Ehrenpromotionen des Fachbereichs

 am 18. Juni 2009 verliehen an

Richard B. Hays, George Washington Ivey Professor of New Testament, Divinity School, Duke University

Würdigung seiner Forschungen zur neutestamentlichen Ethik, theologia crucis und biblischen Intertextualität

  • bereits seine Dissertation wurde zu einem bahnbrechenden Werk der Paulusforschung. Hays verabschiedete darin den dogmatisch bestimmten Interpretationsrahmen der Rechtfertigungslehre zugunsten einer Analyse des narrativ angelegten Sprach- und Denkrahmens der Paulusbriefe.
  • diesen narratologischen Ansatz baute er mit Hilfe der literaturwissenschaftlichen Intertextualitätsforschung aus und begründete damit diesen neuen Forschungszweig in der neutestamentlichen Wissenschaft. Von herausragender Relevanz sind auch Hays´ Studien zur Ethik der Kreuzestheologie, die ihn in besonderer Weise nicht nur als Neutestamentler, sondern als interdisziplinär arbeitenden Hermeneutiker und praxisorientierten protestantischen Theologen auf höchstem Niveau präsentieren.

  • die herausragenden Arbeiten von Hays zur Narratologie, Intertextualität und Ethik neutestamentlicher Texte stehen ganz im Zeichen einer transdisziplinären und kulturwissenschaftlichen Diskursfähigkeit theologischer Forschung

am 13. Juli 2006 verliehen an

Pfarrerin i.R. Gerlind Schwöbel

Würdigung ihres Werkes im Schnittpunkt von Frauengeschichte, jüdischer Geschichte und Frankfurter Regionalgeschichte (Auszug aus der Promotionsurkunde:)

  • für ihre Forschungsarbeit, die dem verdienstvollen Ziel gewidmet ist, Menschen und Traditionen, die vom Nationalsozialismus bekämpft, unterdrückt oder vernichtet wurden, dem Vergessen zu entreißen,
  • auf diese Weise unser gesellschaftliches, kulturelles und religiöses Gedächtnis vor folgenschweren Lücken zu bewahren und die öffentliche Auseinandersetzung vor allem über Frauen im Widerstand zu fördern.

am 17.7.2003 verliehen an

Dir. Dr. h.c. Niels Jørgen Cappelørn

  • Tätigkeit als Direktor der dänischen Bibelgesellschaft und als Herausgeber der neuen dänischen Bibelübersetzung sowie Mitherausgeber der neuen Sören Kierkegaard Edition.

  • Mitherausgeber der neuen Deutschen Søren Kierkegaard Edition, die an der Universität Frankfurt am Fachbereich Evangelische Theologie mit Unterstützung der Deutschen Forschungsgemeinschaft erstellt wird.

  • Kontinuierliche, interdisziplinäre Arbeit zum dänischen Theologen, Philosophen und Schriftsteller Sören Kierkegaard.

  • Langjähriger Leiter des Sören Kierkegaard Forschungszentrums an der Universität Kopenhagen.


am 15.6.2000 verliehen an

Prof. Dr. Peter Steinacker, Kirchenpräsident der Ev. Kirche in Hessen und Nassau

Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen in der Systematischen Theologie (Auszug aus der Promotionsurkunde)

  • beispielhafte, mit Konsequenz ausgeübte und in seiner Person mit Überzeugungskraft dargestellte Integration von wissenschaftlicher Theologie und kirchenleitender Verantwortung,

  • souveräne Verbindung von dogmatischen Argumentationen mit religionsphilosophischem Kenntnisreichtum und ethischer Sensibilität,

  • theologische Arbeit, die die gegenseitige Orientierungsfähigkeit von theologischer Forschung und protestantischem Profil unter Beweis stellt: in Fragen der Mystik, des theologischen Expressionismus, der reformatorischen Ekklesiologie und der lutherischen Tradition,

  • herausragendes Engagement für die akademische Theologie in Forschung und Lehre und für den gesellschaftlichen, ethisch-religiösen Dialog des neuen Jahrhunderts.


am 31.5.1995 verliehen an

Prof. Dr. John Martin Hull, Universität Birmingham, England

Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen in Theologie und Religionspädagogik (Auszug aus der Promotionsurkunde)

  • Beiträge zur Fortentwicklung der wissenschaftlichen Theologie im modernen urbanen Kontext und in globaler Perspektive,

  • eine profilierte theologisch, politisch und pädagogisch reflektierte Konzeption religiöser Erziehung in einer multikulturellen Gesellschaft und im Dialog mit anderen Religionen,

  • jahrzehntelange kreative und stimulierende Beiträge zum internationalen Dialog im Bereich religionspädagogischer Forschung, u.a. durch Initiierung und maßgebliche Leitung der ISREV - International Seminar on Religious Education and Values (Generalsekretär),

  • weltweit beachtete Beiträge zur existentiellen theologischen Auseinandersetzung mit der Lebenskrise angesichts fortschreitender eigener Erblindung.