Das Elterngeld ist zunächst als eine Kompensation wegfallenden Gehaltes nach der Geburt zu verstehen. Es dient der Unterstützung von Familien mit Kleinkindern bei der Sicherung des Lebensunterhalts und ersetzt das bis 2007 gezahlte Erziehungsgeld.

Das Elterngeld Plus – die neuen Regelungen für Geburten ab dem 1.Juli 2015

Ziel des neuen Gesetzes ist die bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Mütter und Väter.

Die neuen Regelungen gelten für Geburten ab dem 1.Juli 2015

Teilzeit wird gefördert

Das ElterngeldPlus unterstützt Eltern, die in Teilzeit arbeiten. Eltern erhalten ElterngeldPlus in maximal halber Höhe des bisherigen Elterngeldes, aber doppelt so lange. Aus einem Elterngeldmonat werden zwei ElterngeldPlus-Monate. Die Formel dafür lautet: „Doppelt so lang und halb so hoch“ oder aus 14 Monaten werden 28 Monate.

Partnerschaftsbonus: Gemeinsame Betreuung und gemeinsame Arbeit in Teilzeit wird gefördert

Zusammen mit dem ElterngeldPlus wird auch der Partnerschaftsbonus eingeführt, der die partnerschaftliche Aufteilung von familiären und beruflichen Aufgaben unterstützt. Teilen sich Vater und Mutter die Betreuung ihres Kindes und arbeiten parallel für vier Monate zwischen 25 und 30 Wochenstunden, erhalten sie jeweils für vier weitere Monate ElterngeldPlus. Alleinerziehende bekommen ebenfalls vier weitere ElterngeldPlus-Monate, wenn sie die Voraussetzungen erfüllen.

Flexiblere Elternzeit: Drei statt zwei Blöcke

Auch die Elternzeit ist flexibler geworden: Wie bisher können Eltern bis zum 3. Geburtstag eines Kindes eine unbezahlte Auszeit vom Job nehmen.

Beide Elternteile können ihre Elternzeit nach den neuen Regelungen zudem in je drei statt wie früher zwei Abschnitte aufteilen. Künftig können sie 24 Monate statt bisher nur zwölf zwischen dem 3. und dem 8. Geburtstag des Kindes beanspruchen. Eine Zustimmung des Arbeitgebers ist dafür nicht mehr notwendig. Jedoch muss die Elternzeit nach dem 3. Geburtstag des Kindes 13 Wochen vorher angemeldet werden, die Elternzeit vor dem 3. Geburtstag nach wie vor nur sieben Wochen vorher.


ÄNDERUNGEN AB 1. JANUAR 2013:


Für ab dem 1. Januar 2013 geborene Kinder treten einige Änderungen in der Berechnung des Elterngeldes in Kraft. Diese betreffen im Wesentlichen die Ermittlung des zu berücksichtigenden Einkommens und sollen zur Vereinfachung der Antragsstellung und -bearbeitung beitragen. Diese Änderungen haben aber mitunter negative Auswirkungen auf das zu erwartende Elterngeld. Bei Studierenden betrifft das vor allem diejenigen mit etwas besser bezahlten Nebenjobs.
Beachten Sie bitte, dass die Änderungen erst ab dem 1. Januar 2013 im Eltergeldrechner (siehe unten) berücksichtigt werden. D.h., dass Sie für jetzt berechnetes Elterngeld für ein Kind, dass erst im neuen Jahr geboren wird, keine verlässlichen Zahlen erhalten.

Auf den Seiten des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhalten Sie einen Überblick über die Neuerungen.


Anspruch auf Elterngeld

Grundsätzlich stehen allen Paaren gemeinsam 12 Monatsbeträge zur Verfügung. Deren Anzahl kann sich um die 2 sogenannten „Partnermonate“ auf 14 erhöhen, sofern der zweite Elternteil für mindestens zwei Monate nicht oder nicht mehr als 30 Stunden arbeitet und damit Arbeitszeit reduziert. Dies ist also nur innerhalb eines regulären Arbeitsverhältnisses möglich, bei dem sich aus der Elternzeit Gehaltseinbußen ergeben.

Ein einzelner Elternteil kann also mindestens 2 und höchstens 12 Monatsbeträge allein nehmen. Alleinerziehende haben Anspruch auf 14 Monate, sofern sie in mindestens 2 Monaten des Bezugszeitraumes Gehaltseinbußen haben.

Den Mindestbetrag des Elterngeldes in Höhe von 300 € erhalten auch Eltern, die vor der Geburt des Kindes kein Erwerbseinkommen hatten, also Studierende oder Hausmänner und -frauen.


Höhe des Elterngeldes

Die Höhe des Elterngeldes beträgt bei etwa 1.000 € Durchschnittseinkommen 67% des zuvor erzielten (um Weihnachts-, Urlaubsgeld und sonstige Zulagen bereinigten) Nettoeinkommens abzüglich der Werbekostenpauschale. Berechnet wird das Elterngeld auf der Basis des durchschnittlichen Erwerbseinkommens in den 12 Kalendermonaten vor dem Geburtstermin. Der Berechnung des Elterngeldes zugrunde liegt jedoch nur das wegfallende Einkommen – also der Differenzbetrag aus dem Durchschnittseinkommen vor der Geburt und dem während des Bezugs von Elterngeld bezahlten Gehalt.

Leben im Haushalt des oder der AntragstellerIn ein weiteres Kind unter 3 Jahren oder 2 weitere Kinder unter 6 Jahren, so wird zudem ein Geschwisterbonus in Höhe von 10%, mindestens aber 75 € gezahlt.
Bei Mehrlingsgeburten erhöht sich das Elterngeld pro weiterem Kind um je 300 €.

Beträgt das so errechnete Nettoeinkommen weniger als 1.000 €, so steigt der Prozentsatz des ausgezahlten Elterngeldes pro 2 € um 0,1 Prozentpunkte.


Eine Beispielrechnung: Ein Durchschnittseinkommen von 700 € liegt 300 € unter der Geringverdienergrenze. In der Folge erhöht sich die Ersatzrate von 67% um 15% auf 82% des wegfallenden Einkommens. Der Elternteil hätte also mit einem Elterngeldbetrag von etwa 574 € zu rechnen.

Eltern, deren Einkommen zu niedrig ist, erhalten aber in jedem Fall den Sockelbetrag von mindestens 300 €.

Das Elterngeld kann bei gleichem Gesamtumfang auch auf die doppelte Bezugsdauer (also i. d. R. 24 Monate) gestreckt werden.


Studium und Elterngeld

Studierende und Auszubildende können ebenfalls einen Anspruch auf Elterngeld von mindestens 300 € geltend machen. In ihrem Fall muss die Ausbildung nicht unterbrochen werden. Anders als im Falle der Erwerbsarbeit, kommt es hier auf die Zahl der Wochenstunden nicht an.

Stipendien gelten bei der Berechnung des Elterngeldes nicht als Einkommen und werden daher auch nicht berücksichtigt. Gleiches gilt für das BAföG: BAföG-Empfänger bekommen weiterhin das Bafög in der bisherigen Höhe zusätzlich zum Elterngeld.


Elterngeld für ausländische Studierende

Staatsangehörige von Mitgliedsstaaten der EU, des Europäischen Wirtschaftsraums und der Schweiz haben in der Regel den gleichen Anspruch wie Deutsche, wenn sie in Deutschland erwerbstätig sind oder wohnen. Ausländer, die nicht den genannten Staaten angehören, haben nur dann einen Anspruch, wenn ihr Aufenthalt in Deutschland nach der Art ihres Aufenthaltsstatus voraussichtlich dauerhaft ist. Kein Elterngeld erhalten ausländische Eltern, die eine Aufenthaltserlaubnis zum Zweck der Ausbildung oder in Verbindung mit einer zeitlich begrenzten Arbeitserlaubnis haben.


Elterngeld und andere Sozialleistungen

Bezieht der/die Elterngeldberechtigte Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder Kinderzuschlag, wird Elterngeld seit dem 1. Januar 2011 vollständig als Einkommen angerechnet. In der Folge werden die genannten Leistungen entsprechend gekürzt. Das betrifft auch den bis 2010 anrechnungsfreien Mindestbetrag von 300 Euro und gilt auch für diejenigen, die schon vor dem 1.1.2011 Elterngeld bezogen haben.

Es gibt allerdings eine wichtige Ausnahme: den Elterngeldfreibetrag
Alle Elterngeldberechtigten, die vor der Geburt ihres Kindes erwerbstätig waren und erst danach die genannten Leistungen beziehen, haben seit 1. 1. 2011 einen Elterngeldfreibetrag, der dem Einkommen vor der Geburt entspricht, jedoch höchstens 300 Euro monatlich beträgt. Bis zu dieser Höhe bleibt das Elterngeld in den genannten Fällen weiterhin anrechnungsfrei.

Eventuelle Zahlungen von Mutterschaftsgeld werden nach der Geburt wie Elterngeld behandelt. Das heißt, dass die zwei Monatsbeträge nach der Geburt vom Anspruch auf Elterngeld abzuziehen sind. Anstelle von 12 möglichen Elterngeldbeträgen bleiben der Mutter des Kindes also 10 Monate zusätzlich zum Mutterschaftsgeld.


 

Service-Instrumente für familienbezogene Leistungen

  • Der Elterngeldrechner des Bundesfamilienministeriums (BMFSJF) gibt Ihnen die Möglichkeit, Ihren individuellen Anspruch zu errechnen.
  • Einen Überblick auf alle staatlichen familienbezogenen Leistungen finden Sie hier.
  • Welche weiteren Familienleistungen und sonstige Unterstützungen für Sie in Frage kommen, können Sie mithilfe weniger Angaben auf www.infotool-familie.de herausfinden.

Servicetelefon rund um das Thema Familie bzw. familienbezogene Leistungen

Das Servicetelefon Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bietet Information und Beratung rund um Themen wie Familien, Kinder und Jugend oder Gleichstellung.

Servicetelefon: 030 201 791 30
Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr

Sämtliche Belange und Fragen um die Themenbereiche können zusätzlich auch als Email über das Kontaktformular des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestellt werden. Die ensprechende Seite finden Sie hier.