Wie arbeitet der Ombudsmann? - Interview mit dem Ombudsmann
Es gibt noch kein formales Verfahren. Dieses wird erst noch aus der Praxis heraus entwickelt.
Die geplante Arbeitsweise des Ombudsmanns spiegeln sich in den Ausschnitten des folgenden Interview aus dem Uni-Report wieder.
Wie sind Sie zu dem Amt des Ombudsmanns gekommen?
Gefragt worden bin ich von dem studentischen Senatsmitglied David Profit, er hat mich auch zur Wahl vorgeschlagen. Die Initiative ging also erst mal von studentischer Seite aus. Später hat mir auch der Präsident seine Unterstützung zugesichert und am Mittwoch den 14. November bin ich durch den Senat einstimmig für zwei Jahre zum 'Ombudsmann' gewählt worden.
Welche Aufgaben werden künftig auf Sie als Ombudsmann zukommen?
Der Ombudsmann ist Anlaufstelle und Ansprechpartner für Studierende, die Probleme, Beschwerden oder Verbesserungsvorschläge haben. Natürlich kann diese Kritik auch anonym sein, wenn jemand unerkannt bleiben möchte, ist das vollkommen in Ordnung. Ganz wichtig ist meines Erachtens die Vertrauenswürdigkeit und die Neutralität des Ombudsmanns.
Welche Sorgen und Vorschläge können das konkret sein?
Das können zum Beispiel Probleme sein, die sich direkt auf das Studium beziehen, wie die ungerechte Behandlung bei Klausuren und Prüfungen. Auch wenn ein Professor ständig seine Sprechstunde ausfallen lässt, sind die Studierenden mit ihrer Beschwerde bei mir richtig. Es ist mir aber ein Anliegen, dass nicht nur Sorgen und Probleme Beachtung finden. Natürlich sollen die Studierende auch mit Anregungen und Vorschlägen zur Verbesserung der Studiensituation zu mir kommen.
Haben Sie bereits eine Idee, wie Sie den Studierenden bei der Lösung ihrer Probleme helfen wollen? Wie möchten Sie sich für die Realisierung konkreter Vorschläge einsetzen?
Natürlich kann ich die Ressourcen der Goethe-Universität nicht vermehren. Aber ich werde versuchen konkret bei der Umsetzung von Vorschlägen zu helfen, bei der Organisation und der Realisierung mitzuwirken. Durch meine zahlreichen Kontakte kann ich die Anregungen an die jeweils zuständigen Personen weiterleiten und entsprechende Verbindungen knüpfen. Bei Problemen zwischen Studierenden und Professoren denke ich, sollte man die Sichtweisen von beiden Seiten anhören und versuchen durch Vermittlung eine Einigung zu erzielen. Etwa wird es dem Professor in dem Beispiel der ständig ausfallenden Sprechstunden, über das wir vorhin sprachen, wahrscheinlich unangenehm, wenn ich ihn mehrmals ermahne. Natürlich wird es auch für mich nicht immer einfach sein, steht man doch als Vermittler immer zwischen zwei Parteien.
Dennoch haben Sie das Amt mit großer Freude und sehr engagiert angetreten. Was war Ihre Motivation?
Ich will, dass die Studenten und Studentinnen fair und korrekt behandelt werden. Ich möchte mich aktiv für die Interessen der Studierenden einsetzen und denke, dass ich ihnen auf Grund meiner langjährigen Erfahrung mit der Universität sowie durch meine Beziehungen bei Problemen weiterhelfen kann.
An deutschen Universitäten gab es das Amt des Ombudsmanns bisher nicht. Warum wurde diese Einrichtung jetzt an der Goethe-Universität eingeführt?
An nordeuropäischen und US-amerikanischen Universitäten ist das Amt des Ombudsmanns bereits seit längerer Zeit etabliert. An der Goethe-Universität ist die Einrichtung dieses Amtes im Rahmen des Hochschulentwicklungsplans und der Diskussion über die Verbesserung der Studienbedingungen erfolgt. Der Ombudsmann ist ein kleiner Baustein des großen Projekts Hochschulentwicklungsplan.
Mal ehrlich: Wenn Sie heute Studierender an der Goethe-Universität wären, mit welcher Kritik würden Sie sich an den Ombudsmann wenden?
Oh, das ist eine schwierige Frage. Wäre ich heute Student, würde ich mich über den geringen Kontakt zwischen Professoren und Studierenden beschweren. Das Mentorensystem sollte verbessert werden. Ab dem zweiten oder dem dritten Semester, wenn sich die Beziehung der Studierenden zum Studienfach intensiviert und sich konkrete Fragen entwickeln, sollten die Professoren den Studierenden aktiv zur Seite stehen. Aber vielleicht kann dieses Problem ja durch die Einrichtung der Funktion des Ombudsmanns etwas relativiert werden.
Was wünschen und versprechen Sie sich von der Einrichtung der Funktion eines Ombudsmanns?
Ich freue mich auf meine neue Aufgabe und bin sehr gespannt darauf, mit welchen Sorgen und Vorschlägen ich konfrontiert werde. Ebenfalls gespannt bin ich auf die Einsichten in die Studienabläufe, die mir durch dieses Amt ermöglicht werden und auf den Verlauf der Gespräche. Ich hoffe, dass ich den Studierenden sowohl bei der Umsetzung ihrer Anregungen als auch bei der Lösung ihrer Probleme behilflich sein kann und werde versuchen ihre Interessen als neutrale Instanz angemessen zu vertreten.
geändert am 27. April 2005 E-Mail: Webmasterdiekmann@ltg.uni-frankfurt.de
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