Trauer um Harald zur Hausen

Die Paul-Ehrlich-Stiftung trauert um ihren ehemaligen Stiftungsratsvorsitzenden Prof. Dr. med. Harald zur Hausen, der im Alter von 87 Jahren verstorben ist. Unbeirrt von der konträren herrschenden Meinung, erbrachte der herausragende Wissenschaftler Harald zur Hausen den Beweis, dass Gebärmutterhalskrebs von humanen Papillomviren (HPV) ausgelöst werden kann. Bereits 1994 wurde er dafür mit dem Paul Ehrlich-und-Ludwig Darmstaedter-Preis ausgezeichnet.

Unter der 20-jährigen Ägide Harald zur Hausens entwickelte sich das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg zwischen 1983 und 2003 zu einer der international führenden Institutionen der Krebsforschung. Mit hartnäckiger Geduld setzte sich zur Hausen für die Translation seiner wissenschaftlichen Erkenntnisse in die medizinische Praxis ein – mit großem Erfolg: 2006 wurde erstmals ein HPV-Impfstoff zur Prävention von Gebärmutterhalskrebs zugelassen. Zwei Jahre später wurde zur Hausens Karriere durch die Verleihung eines Medizinnobelpreises gekrönt. Die Impfstoffe, die seiner Forschung zu verdanken sind, sind seither Millionen von Menschen zugutegekommen.