Weltlyrik übersetzen. Theorie und Praxis

Das Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft veranstaltet im Sommersemester 2022 und Wintersemester 2022/23 die Dialogreihe „Weltlyrik übersetzen. Theorie und Praxis“. Die Veranstaltungsreihe wird vom Deutschen Übersetzerfonds großzügig gefördert.

In insgesamt acht Dialogen kommen Übersetzer*innen und Wissenschaftler*innen vor und mit öffentlichem Publikum über die Herausforderungen des Übersetzens von Lyrik, der dichtesten und oft eigenwilligsten Form des Schreibens, ins Gespräch.

Den Auftakt zu dieser Reihe, die im Wintersemester 2022/23 fortgesetzt wird, bildet am Mittwoch, dem 25. Mai um 18h im Raum IG 411 (Erdgeschoss) der Dialog zwischen der Autorin und Übersetzerin Lea Schneider und der derzeitigen Gastdozentin für Übersetzung und Sinologin Eva Schestag zu unterschiedlichen Aspekten der Übersetzung von klassischen und modernen chinesischen Gedichten. Das Gespräch wird von Hans Jürgen Balmes, Editor-at-Large bei S. Fischer, moderiert. »zu nichts nutz« sperrt Poesie sich regelmäßig dagegen, in den Dienst der Herrschenden gestellt zu werden, nicht zuletzt in den Dienst der herrschenden Auffassung von Sprache.

Weitere Veranstaltungen folgen im Wintersemester. Genauere Informationen finden Sie in Bälde auf dieser Seite.

Zum Gesamtkonzept der Veranstaltung

Die Beschäftigung mit Lyrik ist immer schon eine Beschäftigung mit Sprache in Übersetzung. An Lyrik wird die Sprachlichkeit von Literatur und Welt und des darin implizierten Wissens besonders deutlich. Die Sprachlichkeit reicht hier an musikalische Prinzipien wie Klang und Rhythmus heran. Dadurch übersteigt Lyrik die üblichen Grenzziehungen zwischen den Einzelsprachen, sie setzt immer schon in andere Sprachen über. Das Feld der Lyrik erweist sich besonders fruchtbar, um Übersetzungsprozesse zu reflektieren und offenzulegen und damit einen im wissenschaftlichen Diskurs lange unterbelichteten Umgang mit Sprache – den Akt der Übersetzung selbst – von innen her zu beleuchten.

Die Veranstaltungsreihe beschränkt sich nicht nur auf den europäischen Kanon, sondern bezieht ausdrücklich auch Literaturen und Sprachen ein, die nicht zum üblichen Referenzbereich der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft gehören. Es werden u.a. Expert*innen für die Übersetzung aus der chinesischen, russischen, hebräischen, japanischen Literatur zu Wort kommen.