Navigationshilfe

Hauptnavigation

Seiteninhalt

Karl C.


"Ich leide an fortschreitendem Muskelschwund und habe als Folge eine starke Gehbehinderung (aG im Schwerbehindertenausweis), weshalb mir das Gehen und das Treppensteigen schwer fallen.

Im Anschluss an das Abitur habe ich das Studium des Lehramts für die Grundschule begonnen und befinde mich mittlerweile im siebten Semester. Da ich nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zur Universität fahren kann, nutzte ich den PKW meiner Mutter, der bereits umgerüstet wurde, als ich volljährig wurde.

Den Beitrag für das Semesterticket bekomme ich erstattet, wenn ich jedes Semester einen Antrag beim Studentenwerk einreiche. Die Kosten für die Fahrten zur Universität übersteigen die Kosten, die für ein Semesterticket anfallen würden. Deshalb habe ich beim Amt für Arbeit und Soziales einen Antrag auf Hochschulhilfe gestellt. Diese  Hochschulhilfe wurde genehmigt und besteht konkret darin, dass ein monatliches Kilometergeld gezahlt wird, in dem Benzin-, Versicherungs- und Reparaturkosten für den PKW enthalten sind. Alternativ hätte das Amt Taxifahrten zur Universität übernommen, was jedoch problematisch wäre, da ich häufig während eines Tages den Campus wechseln muss. Außerdem ist der Campus Westend derart weitläufig, dass ich auch dort von einem Gebäude zum anderen Gebäude mit dem PKW fahre.
Behindertenparkplätze werden von der Universität auf den unterschiedlichen Campi zur Verfügung gestellt. Um eine Zufahrtsberechtigung zu erhalten, habe ich mich an das Zentrum für Logistik auf dem Campus Bockenheim gewandt und dort einen Vertrag zur Nutzung der universitären Parkflächen unterschrieben.  Behindertenparkplätze sind an den ausgewiesenen Stellen ausreichend vorhanden, jedoch sind die Parkplätze am Campus Westend teilweise nicht an den Eingängen, an denen ich sie benötigt hätte. Wenn ich den PKW auf dem Campus Westend auf Flächen parkte, die nicht als Parkplatz ausgewiesen waren, erhielt ich eine Nachricht, dass der PKW im Wiederholungsfalle abgeschleppt werde. Die Wege zwischen den Parkplätzen und den Räumen waren für mich aber teilweise zu weit, wenn ich innerhalb der 30 Minuten Pause zwischen zwei Veranstaltungen den Campus wechseln musste. In diesen Situationen parkte ich dort, wo die Wege für mich am kürzesten waren und legte einen Zettel hinter die Windschutzscheibe, auf den ich schrieb, weshalb ich dort parkte und notierte meine Handynummer, damit ich erreichbar war und, wenn nötig, wegfahren konnte. Diese Ausnahmen gibt es jedoch offiziell nicht.

Um die Behindertentoiletten im Bockenheim sowie bestimmte Aufzüge und vor allem die Behinderteneingänge im IG-Gebäude (Westend) nutzen zu können, habe ich mir von Frau Dorothee Müller verschiedene Schlüssel aushändigen lassen.

Meine Erkrankung bewirkt auch einen Muskelschwund in den Armen, weshalb ich in den letzten Klausuren feststellen musste, dass ich nicht mehr so schnell schreiben kann, wie meine Kommilitonen und die Aufgabenstellung in der vorgegebenen Zeit nicht vollständig bearbeiten konnte. Aus diesem Grund habe ich mir von meinem Arzt eine Bescheinigung ausstellen lassen, dass meine Muskelfunktionen in den Armen und Schultern um 25 Prozent vermindert sind und einen Antrag auf Nachteilsausgleich beim Prüfungsamt gestellt. Die ärztliche Bescheinigung legte ich dem Antrag bei. Bereits wenige Wochen später erhielt ich einen Brief vom Prüfungsamt, dass der Nachteilsausgleich gewährt wird und ich bei weiteren Klausuren eine um 25 Prozent verlängerte Bearbeitungszeit bekomme. Dieser Nachteilsausgleich muss nun frühzeitig vor jeder Klausur dem entsprechenden Dozenten vorgelegt werden, damit er die längere Bearbeitungszeit berücksichtigt und ich entsprechend länger beaufsichtigt werde.
Diesen Nachteilsausgleich hätte ich schon früher stellen können und vielleicht auch früher stellen sollen.

Mit der Hochschulhilfe bin ich sehr zufrieden und sie wird problemlos gezahlt, wenn ich die entsprechenden Studienbescheinigungen und Modulzettel jedes Semester als Nachweis an das Amt für Arbeit und Soziales sende."

 

geändert am 19. Januar 2012  E-Mail: Webmasterssc-relaunch@uni-frankfurt.de

|

| Zur Navigationshilfe
empty

Seitenabschlussleiste


Druckversion: 19. Januar 2012, 11:05
http://www.uni-frankfurt.de/org/ltg/praes/pr_k/service/ssc/studmitbehinderung/erfahrungsberichte/Karl_C/index.html