GRADE Initiative "Trans-sequentiell Denken und Forschen"

Vorhaben & Arbeitsweise

Die GRADE Initiative möchte einen Gesprächsraum für Nachwuchswissenschaftler*innen schaffen, um die Anwendungsbeispiele, Spielarten, Möglichkeiten und Herausforderungen der Trans-Sequentiellen Analyse (TSA) zusammenzubringen, zu diskutieren und gemeinsam weiterzuentwickeln.

Die Trans-Sequentielle Analyse (TSA) hat sich in einer Reihe empirischer Studien als Ansatz zur interpretativen Analyse von Arbeitsprozessen in unterschiedlichen Settings entwickelt (Scheffer 1998, 2007, 2008, 2010, 2015). Mittels der TSA kann die verfahrensmäßige Ko-Produktion (diskursiver) Objekte rekonstruiert werden. So wird bspw. herausgearbeitet, wie einheitliche politische Positionen (Scheffer 2014b, 2014a; Laube 2020), militärische Operationen (Kolanoski 2017, 2018, 2019a, 2019b), immobil-rechtliche Verträge (Terjung 2019), digitale Filmeffekte (Trischler 2019, 2020) oder asyl-rechtliche Abschiebungen (Küffner 2019) in ihren jeweiligen Arbeitskontexten entstehen. Die TSA vereint methodologische Prämissen aus Ethnographie, Ethnomethodologie und Diskursforschung zu einem flexiblen, sich an das jeweilige Feld und seine Gegenstände anpassenden Forschungsprogramm.

Die Initiative vernetzt Nachwuchswissenschaftler*innen und schafft einen Raum für gemeinsames Denken und Forschen. Neben der Schaffung eines verbindlichen Arbeitszusammenhangs zum Austausch über das Forschen mit der TSA hinaus möchte die Initiative die Sichtbarkeit und die Relevanz TSA-inspirierter Forschung stärken. Wir haben bereits mit der Arbeit an der Herausgabe von Sammelpublikationen begonnen, mit denen die TSA als innovativer und vielschichtiger Ansatz praxeologischer Forschung vorgestellt wird.


Kontakt

Bei Interesse an einer Mitgliedschaft der Initiative, an der Teilnahme an einer Veranstaltung oder wenn Sie Ihr Projekt im Rahmen der Initiative vorstellen und diskutieren möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit Martina Kolanoski auf.


Mitglieder der GRADE Initiative

Dr. Kolanoski, Martina – FB 03, Institut für Soziologie
Titel der Dissertation (abgeschlossen): The juridification of warfare and limits of accountability. An ethnomethodological investigation into the production and assessment of legal targeting

Dr. Küffner, Carla – Professorin, FH Kärnten
Titel der Dissertation (abgeschlossen): Un/Doing Deportation - die Arbeit an der Ausreisepflicht.

Dr. Laube, Stefan – Postdoktorand an der Universität Linz

Dr. Liefke, Mirco – Freie Universität Berlin
Titel der Dissertation (abgeschlossen): Mitten drin und nicht dabei – Die Herstellung der ZDF-heute-Nachrichten. Eine Ethnographie der Fernsehredaktion als Apparat journalistischer Versicherung.

Dr. Löffler, Marlen – Evangelische Hochschule Ludwigsburg
Titel der Dissertation (abgeschlossen): Mit „Strichern“ niederschwellig arbeiten. Eine problemsoziologisch informierte Study of Work

Mahler, Matthew (PhD) – Senior Fellow, Urban Ethnography Project, Yale University

Sattlegger, Lucas – Doktorand am Institut für sozial-ökologische Forschung

Sauerwein, Anna – Universität Halle
Aktueller Arbeitstitel des Dissertationsprojekts: Die Wohnungslosenbewegung in San Francisco:  Transformatives Organizing und Partizipation – Eine trans-sequenzielle Analyse

Dr. Schank, Jan – Centre for Security and Society, Uni Freiburg
Titel der Dissertation (abgeschlossen): W/wissen in der Alterskennzeichnung von Computerspielen

Dr. Schmidt, Michaela – Kompass Werra-Meißner; Promotion, ETH Zürich
Titel der Dissertation (abgeschlossen): Im Inneren der Bauverwaltung. Eigenlogik und Wirkmacht administrativer Praktiken bei Bauprojekten.

Seitz, Tim – TU Berlin
Aktueller Arbeitstitel des Dissertationsprojekts: Regieren durch Verhaltensexperimente. Eine Ethnographie behavioraler gouvernementaler Praxen

Terjung, Clara – Universität Mainz
Aktueller Arbeitstitel des Dissertationsprojekts: Pandemische Humandifferenzierung

Dr. Trischler, Ronja – FB 03, Institut für Soziologie
Titel der Dissertation (abgeschlossen): Visual Effects. Digitale Gestaltung organisieren.