Das Elterngeld ist eine Kompensation wegfallenden Gehaltes während der Elternzeit.


Anpassung beim Elterngeld in Corona-Zeiten

Das Bundesfamilienministerium hat Anpassungen beim Elterngeld auf den Weg gebracht, damit (werdenden) Eltern keine Nachteile beim Elterngeld entstehen. Das Gesetz wurde im Mai 2020 verabschiedet. Die Regelungen treten rückwirkend zum 01.03.2020 in Kraft.

Im Wesentlichen betreffen die Anpassungen die folgenden 3 Aspekte:

  • Eltern, die in systemrelevanten Berufen tätig sind und an ihrem Arbeitsplatz dringend gebraucht werden, können ihren Bezug von Elterngeld auf Antrag für die Zeit vom 01.03. bis 31.12.2020 aufschieben. Die Elterngeldmonate dürfen von ihnen auch nach dem 14. Lebensmonat des Kindes genommen werden, spätestens zum Juni 2021. Die aufgeschobenen Monate reduzieren bei einem weiteren Kind nicht die Höhe des Elterngelds.
  • Ebenso sollen Eltern den Partnerschaftsbonus – eine zusätzliche Leistung für Mütter und Väter, die gleichzeitig Teilzeit arbeiten und sich die Kindererziehung teilen – nicht verlieren, wenn sie aufgrund der Corona-Pandemie mehr oder weniger als geplant arbeiten. Die vier ElterngeldPlus-Monate im Rahmen des Partnerschaftsbonus entfallen nicht bzw. müssen nicht zurückgezahlt werden.
  • Während des Bezugs von Elterngeld reduzieren Einkommensersatzleistungen wie Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I, die Eltern aufgrund der Corona-Pandemie erhalten, nicht die Höhe des Elterngeldes. Um Nachteile bei der späteren Elterngeldberechnung auszugleichen, können werdende Eltern die Ersatzleistungsbezugsmonate im Bemessungszeitraum ausnehmen.

Weitere Informationen sowie aktuelle Updates finden Sie direkt im Familienportal.


Anspruch auf Elterngeld

  • Grundsätzlich stehen allen Paaren gemeinsam 12 Monatsbeträge zur Verfügung. Deren Anzahl kann sich um die 2 sogenannten „Partner*innen-Monate“ auf 14 erhöhen, sofern der zweite Elternteil für mindestens zwei Monate nicht oder nicht mehr als 30 Stunden arbeitet und damit Arbeitszeit reduziert. Dies ist also nur innerhalb eines regulären Arbeitsverhältnisses möglich, bei dem sich aus der Elternzeit Gehaltseinbußen ergeben.
  • Ein einzelner Elternteil kann also mindestens 2 und höchstens 12 Monatsbeträge nehmen.
  • Alleinerziehende haben Anspruch auf 14 Monate, sofern sie in mindestens 2 Monaten des Bezugszeitraumes Gehaltseinbußen haben.

Höhe des Elterngeldes

  • Die Höhe beträgt in der Regel, in Abhängigkeit von Ihrem Einkommen vor der Geburt des Kindes, 65% des Netto-Einkommens. Eltern mit geringem Einkommen erhalten bis zu 100% ihres Netto-Einkommens.
  • Wenn Sie neben dem Elterngeld in Teilzeit erwerbstätig sind, wirkt sich das auf die Höhe Ihres Elterngeldes aus. Ihr Einkommen nach der Geburt wird berücksichtigt.
  • Den Mindestbetrag von 300€ erhalten auch Eltern, die vor der Geburt des Kindes kein Erwerbseinkommen hatten.
  • Falls Sie weitere kleine Kinder haben oder Zwillinge bekommen, können Sie höhere Beträge erhalten.

Mit dem Elterngeldrechner können Sie unverbindlich berechnen, wie viel Elterngeld Sie erhalten können.


Im Studium

  • Studierende und Auszubildende können ebenfalls einen Anspruch auf Elterngeld von mindestens 300€ geltend machen. In dem Fall muss die Ausbildung nicht unterbrochen werden. Anders als im Falle der Erwerbsarbeit, kommt es hier auf die Zahl der Wochenstunden nicht an.
  • Stipendien gelten bei der Berechnung des Elterngeldes nicht als Einkommen und werden daher nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für BAföG: BAföG-Empfänger*innen bekommen weiterhin Bafög in der bisherigen Höhe zusätzlich zum Elterngeld.

Elterngeld für nicht-deutsche Staatsangehörige

Staatsangehörige von Mitgliedsstaaten der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz haben in der Regel den gleichen Anspruch wie Deutsche, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder wohnen. Ausländische Staatsangehörige, die den genannten Staaten nicht angehören, haben nur dann einen Anspruch, wenn ihr Aufenthalt in Deutschland nach der Art ihres Aufenthaltsstatus voraussichtlich dauerhaft ist. Kein Elterngeld erhalten ausländische Eltern, die eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausbildung oder in Verbindung mit einer zeitlich begrenzten Arbeitserlaubnis haben.


Elterngeld und Sozialleistungen

  • Bezieht der/die Elterngeldberechtigte Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag, wird Elterngeld vollständig als Einkommen angerechnet. In der Folge werden die genannten Leistungen entsprechend gekürzt.
  • Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme: den Elterngeldfreibetrag
    Alle Elterngeldberechtigten, die vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren und erst danach die genannten Leistungen beziehen, haben einen Elterngeldfreibetrag, der dem Einkommen vor der Geburt entspricht, jedoch höchstens 300€ beträgt. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld in den genannten Fällen weiterhin anrechnungsfrei.
  • Eventuelle Zahlungen von Mutterschaftsgeld werden nach der Geburt wie Elterngeld behandelt. Das heißt, dass die zwei Monatsbeträge nach der Geburt vom Anspruch auf Elterngeld abzuziehen sind. Anstelle von 12 möglichen Elterngeldbeträgen bleiben der Mutter des Kindes also 10 Monate zusätzlich zum Mutterschaftsgeld.

Kurzinformationen zu nützlichen Links

  • Familienportal: Antworten auf die wichtigsten Fragen zum Elterngeld.
  • Elterngeldrechner: Mit dem Elterngeldrechner können Sie unverbindlich berechnen, wie viel Elterngeld Sie bekommen können.
  • Infotool für Familien des Bundesministeriums (BMFSFJ): Mit diesem Tool können Sie in wenigen Schritten ermitteln, auf welche Familienleistungen oder -hilfen Sie oder Ihre Familie voraussichtlich Anspruch haben.