Territoriale Kirchengeschichte

Inhalt

1) Territoriale Kirchengeschichte - Allgemeines
2) Geschichte des Widerstandes im Dritten Reich

  • Regionalfenster „Evangelischer Widerstand“
  • Universitätsgeschichtliche Auswertung der 9 bändigen Kirchenkampfdokumentation

3) Theologie an einer säkularen Universität: Zur Geschichte der theologischen Fakultät an der Goethe-Universität Frankfurt am Main


Territoriale Kirchengeschichte - Allgemeines

Mit dem Abschluss der bisher einzigen und recht umfangreichen Geschichte der Kirchen auf dem Gebiet der heutigen EKHN hat Hermann Steitz 1977 ein unverzichtbares Hilfsmittel für Lehre und Unterricht geschaffen. Ohne dessen Verdienst schmälern zu wollen, muss freilich konstatiert werden, dass gewichtige historiographische Entwicklungen in der Methode, Systematisierung und Aufnahme neuerer Anregungen aus dem Bereich historisch arbeitender Wissenschaften eine Weiterführung dringlich erscheinen lassen. Mit Unterstützung von Prof. Dr. Dr. hc. Karl Dienst wurden erste wichtige Sondierungen vorgenommen, die allerdings einen Neuansatz einer Zusammenschau, insbesondere in der Zusammenwirkung von theologischer und territorialer Geschichtsschreibung notwendig machen. Die Forschungsarbeiten finden in enger Abstimmung mit dem Zentralarchiv der EKHN in Darmstadt, LKAD Holger Bogs, dem Hessischen Haupt- und Staatsarchiv in Darmstadt und Wiesbaden sowie den Arbeitststellen territorialen Kirchengeschichte und weiteren Verbänden statt.
Durch einige Veranstaltungen in der Lehre ist das große Interesse von Studierenden, aber auch Alumni der Fakultät und interessierter Menschen im Beruf, geweckt worden und erste Sichtungen der Fülle an Quellenmaterial erfolgt. In mehreren Teilschritten soll das Projekt durchgeführt werden.

  • Allgemeine Übersicht zur Kirchengeschichte der EKHN und ihrer Vorgängerkirchen in Form einer Übersichtsmonographie.
  • Religiöse Topographie der EKHN (Atlas, digitales Kartenwerk) und Rekonstruktion von religiösen Migrationsphänomenen

Ansprechpartner für beide Projekte:


Herausgabe des Jahrbuches der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung (JHKV

Die Hessische Kirchengeschichtliche Vereinigung (HKV) hat es sich seit 1949/50 zum Ziel gesetzt, die Kirchengeschichte auf dem Gebiet der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau und der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck zu erforschen, darzustellen und zu pflegen. Damit steht sie in der Tradition der 1901 in Friedberg gegründeten „Vereinigung für hessische Kirchengeschichte”, ist jedoch durch ihre Erweiterung auf den kurhessischen und waldeckischen Bereich eine der wenigen Institutionen, die kirchenübergreifend beide Landeskirchen im Blick hat und somit auch miteinander verbindet. Zu den Schwerpunkten der gemeinsamen Arbeit gehören u.a.  die Herausgabe der regelmäßigen wissenschaftlichen Publikation „Jahrbuch der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung” (JHKV) und die Herausgabe von wichtigen Monographien und Sammelbänden in der Reihe „Quellen und Studien zur Hessischen Kirchengeschichte“ (QSHK). Die HKV hat den Anspruch, mit dem Jahrbuch und ihren Tagungen der territorial(kirchen)historischen Fachwelt die Möglichkeit zu bieten, ihre Forschungsergebnisse auf wissenschaftlichem Niveau vorzustellen und zugleich auch in eine breitere kirchlich und historisch interessierte Öffentlichkeit zu wirken.

 

Zum Sommer 2015 hat Markus Wriedt die Redaktion und Herausgabe des JHKV übernommen. Eine Doppelausgabe 2014/15 erscheint im Herbst 2015 und ist dem langjährigen Mentor der territorialgeschichtlichen Arbeit in Hessen, Prof. Dr. Karl Dienst, gewidmet.

 

Seit 2014 liegt die Redaktion der Quellen und Studien zur Hessischen Kirchengeschichte in den Händen von Prof. Dr. Wolf Friedrich Schäufele, Marburg und Markus Wriedt. Zuletzt erschienen:

 

Martin Arnold: Kirche in der Region Werra-Meißner. Strukturen von den Anfängen bis zum Jahr 2014.

 

 

Grunwald, Klaus-Dieter/Ulrich Oelschläger (Hrsg.): Evangelische Landeskirche Nassau-Hessen und Nationalsozialismus. Auswertungen der Kirchenkampfdokumentation der EKHN.

Weitere Bände der Reihe finden Sie hier.

 


Geschichte des Widerstandes im Dritten Reich

Regionalfenster "Evangelischer Widerstand"

Im Auftrag der EKD hat der Arbeitskreis für kirchliche Zeitgeschichte unter Leitung von Prof. Dr. Harry Oelke und PD. Dr. Claudia Lepp eine internetgestützte Ausstellung zu Formen, Strukturen, Personen und Ereignissen des christlichen Widerstandes gegen das Gewaltregime der Nationalsozialisten erstellt. Unter evangelischer-widerstand.de findet sich ein content management system, der sukzessive weitere Beiträge hinzugefügt werden sollen. Im Rahmen des Forschungschwerpunktes der Professur Kirchengeschichte wurde aus Mitteln der EKHN eine Arbeitsgruppe zusammengerufen, die Beiträge zu den kirchlichen Gebieten der heutigen EKHN sammeln und für die online-Publikation aufbereiten sollen.

Ansprechpartner:


Universitätsgeschichtliche Auswertung der 9-bändigen Kirchenkampfdokumentation

Bereits in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts wurde von OKR Dr. Karl Herbert eine Dokumentation des kirchlichen Widerstandes gegen die NS-Diktatur angeregt. Die Arbeit an den Quellen zog sich lang hin, konnte aber 2007 mit der Vorlage des insgesamt neunten Bandes der sog. Kirchenkampfdokumentation abgeschlossen werden. In der Folge erhielten Landeskirchenarchivdirektor (LKAD) Holger Bogs und Oberkirchenrat (OKR) Dr. Wolfgang Grunwald den Auftrag, eine Wissenschaftliche Aufbereitung des vorgelegten Quellenmaterials in Angriff zu nehmen. Eine Arbeitsgruppe nahm diese Arbeit auf und wird sowohl eine territoriale, mehr oder minder nach den Propsteien der EKHN gegliederte Regionalgeschichte und einen Band mit systematischen Studien zu verschiedenen Themen des Engagements im Widerstand vorlegen. Aufgrund einer umfangreichen Quellenstudie für den Bereich der Frankfurter Kirchen wurde der Beitrag von Jürgen Telschow ausgegliedert und als selbständiger, monographischer Band veröffentlicht.

  • Jürgen Telschow: Ringen um den rechten Weg. Die evangelische Kirche in Frankfurt am Main zwischen 1933 und 1945, Darmstadt 2013.

Ansprechpartner:


Theologie an einer säkularen Universität: Zur Geschichte der theologischen Fakultät an der Goethe-Universität Frankfurt am Main

Obwohl sowohl zu ihrer Gründung 1914 wie auch bei der Wiederaufnahme des Lehrbetriebes 1945 wurde die Frage einer theologischen Ausbildung an der Goethe-Universität Frankfurt intensiv diskutiert. Freilich kam es erst 1974 zur Einrichtung eines konfessionsübergreifenden theologischen Instituts, das wesentlich später in zwei selbständige Fachbereiche aufgespalten wurde. Im Publikationsprojekt soll zunächst der Widerstreit der Argumente rekonstruiert werden, um so dann in einem weiteren Schritt die Geschichte der evangelischen Theologie in Frankfurt zu skizzieren. Ein dritter Abschnitt fragt nach der Zukunft konfessioneller theologischer Ausbildung an einer säkularen Bürgeruniversität.

Die Veröffentlichung der Ergebnisse ist zum 100. Gründungsjubiläum 2014 der Goethe-Universität geplant.

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