Aktuelles Hochschulsport

 

Nov 3 2022
11:09

DHM Judo

Grandiose Stimmung bei der DHM in Potsdam

Bei goldenem Herbstwetter fanden in der Landeshauptstadt Potsdam am 29. und 30. Oktober die Deutschen Hochschulmeisterschaften Judo statt.
Das Wochenende startete am Samstag mit den Einzelkämpfen. Mehr als 400 Judoka gingen auf fünf Matten an den Start. Mit dabei waren Emil Suhrab, Hannah Lenz, Lars Binsfeld und Samuele Grosso, allesamt aktive (oder kürzlich mit dem Studium fertig gewordene) Studierende der Goethe Uni. 
Emil Suhrab startete nach einigen Jahren ohne Wettkampfpraxis in der Gewichtsklasse -81kg. Seinen Erstrundenkampf gewann er kampflos, da sein Gegner aufgrund einer Erkrankung freiwillig aufgab. In der zweiten Runde verlor Emil Suhrab dann gegen den späteren 7. Platz Shavkatjon Sharipov (Universität des Saarlandes) und schied somit vorzeitig aus.
Ebenfalls nach langjähriger Wettkampfpause konnte Hannah Lenz -57kg nur in einem Kampf Erfahrung sammeln.
Lars Binsfeld machte in seinem Auftaktkampf in der sehr stark besetzten Gewichtsklasse -73kg mit seinem ersten Gegner kurzen Prozess und siegte innerhalb von 20 Sekunden. In seiner zweiten Runde ging er auch schnell mit Waza-ari in Führung. Leider konnte er diese jedoch nicht über die Zeit bringen und verlor nach etwa drei Minuten noch mit Ippon. Da die Gewichtsklasse mit 65 Teilnehmern sehr stark besetzt war und sein Gegner nicht ins Halbfinale kam, gab es leider keinen weiteren Kampf in der Trostrunde. 
Der Psychologiestudent Samuele Grosso begegnete in seinem ersten Kampf -66kg Johann Voigt, der am Abend noch das Finale gewann: Dieser konnte mit einem tiefen „seoi-nage“ den Kampf frühzeitig beenden. Somit musste Samuele Grosso in der Trostrunde gegen den Aachener Sergio Fernández kämpfen. Hier standen die Chancen zwar besser, dennoch gelang dem Aachener nach einem explosiven Angriff der Sieg. Trotz des bescheidenen Ergebnisses konnte der Frankfurter Student aus diesen Kampferfahrungen die richtige Einstellung für die Mannschaftskämpfe am folgenden Tag gewinnen.

Wer nach dem langen Kampftag noch Kräfte übrig hatte, konnte am späten Abend anstelle der Judomatte noch die Tanzfläche der Halloweenparty im Lindenpark unsicher machen.

Am nächsten Tag ging es mit dem Mannschaftswettbewerb weiter. Der Titel „Deutscher Hochschulmeister Judo 2022 (Mixed-Mannschaft)“ wurde ausgekämpft. Die Frankfurter Mannschaft hatte sich erst wenige Tage zuvor gebildet. Das Teamgefühl und die Anfeuerungsrufe schmälerte dies jedoch nicht. 
Die angereisten drei Kämpfer und zwei Kämpferinnen mussten die Gewichtsklasse -70kg bei den Frauen unbesetzt lassen – und so direkt kampflos den ersten Punkt an die WG Hannover III abgeben (0:1). Im zweiten Kampf (-90kg) musste sich Emil Suhrab seinem Gegner geschlagen geben (0:2). Besonders stark zeigte sich daraufhin jedoch Samuele Grosso. Im Einzelwettbewerb noch in der leichten Gewichtsklasse -66kg gestartet, vertrat er am Sonntag im Team die Gewichtsklasse +90kg und siegte souverän (1:2). Slata Zlatin (+70kg) schaffte den Ausgleich zum 2:2. Hannah Lenz (-57kg) unterlag ihrer Gegnerin (2:3), doch Lars Binsfeld (-73kg) brachte mit seinem Sieg das 3:3. Da nur eine Mannschaft in die nächste Runde kommen konnte, wurde bei Gleichstand eine Gewichtsklasse ausgelost, in der der entscheidende Punkt ausgekämpft wurde. Der Zufall entschied und es kam zu einem erneuten Kampf in der Gewichtsklasse -90kg, welche wie bei Entscheidungskämpfen üblich direkt im Golden Score ausgetragen wurde, sodass jede Wertung den vorzeitigen Sieg bedeutete. Dieses Mal kam Emil Suhrab deutlich besser in den Kampf und konnte einige Wurfansätze verzeichnen. Letztlich erwies sich sein Gegner jedoch leider erneut als zu stark und die Begegnung ging mit 3:4 verloren.
In der Trostrunde stand die Uni Frankfurt (Main) der WG Münster II gegenüber. Die starken Gegner bis und plus 90 kg brachten die Frankfurter in den 0:3 Rückstand. Doch Slata Zlatin begann mit ihrem souveränen Sieg die Aufholjagd. Hannah Lenz und Lars Binsfeld erkämpften daraufhin stark den 3:3 Ausgleich. Leider war das Losglück den Frankfurter Starterinnen und Startern auch dieses Mal nicht gewogen. So fiel der Entscheidungskampf ausgerechnet auf die von Frankfurt nicht besetzte Gewichtsklasse -70kg, womit der Sieg kampflos an die WG Münster II ging, welche später den dritten Platz erkämpfte.
Trotz des ausbleibenden großen Erfolges war die Stimmung auf und neben der Matte grandios. Neue Bekanntschaften wurden geknüpft und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern wurde schnell klar, dass die erste Teilnahme an der DHM bestimmt nicht die letzte bleiben wird.