Ältere deutsche Literatur

 

Die Abteilung Ältere deutsche Literatur (ÄdL) erschließt in Lehre und Forschung mittelalterliche und frühneuzeitliche volkssprachliche Texte.

Bei uns haben Sie die Möglichkeit, kulturgeschichtliche Fragen im Umgang mit der mittelhochdeutschen Literatur, den Handschriften und Drucken zu erörtern. Dabei werden Sie verstehen lernen, dass und wie die alten Texte als literarisch-ästhetischer Ausdruck eines vormodernen Selbstverständnisses funktionieren. Wir arbeiten mit künstlerischen Artefakten, die vom Pergament- bzw. Papiercodex, vom gedruckten Buch über Teppiche, Wandmalereien bis zu textintegrierenden Gegenständen des täglichen Gebrauchs wie Minnekästchen, Kämme und Reliquiare reichen. Wir stehen in Kontakt mit Bibliotheken, Museen sowie in- und ausländischen Instituten, sodass Sie eine Fülle an text- und mediengeschichtlichen Kompetenzen erwerben können, die Sie auf eine Tätigkeit in den Bereichen Bildung, Wissenschaft, Öffentlichkeitsarbeit, Journalismus und Kultur (Bibliothek, Museum, Theater, Tourismus, Verlag) vorbereiten.

Die ÄdL ist als einer der Schwerpunkte sowohl am Lehramtsstudium im Fach Deutsch beteiligt als auch am fachwissenschaftlichen Bachelorstudiengang Germanistik und am Masterstudiengang Deutsche Literatur. Unsere Abteilung vermittelt in erster Linie philologische Arbeitstechniken und bildet analytische Fähigkeiten aus, die es erlauben, die historisch-sozialen und die wissensgeschichtlichen Bedingungen von Literatur mit den poetologischen Selbstentwürfen und den medialen Erscheinungsformen der Literatur zu vermitteln.

In der Lehre deckt die ÄdL literaturgeschichtlich den Bereich von althochdeutschen Texten des 8. bis 11. Jahrhunderts über die hoch- und spätmittelalterlichen Texte des 12. bis 14. Jahrhunderts bis zur frühneuzeitlichen Literatur des 15. und 16. Jahrhunderts ab. Deutliche Akzente liegen dabei einerseits auf der hoch- und spätmittelalterlichen Literatur wie andererseits auf der mediengeschichtlichen Spezifik mittelalterlicher Literatur zwischen Mündlichkeit/ Aufführung, (Hand-)Schriftlichkeit, Druckschriftlichkeit und Bildlichkeit.

 

Schwerpunkte der gemeinsamen Arbeit sind:

  • die höfische sowie späthöfische Lyrik und Epik

  • das breite Corpus der kleineren Verserzählungen

  • geistliche Dichtung

  • weltliches und geistliches Spiel

  • fachthematische Texte

 

Im Rahmen der germanistischen Theoriediskussion liegen die Schwerpunkte und Interessen der Frankfurter Altgermanistik in folgenden Bereichen:

  • Medialität mittelalterlicher Literatur/ visual-culture-Forschung

  • Facetten vormoderner Autorschaft

  • Vormoderne Textualität und Überlieferungsgeschichte

  • Kulturtheorie und -geschichte