden. Soweit sich auf der Grundlage der stark deformierten Stücke sagen lässt, waren diese Hominiden robuster als jüngere Funde aus der Bapang-Formation. Ursprünglich wurde für sie eine eigene Gattung Meganthropus aufgestellt. Dazu gehören zum Beispiel die Meganthropus-Mandibel Mb oder Sangiran 8 (heute in der Sammlung des Geologischen Museums, Bandung) oder auch das Meganthropus-Gesicht (heute in der Sammlung der Gadjah-Mada-Universität, Yogyakarta).

Sangiran-Dom

Die Bapang-Formation besteht aus sandigen Konglomeraten. Dabei handelt es sich um Flußablagerungen. Sie sind jünger als die Sangiran-Formation. Die Flußufer, die den frühen Süßwassersee ablösten, wurden von zahlreichen großen und kleinen Hirsch- und Rinderarten bewohnt. Bei allen pleistozänen Fundstellen Jawas steuern Hirsche und Rinder den größten Anteil zum Fundspektrum bei. Die Zusammensetzung des Fundspektrums ändert sich aber leicht in den oberen Abschnitten der Bapang-Formation. So treten zum Beispiel neben den Stegodonten Elefanten-Arten auf. Während in den unteren Schichten die sogenannte Trinil HK-Fauna vorkommt, tritt in den oberen Abschnitten die Kedung Brubus-Fauna auf. In den Schichten der Bapang-Formation wurden zahlreiche Hominiden-Fossilien gefunden, darunter auch der besterhaltendste Schädel Sangiran 17 (bzw. P VIII). Sie repräsentieren alle den klassischen Homo erectus von Jawa. Neben den Hominiden-Resten findet man an diesen Fundstellen häufig auch Werkzeuge. Diese Steinwerkzeuge lassen sich nur schlecht in gebräuchliche Typologien einordnen, die an afrikanischen und europäischen Fundstellen erarbeitet wurden. Ihre Interpretation ist schwierig. Neben Abschlägen und Kernen kommen kugelig abgerundete Werkzeuge vor, deren Verwendung noch immer unbekannt ist.  Da es in Sangiran selbst kaum geeignetes Material zur Werkzeugherstellung gibt, mussten die notwendigen Materialien aus einem großen Gebiet zusammen getragen werden.

Alle pleistozänen Hominiden-Funde aus Sangiran werden heute unterschiedslos zur Art Homo erectus gestellt, obwohl sie aus Schichten unterschiedlichen Alters stammen und sich in Größe und Morphologie recht stark voneinander unterscheiden. Die Funde aus den älteren Schichten der Sangiran-Formation besitzen eine robuste Morphologie. Besonders die Unterkiefer-Fragmente haben eine beachtliche Größe. In der Regel sind sie stark diagenetisch verformt, das heisst, sie waren während oder nach dem Fossilisationsprozess starken mechanischen Drücken ausgesetzt, die ihre Form verändert haben. Die Interpretation ist daher schwierig.  Bei den Funden aus den jüngeren Schichten der Bapang-Formation handelt es sich um Vertreter des klassischen Homo erectus aus Jawa.

Trinil

Im Jahr 1891 fand der holländische Anatom Eugène Dubois erstmals fossile menschliche Überreste, die sich in ihrer Anatomie erkennbar von heute lebenden Menschen unterschied. Der Ort, an dem ihm dies gelang, war Trinil an den Ufern des Bengawan Solo in Zentral-Jawa. Er fand dort einen Molaren, ein Femur sowie eine Schädelkappe. Alle Fundstücke ordnete er der Art Pithecanthropus erectus, dem aufrecht gehenden Affenmenschen zu. Seine Funde stellen die Grundlage dar, auf der die Eigenschaften der fossilen Menschenart Homo erectus festgelegt wurden. Sie repräsentieren die Typus-Exemplare. Um diese denkwürdige Stelle nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, errichtete er ein Monument, das heute vor dem Museum in Trinil steht. Die fossilführenden Schichten in Trinil stellen Flußablagerungen dar, die einem Lahar aufgelagert sind. Der Solo-Fluß passiert noch heute, wie bereits im Mittelpleistozän die Fundstelle von Dubois. Er hat seinen Lauf seither nicht verändert. Die Säugetiere, die das Ufer des Bengawan Solo bevölkerten, sind denen vergleichbar, die im unteren Abschnitt der Bapang-Formation in Sangiran vorkamen. Bemerkenswerterweise gab es in Trinil aber keine Flußpferde (Hexaprotodon). Stattdessen lebten dort viele Nashörner (Rhinoceros), Säugetiere also, die offenere Habitate bevorzugen. Dennoch wurden in Trinil auch Fossilien von Lebewesen gefunden, die typische Waldbewohner sind, wie zum Beispiel Makaken und Blattaffen. Der Bengawan Solo hat in Trinil die Überreste von Tieren zusammen gespült, die in völlig unterschiedlichen Habitaten vorkamen. Flüsse sortieren transportierte Stücke nach physikalischen und nicht ökologischen Kriterien. Da sie auf diese Weise Stücke zusammenbringen, die aus ökologischen Gründen nicht zusammen gehören, muss die Interpretation des Fundspektrums mit entsprechender Vorsicht vorgenommen werden.

Kedung Brubus

Dubois suchte nicht nur in Trinil nach fossilen Menschen, sondern auch weiter östlich in Kedung Brubus. Auch dort gelang es ihm, Hominidenfossilien zu finden. Es handelt sich um das Fragment eines rechten Unterkieferastes, der verglichen mit den Funden aus Sangiran überraschend grazil ist. Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass das Stück aller Wahrscheinlichkeit nach von einem juvenilen Individuum stammt, was seinen grazilen Bau erklären würde. In Kedung Brubus treten zwei wirbeltierführende Horizonte auf. Beide bestehen aus konglomeratischem Sandstein und sind durch einen mächtigen Lahar voneinander getrennt. Es ist nicht sicher, in welcher der beiden Schichten das Hominiden-Fossil gefunden wurde; allerdings weist vieles auf den jüngeren der beiden Horizonte hin. Anders als heute lag Kedung Brubus im Pleistozän an den Ufern des Solo-Flußes oder an denen eines seiner Nebenflüsse. Neben den Flußpferden treten drei weitere Tierarten auf, die in Trinil nicht vorkommen. Bei der ersten handelt es sich um ein riesiges Schuppentier, Manis palaeojavanica. Dieses Riesen-Schuppentier trat nicht in großer Häufigkeit auf, aber es gibt uns einen Einblick in die Ökologie früher Faunengemeinschaften. Schuppentiere ernähren sich ausschließlich von staatenbildenden Insekten. Entsprechend der beachtlichen Größe dieses Schuppentiers müssen wir davon ausgehen, dass auch staatenbildende Insekten in großer Zahl vorhanden waren. Neben einem großen Tiger kam ein zweiter großer Carnivore vor, nämlich eine Hyäne. Die Tiger aus Kedung Brubus besitzen im Vergleich mit anderen Fundstellen eine etwas höhere Körpergröße. Dieser Größenunterschied könnte darauf hinweisen, dass in Kedung Brubus eine Nischendifferenzierung zwischen beiden großen Carnivoren stattgefunden hat. Schließlich kommen Elefanten Seite an Seite mit Stegodonten vor. Bei beiden Arten handelt es sich um große Herbivoren, die in offenen Landschaften vorkommen. Besonders das Auftreten eines Elefanten macht aber deutlich, dass zwischen den Faunen in Trinil und Kedung Brubus nicht nur ökologische Unterschiede vorkommen. Dazwischen muss auch soviel Zeit vergangen sein, dass Elefanten vom asiatischen Festland her einwandern konnten.

Mojokerto

Im Rahmen einer Kartierungskampagne des Niederländischen Geologischen Dienstes wurde im Jahr 1936 im Osten Jawas ein Hominiden-Fossil gefunden: der Hirnschädel eines Kindes. Bis zum heutigen Tag stellt dieser Fund den einzigen bekannten Kinderschädel von Homo erectus dar. Der Mojokerto-Schädel ist daher von großer Bedeutung für entwicklungsbiologische Studien. Das Kind hatte vermutlich ein Alter von 1,5 bis 3 Jahren, als es starb. Das Stück befindet sich heute in den Sammlungen der Universitas Gadjah Mada. Obwohl die geologischen Schichten für eine fluviatile Umgebung sprechen, gibt es Unterschiede zwischen der Fundstelle Perning und den anderen Flußfundstellen entlang des Bengawan Solo. In den Ablagerungen findet sich kein bestimmtes Hauptbett; vielmehr gibt es ein verzweigtes Flußsystem mit vielen wasserführenden Flußläufen und Brackwasser-Bedingungen im Mündungsbereich. Das Flußsystem selbst gehört zum Brantas und nicht zum Solo, wie es an den Fundstellen weiter westlich der Fall ist. Die Säugetier-Fauna, die aus diesen Schichten stammt, gehört der Stegodon-Homo erectus-Fauna an, die typisch ist für das Pleistozän Jawas. Sie enthält auch Elefanten. Im Allgemeinen wird davon ausgegangen, dass die Fauna in ihrer Zusammensetzung dem Kedung Brubus-Faunenlevel entspricht, obwohl alle charakteristischen Leitarten - also das Riesenschuppentier und die Hyäne - fehlen. Leider ist auch das absolute Alter der Fundstelle unbekannt. Insgesamt erstrecken sich die pleistozänen Schichten in den Kendeng-Hügeln nördlich von Mojokerto über etwa 20 Quadratkilometer. Der genaue Fundpunkt des Hominiden-Fossils ist nicht sicher. Das Monument wurde erst Jahrzehnte nach dem eigentlichen Fund im Fundgebiet errichtet und enthält keine Angaben über die genaue Lage des Fundortes wie das in Trinil der Fall ist. Datierungen, die an Proben vorgenommen wurden, können also erst dann Aufschluss über das Alter des Hominiden geben, wenn geklärt ist, in welchem Verhältnis der Ort der Probennahme zum Fundpunkt steht.

Ngandong

In Ngandong wurden zu Beginn der 30er Jahre vom Niederländischen Geologischen Dienst Grabungen durchgeführt. Bei diesen Grabungen wurden nicht nur tausende Säugetierfossilien ausfindig gemacht, sondern auch insgesamt elf menschliche Schädel oder Schädelfragmente. Daraufhin wurde direkt neben der Grube eine Station errichtet. Die Fundstelle wurde damals nicht vollständig abgegraben. Ein Teil der Sedimente wurde für spätere Studien erhalten. In Ngandong handelt es sich bei den Ablagerungen zwar ebenfalls um Sedimente des Solo-Flusses, allerdings liegen sie in Form von insgesamt vier verschiedenen Terrassen vor. Die damaligen Grabungen wurden in der zweitobersten, also der zweitältesten Terrasse durchgeführt. Aus dieser Terrasse stammt vermutlich der größte Teil der Funde. Man kennt eine Reihe von Säugetieren aus dieser Fauna. Diese scheinen sich kaum von denen vorangehender Faunenlevel zu unterscheiden. Die Geologie der Fundstelle spricht jedoch dafür, dass sie ein jüngeres Alter besitzt als andere Fundstellen entlang des Solo wie Trinil oder Kedung Brubus.
Die Ngandong-Hominiden sind dadurch gekennzeichnet, dass sie alle eine größere Kranialkapazität besitzen als der klassische Homo erectus. Sie zeigen aber immer noch den typischen Bau eines Homo erectus-Schädels und weichen in ihrer Morphologie nicht davon ab.

Sambungmacan

In Sambungmacan wurde von einigen Jahren eine Flussschlinge des Bengawan Solo durch Begradigung des Flussbetts trocken gelegt. In dieser Flussschlinge fand sich eine Terrasse mit großen Geröllen. In der Terrasse werden zahlreiche Wirbeltier-Fossilien gefunden. Überdies fanden sich dort zwei Schädel und der Schaft einer Tibia, die von Hominiden stammen. Die fossilen Säugetiere, die in Sambungmacan gefunden wurden, lassen sich sehr gut mit denen aus Ngandong vergleichen. Die Fundstelle Ngandong liegt weiter Solo-abwärts. Die Kranialkapazität der Hominiden-Schädel ist geringer, zeigt aber ebenfalls den charakteristischen Schädelbau des jawanischen Homo erectus. Die Hominiden befinden sich heute in den Sammlungen der Gadjah Mada Universität in Yogyakarta sowie im Geological Research and Development Centre in Bandung. Weitere Funde werden vor Ort gesammelt und aufbewahrt.

Christine Hertler

Flores

Hominiden-Fundstellen in Flores

Die indonesische Insel Flores gehört zu den Kleinen Sunda-Inseln oder Nusa Tenggara, wie die Region in der Landessprache bezeichnet wird. Diese Inselkette verbindet die Inseln des Sunda-Schelfs mit Neuguinea und dem australischen Kontinent. Flores ist also ein Teil eines Korridors, der eine Besiedelung durch Inselhüpfen ermöglicht. Es ist daher keine Überraschung, dass anatomisch moderne Menschen in jüngerer Zeit dort angekommen sind. Dies ist durch Funde von Bestattungen in Höhlen vielfach belegt.

Liang Bua Cave

Flores hielt jedoch noch eine Überraschung verborgen. Im Jahr 2004 wurden in der Höhle Liang Bua die Überreste eines kleinwüchsigen Homininen gefunden. Der Flores-Hobbit gibt den Wissenschaftlern bis heute Rätsel auf. Die Hobbits waren nicht größer als einen guten Meter und besassen ein sehr kleines Gehirn von nur 400 ccm. Damit ist er mit keinem heutigen Menschen, auch nicht Pygmäen, zu vergleichen. Die Flores-Hobbits wurden deshalb einer eigenen Art, Homo floresiensis, zu geordnet. Bis heute ist umstritten, ob sie mikrozephale Individuen darstellen oder einen für Inseln typischen Sonderweg in der Evolution eingeschlagen haben. Gemeinsam mit ihnen lebten übergroße Ratten und Zwerg-Stegodonten. Die Ablagerungen in Liang Bua Cave besitzen ein Alter zwischen 90.000 und 18.000 Jahren. Neben den Überresten von 7 Individuen wurden auch Werkzeuge gefunden.

Christine Hertler

Philippinen-Karte

Hominiden-Fundstellen in Palawan (Philippinen)

Die Insel Palawan gehört zur philippinischen Inselgruppe der Visayas und stellt die drittgrößte Insel der Philippinen dar. An der Westküste Palawans gelegen findet sich ein Komplex von Höhlen, der Lipuun Point. Viele dieser Höhlen zeigen Spuren menschlicher Besiedlung. Am Lipuun Point wurden in den 1960ern unter Leitung von Robert Fox und in Zusammenarbeit mit dem National Museum of the Philippines mehrere Grabungen in unterschiedlichen Höhlen durchgeführt. Im Zuge dieser Grabungen wurden in der Tabon-Höhle menschliche Überreste gefunden. Ihr Alter wurde von Fox auf ca. 22.000 bis 24.000 Jahre B.P. datiert. Damit stellt die Tabon Höhle die erste Fundstelle dar, die eine Besiedlung der Philippinen während des Pleistozäns belegt und ist eine der wenigen Fundstellen in ganz Südostasien für fossile Vertreter von Homo sapiens im Pleistozän.

Grabungsstelle in Tabon Cave

Seit dem Jahr 2000 werden in Zusammenarbeit zwischen dem Muséum national d’Histoire naturelle (MNHN) in Paris und dem National Museum of the Philippines in Manila erneut Grabungen durchgeführt. Im Verlauf dieser Grabungen konnten bislang elf menschliche Überreste geborgen werden. Auf einem dieser Funde, dem Diaphysenfragment einer Tibia, und einem der Fundstücke der Grabung von Fox, einem Mandibulafragment, beruht eine neue direkte Uran-Serien-Datierung. Diese datiert die Fundstücke auf 24.000 bis 58.000 Jahren B.P., wobei die ältere der beiden Angaben durch weitere Messungen bestätigt werden muss. Dadurch konnte Fox´ umstrittene Datierung bestätigt werden. Die Tabon Höhle beherbergte tatsächlich schon im späten Pleistozän Menschen.

Auf dem Weg zur Höhle von Tabon

Die letzte Ausgrabung fand im März und April 2007 statt. Sie kam durch eine Zusammenarbeit des MNHN, des National Museum of the Philippines und der Universität von Ferrara zustande. Und auch unsere Arbeitsgruppe beteiligte sich an der Grabung, deren Schwerpunkt auf der Tabon Höhle lag.

Julia Hansen

Majalengka

Unsere Geländeprojekte

Seit dem Jahr 2002 beteiligen wir uns an Ausgrabungen in Jawa. Dabei gilt unser Interesse einerseits der besseren Erforschung von Fundstellen, die bereits länger bekannt sind - wie zum Beispiel der Fundstelle des Mojokerto-Kindes in der Nähe von Perning in Ost-Jawa. Aus der zeitlichen Abfolge der Faunen ergeben sich aber weitere Fragen, die sich an solchen Fundstellen nicht klären lassen. Einerseits sind die Hälfte der Faunen nicht gut bekannt. Für diese Faunen sind nur wenige Arten beschrieben. Sie geben offenbar nur einen Ausschnitt der Fauna wieder und erschweren damit eine zuverlässige ökologische Interpretation. Darüber hinaus liegen die Typus-Lokalitäten für diese Faunen fast alle im Osten Jawas. Der Osten Jawas besitzt aber bis heute eine relativ einheitliche Topografie. Diese regelmäßige Topografie macht Speziationsvorgänge relativ unwahrscheinlich. Im Westen Jawas - und in schwächerem Ausmaß auch in Zentral-Jawa - gibt es Hochländer, die höhere Speziationsraten erwarten lassen. Es ist uns gelungen, im Westen Jawas eine Fundstelle ausfindig zu machen, an der wir einerseits eine der weniger gut bekannten Faunen, die Cisaat-Fauna, besser charakterisieren können. Andererseits liegt diese Fundstelle am Rande des großen Hochplateaus in West-Jawa. Sie befindet sich also in einer der Regionen, die während des Pliopleistozäns als Reservoir für Artbildungsvorgänge gedient haben könnten. Seit 2004 führen wir hier Grabungen durch und erforschen so die frühesten Bewohner Jawas.

 

 

geändert am 13. Dezember 2011  E-Mail: Webmastervolmer@bio.uni-frankfurt.de

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Druckversion: 13. Dezember 2011, 11:26
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb15/institute/inst-1-oeko-evo-div/AK-Schrenk/Forschung/field-asia/index.html