Aktuelles Hochschulsport

 

Sep 20 2022
11:32

Wie ist der Hochschulsport in Deutschland entstanden?

Tag des Hochschulsports 2022

Die Geschichte des Hochschulsports

Heute, am 20. September ist der Tag des Hochschulsports. Ein Grund für uns vom Zentrum für Hochschulsport, einmal über die Geschichte des Hochschulsports nachzudenken. Basierend auf der ausführlichen Ausführung von Günther Eglin folgt nun eine Reise durch die Entstehungsgeschichte des hessischen Hochschulsports. Ausführlicher nachzulesen in: Eglin, Günther, "Hochschulsport in Hessen" (1992).

Ab 1890 entstanden die ersten Zusammenschlüsse im akademischen Turnbund. Ab 1910 mischte sich der Turnsport mit dem anderen, unter „Leibesübungen“ bekannten Sport. Ein erster Zusammenschluss zweier akademischer Sportgruppen.

1912 fanden dann auch die ersten turnerischen und sportlichen Wettkämpfe statt, mit einem Leichtathletikwettkampf zwischen den Universitäten Gießen, Heidelberg und Darmstadt. Außerdem fand ein Ruderwettkampf in Heidelberg statt und es wurde ein Fußballspiel TH Darmstadt gegen Uni Gießen ausgetragen.

Die Relevanz des Sports an Universitäten wurde ab 1918 immer wichtiger. Die Universität Göttingen hielt 1920 beispielsweise fest, dass „sportliche Übungen die Pflicht eines jeden deutschen Studenten“ seien. Entwicklungen wie diese läuteten den Beginn eines erfolgreichen Hochschulsports mit zunehmender Professionalisierung ein. Hauptamtliche Stellen für die Koordination des Sportprogramms und der Wettkämpfe wurden geschaffen und zwischen 1922 und 1930 wurden die hochschuleigenen Sportstätten gebaut. Ein Highlight in 1930: die Studentenolympiade in Darmstadt, die in Summe zum vierten Mal ausgetragen wurde.

Im dritten Reich änderte sich der bisher vielfältige und vor allem freiwillige Hochschulsport drastisch. Wehrsportveranstaltungen standen auf dem Programm, ab 1934 war die Sportgrundausbildung für drei Semester verpflichtend. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde der freiwillige Hochschulsport wieder ins Leben gerufen, der Aufschwung kehrte zurück.

Geteilt in die Besatzungszonen, fanden die Wettkämpfe zwischen den verschiedenen Hochschulen in eben diesen Zonen statt. Die deutschen Hochschulmeisterschaften 1947 im Schwimmen in Marburg waren demnach also nur die ersten Schwimmmeisterschaften in der US-Zone, nicht in ganz Deutschland.

Doch durch die Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Deutscher Hochschulsportreferenten“ 1948, wurden zwölf Sportarten zonenübergreifend zusammengeführt. Die Arbeitsgemeinschaft wurde 1950 umbenannt in „Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband“ und ist allseits bekannt als „adh“.

Der Bildungsboom in den 60er Jahren beförderte den Hochschulsport, da die Universitäten ausgebaut wurden. Anfänglich noch durch den sogenannten Sportbeitrag finanziert, übernahm schon bald das Land Hessen die Kosten für die sportliche Betätigung der Studierenden. Doch nicht alle Studierenden profitierten vom Angebot. Immatrikulierte an Fachhochschulen hatten das Nachsehen und die Fachhochschulen kämpften noch bis 1986 für einen angemessenes und vom Land finanziertes Sportangebot auch an hessischen Fachhochschulen.

Heute ist der Hochschulsport eine etablierte und gerne besuchte Adresse für die sportliche Betätigung. Das Angebot ist in der Regel gezielt an Studierende gerichtet und so sind die Kurse und Sportstätten des Hochschulsports nicht nur eine tolle Möglichkeit um Sport zu machen, sondern auch um neue Menschen kennenzulernen, die womöglich nicht den gleichen Studiengang belegen. Außerdem bietet der Hochschulsport kleineren, noch unbekannten Sportarten zu wachsen und Sportler*innen für sich zu begeistern.

Wir sagen: herzlichen Glückwunsch zum Tag des Hochschulsports und hoffen, vielleicht auch Dich in den kommenden Wochen bei einem unserer Kurse begrüßen zu dürfen.