Arbeitslosengeld II / Hartz IV

Die relevante Förderung für Auszubildende und Studierende ist zunächst die Ausbildungsförderung nach dem Berufsausbildungsförderungsgesetz (BAföG). Wenn Studierende Anspruch auf BAföG haben, schließt dies zunächst einen Bezug von Arbeitslosengeld aus. Dies gilt selbst dann, wenn Sie dem Grunde nach förderungsfähig nach dem BAföG sind, de facto aber keines beziehen.

Es gibt jedoch eine Reihe von Härtefällen, die ein zinsloses Darlehen nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB II) oder als Beihilfe, bzw. als Darlehen nach dem Sozialgesetzbuch XII ermöglichen. Mögliche Gründe wären bspw.:

  • Das Studium muss wegen der Geburt/ Betreuung eines Kindes ausgesetzt werden (Beurlaubung/ Exmatrikulation).
    Eine Beurlaubung lässt den Bezug von ALG II möglich werden, da in dieser Zeit auch die Förderung nach dem BAföG  
    aussetzt. Eine unbedingte alleinige Grundlage stellt aber auch eine Beurlaubung nicht dar.
  • Das Studium verzögert sich aufgrund einer Schwangerschaft, Krankheit oder Behinderung über die 
    Höchstförderungsdauer des BAföG hinaus. Der Abschluss wäre damit gefährdet.
  • Die finanzielle Lage eines oder einer Studierenden gefährdet den unmittelbar bevorstehenden Abschluss des 
    Studiums.

Allgemein gilt bei Schwangerschaft oder Geburt eines Kindes, dass – auch wenn kein Anspruch auf Hilfe zum Lebensunterhalt nach SGB II/XII besteht - im Einzelfall ein Mehrbedarf entstehen kann, der den Antrag begründen kann – z.B. für Alleinerziehende oder einmalige Leistungen bei Schwangerschaft, bzw. der Geburt eines Kindes. Für werdende Mütter nach der 12. Schwangerschaftswoche (bis einschließlich des Entbindungstages) wird bei entsprechender Bedürftigkeit ein Mehrbedarf in Höhe von 17 Prozent des maßgebenden Regelsatzes für die Hilfe zum Lebensunterhalt anerkannt.
Genauere Informationen zum Arbeitslosengeld für Alleinerziehende finden Sie auf den Seiten der Stadt Frankfurt.
Auch für Schwangerschaftsbekleidung oder die Erstausstattung können einmalige Leistungen seitens der zuständigen Stelle gewährt werden.


Wichtig ist, dass Kinder von Studierenden von den Ausschlussregelungen generell nicht betroffen sind. Sie haben einen eigenständigen Anspruch, sodass im Falle einer Ablehnung eines Antrages für die gesamte sog. Bedarfsgemeinschaft immer noch ein eigenständiger Antrag für das Kind möglich ist.

Zusätzlich haben Kinder von Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialgeld, Sozialhilfe, den Kinderzuschlag oder Wohngeld beziehen, Anspruch auf das so genannte Bildungspaket. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.


Service-Instrumente für familienbezogene Leistungen

Die zuständigen Stellen in Frankfurt sind die Jobcenter. Eine Aufstellung finden Sie hier.

Die Agentur für Arbeit bietet zudem ein Servicetelefon (3,9 cent / Minute aus dem Festnetz, max. 42 cent /Minute von Mobil) an, um grundlegende Anliegen zu klären. Ein Anruf vor dem Erstantrag kann wertvolle Wartezeiten ersparen. Sie erreichen das Service Center unter 069/2171-3493.

Vor dem Erstantrag kann sich der Besuch einer unabhängigen Beratungsstelle lohnen. Hier erhalten Sie auch Hinweise über Angaben, zu denen Sie ggf. nicht verpflichtet sind (bspw. Telefon oder Emailadresse), sowie Hilfestellung beim Ausfüllen und bei der Berechnung des zu erwartenden Satzes. Angebote dieser Art finden sich bspw. bei den Gewerkschaften oder beim Frankfurter Arbeitslosenzentrum e.V. (FALZ).

Detaillierte Informationen zum Arbeitslosengeld und Sozialgeld für Studierende finden Sie hier.

Informationen zu weiteren familienbezogenen Leistungen, die für Sie in Frage kommen, erhalten Sie mithilfe weniger Angaben online auf www.infotool-familie.de.