Navigationshilfe

Hauptnavigation

Seiteninhalt

Grundlagenforschung

In der jetzigen Form besteht die Arbeitsgruppe "Humangenetik für Biologen" seit 1991 und seitdem wird dort auch biomedizinsche Grundlagenforschung betrieben.
Im Zentrum der Forschungstätigkeit der Gruppe steht die Frage, wie Zellen miteinander kommunizieren und welche Konsequenzen dies für die Entwicklung und den Erhalt physiologischer und pathologischer Lebensprozesse hat.
Untersuchte Proteine sind die Cadherine (transmembrane Zell-Zell-Adhäsionsproteine) und assoziierte Moleküle (u.a. Catenine oder Shrew-1, ein neues Transmembranprotein), die bei morphogenetischen Prozessen (z.B. Muskelentwicklung, Polarisierung von Zellen) und in der Tumorentwicklung bzw. Progression und Invasion/Metastasierung eine Rolle spielen. Als Paradigma für Invasion und Metastasierung wird die Endometriose herangezogen, die eine von der Arbeitsgruppe beforschte invasive und metastasierende Erkrankung von Frauen ist. In der Forschung der Arbeitsgruppe werden molekularbiologische, genetische und zellbiologische Methoden genutzt.

Zusammenarbeit

Seit 1994 bis heute besteht eine intensive Zusammenarbeit mit dem Gynäkologen und Endokrinologen Herrn Privatdozent Dr. Rudolf Baumann (bis Dezember 2000 Universitätsklinik Frankfurt/Main; jetzt Bürgerhospital Frankfurt) zur Erforschung der Aetiologie und Pathogenese der Endometriose.

Seit 2000 besteht eine Kooperation mit
Privatdozent Dr. Andreas Ebert
vom Universitätsklinikum Benjamin Franklin der FU Berlin, mit dem gemeinsam das virtuelle Institut DEKEN aufgebaut wird.

Endometrioseforschung

Im Rahmen der Endometrioseforschung hat die Arbeitsgruppe in 2001 vom Stifterverband der Deutschen Wissenschaft Gelder zum Aufbau eines virtuellen Instituts mit der Universitätsfrauenklinik der FU Berlin erhalten.
Durch Etablierung dieser Kooperation über die Endometriose unter dem Namen DEKEN soll ein Expertennetzwerk aufgebaut werden, das eine verbesserte Umsetzung der Grundlagenforschung in die klinische Froschung und schnellere Verwertung durch die Biotechnische Industrie bewirkt.

Virtueller Kampf gegen eine verbreitete Frauenkrankheit

Die Endometriose ist eine der häufigsten Frauenkrankheiten; 15 bis 20 Prozent aller Frauen im gebärfähigen Alter sind davon betroffen. Dabei treten gebärmutterschleimhaut-ähnliche Wucherungen außerhalb der Gebärmutter auf. Sie finden sich in den Organen des kleinen Beckens, Bauchfell, Lunge und Bauchspeicheldrüse.

Man geht davon aus, dass die Endometriose eine Erkrankung mit invasiven und metastasierenden Eigenschaften ist, die normalerweise nur bösartige Tumoren zeigen. Zudem trägt die Endometriose in erheblichem Maße zu Sterilitätsproblemen bei. Für die Betroffenen ist sie mit massiven physischen Schmerzen und psychischen Belastungen, nicht nur in Folge der Unfruchtbarkeit, verbunden. Trotz ihrer weiten Verbreitung und der resultierenden volkswirtschaftlichen Kosten, etwa mehrfachen Operationen und Krankenhausaufenthalten, langen medikamentösen Therapien oder Arbeitsausfällen, wird derzeit in Deutschland keine fokussierte klinisch-experimentelle Endometrioseforschung durchgeführt.

Gründung

Mit Gründung von DEKEN, dem Deutschen Endometriose Kompetenz- und Experten-Netzwerk, soll dieser unbefriedigenden Situation nachhaltig abgeholfen werden.
Die Initiatoren, Prof. Anna Starzinski-Powitz, Goethe-Universität Frankfurt, und Privatdozent Dr. Andreas Ebert, Freie Universität Berlin, haben DEKEN ausdrücklich als virtuelles Institut konzipiert. Die Grundlagenforschung wird unter der Leitung von Prof. Anna Starzinski-Powitz in Frankfurt in Kooperation mit Dr. Rolf Baumann vom Bürgerhospital Frankfurt betrieben; die klinische Endometriose-Abteilung an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Benjamin Franklin der Freien Universität Berlin steht unter der Leitung von Privatdozent Dr. Andreas Ebert.

Ziele

DEKEN - so das Ziel der Initiatoren - soll mittelfristig als 'Kristallisationszentrum' für Aktivitäten aller an der Erforschung und Behandlung der Endometriose interessierten und beteiligten Kliniken und wissenschaftlichen Institute in Deutschland und europäischen Rahmen wirken.

Ein weiteres wichtiges Ziel ist die Verbesserung der Grundlagen und Vorarbeiten zur erfolgreichen Einwerbung von Drittmitteln für die Endometrioseforschung. Einen ersten Erfolg kann DEKEN bereits verbuchen: Der Stifterverband der Deutschen Wissenschaft stellt dem DEKEN im Rahmen seines Programms 'Neue Universitätsinitiativen' über einen Zeitraum von zwei Jahren eine Millionen DM zur Verfügung. Sollten die definierten Ziele und 'Meilensteine' der ersten beiden Jahre erfüllt werden, sind weitere 500.000.- DM in Aussicht gestellt.

Vernetzung

Eine der wichtigsten Innovationen des virtuellen Instituts ist die Vernetzung von klinischer und Grundlagenforschung einerseits und mit der Biotech-Industrie andererseits, die bereits mit der AREVIA GmbH, Berlin, betrieben wird. Daraus ergeben sich vielfältige Kooperationsaktivitäten und Schnittmengen gemeinsamer Interessen: Etwa in der Identifizierung von Zellen und Proteinen in den Endometriose-Wucherungen als Potential für die Entwicklung neuer, nicht-operativer Methoden für Diagnose und Therapie. Oder in der Zusammenführung klinischer und molekularbiologischer Daten und deren Auswertung sowie in der Gewinnung, Archivierung und Bearbeitung biologischen Materials wie Gewebeproben und Zellkulturmodellen. Schließlich profitieren beide Seiten in der Erprobung und Etablierung diagnostischer Testsysteme im Routinelabor und der Planung und Durchführung vorklinischer und klinischer Studien voneinander.

All diese konzertierten Aktivitäten sollen zur beschleunigten Entwicklung und klinischen Einführung neuer Diagnose- und Therapiekonzepte für die Behandlung der Endometriose beitragen.



 

geändert am 30. Januar 2012  E-Mail: Webmasterm.fauth@bio.uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 30. Januar 2012, 11:25
http://www.uni-frankfurt.de/fb/fb15/institute/inst-2-zellb-neuro/AK-Sta-Po/forschung.html