Studium mit Kind / Pflegeverantwortung an der Goethe-Universität

 Nach den Daten der 21. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerkes von 2016 haben im bundesweiten Durchschnitt etwa 6 % der Studierenden mindestens ein Kind (6% der Frauen und 5% der Männer). Der Studienverlauf von Studierenden mit Kind(ern) ist im Vergleich zu dem der Kommilitonen ohne Kinder erfahrungsgemäß etwas unsteter. Dies kann auf der einen Seite mit einer höheren Belastung organisatorischer und finanzieller Art erklärt werden. Auf der anderen Seite verlagert sich der Lebensmittelpunkt Studierender spätestens mit der Geburt, bzw. wird um einen weiteren bereichert. In der Folge kann die Konzentration im Alltag nicht allein auf das Studium fokussiert werden. Ähnlich, wenn auch mit etwas anders gelagerten Implikationen, stellt sich die Situation derer dar, die Verantwortung in der Pflege von Angehörigen übernehmen.

Was die organisatorischen Rahmenbedingungen angeht, so gibt es gewisse Regelungen, die der besonderen Situation Studierender mit Kind oder Pflegeverantwortung Rechnung tragen. Hier finden Sie eine Übersicht, die Ihnen die Orientierung erleichtern soll.

Neben den Gesamtfassungen der entsprechenden Texte haben wir für Sie Auszüge der für die angesprochenen Gruppen relevanten Passagen zusammengestellt. Beides finden Sie zum Download auf der rechten Seite. Beachten Sie bitte, dass es sich dabei um Rahmenregelungen handelt, die, sofern dies aus dem Text hervorgeht, um die studiengangspezifischen Regelungen ergänzt werden müssen oder sogar durch diese ersetzt werden.
Informieren Sie sich also in jedem Fall zusätzlich in den Fachstudienberatungen über die fachbereichsspezifischen Regelungen für Studierende mit Kind(ern) oder Pflegeverantwortung.

Beachten Sie darüber hinaus auch die verschiedenen Beratungsangebote an der Goethe-Universität.

 


Beurlaubung

Für die Zeit rund um eine Geburt, aber auch, um schwierige Situationen während der Abschlussphase aufzufangen, kann eine Beurlaubung vom Studium eine gute Option sein.

Die Gründe, die eine Beurlaubung möglich machen, regelt die Hessische Immatrikulationsverordnung in § 8.
Familienbezogene Gründe für eine Beurlaubung nach § 8 (1) können bspw. sein:

  • eine Erkrankung, die ein ordnungsgemäßes Studium ausschließt – wozu ggf. auch Komplikationen während der 
    Schwangerschaft zählen können,
  • die Inanspruchnahme von Mutterschutz und/oder Elternzeit nach den gesetzlichen Regelungen,
  • die Pflege von nach ärztlichem Zeugnis pflegebedürftigen Angehörigen.

Hierfür sind jeweils entsprechende Nachweise vorzulegen. Da Studierende keine Elternzeit geltend machen können, akzeptiert das Studierendensekretariat der Goethe-Universität die Geburtsurkunde als Nachweis für eine Beurlaubung - der Mutter wie des Vaters - aufgrund von Elternzeit.

Eine Beurlaubung kann nur für ganze Semester geltend gemacht werden; die Berücksichtigung bereits abgeschlossener Semester ist ausgeschlossen. Beurlaubungen aufgrund von Mutterschutz/Elternzeit werden analog zum Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz für maximal 3 Jahre gewährt. In der Regel sind das sechs, inklusive vorangegangener Mutterschutzfrist dann sieben Semester. Die Begrenzung auf sechs (bzw. sieben) Semester gilt nicht für den Fall von Mehrlingsgeburten. Hier verlängert sich die Beurlaubung entsprechend der Elternzeit gemäß §15 Abs. 2 BEEG. Auch können – anders als in sonstigen Fällen – während Mutterschutz und Elternzeit Lehrveranstaltungen besucht und Prüfungsleistungen erbracht werden (§ 8, Absatz 3).

Antragsfristen: 30.04. für ein Sommersemester und 31.10. für ein Wintersemester (im Krankheitsfall auch während des Semesters möglich.)

Ablauf: Sie finden das Antragsformular im Downloadbereich  sowie im Studien-Service-Center. Außerdem besteht die Möglichkeit, den Antrag in elektronischer Form zu stellen; hier muss jedoch auch eine Durchschrift in Papierform eingereicht werden. Die Genehmigung oder die Ablehnung Ihres Antrags wird Ihnen per Post zugesandt.

Hinweise: Bitte beachten Sie, dass eine Beurlaubung nicht von der Zahlung des Semesterbeitrags befreit. Eine Rückgabe und -erstattung des Semestertickets kann bei der Semesterticket-Härtefondsstelle des Studentenwerks beantragt werden. Informieren Sie sich auch bitte vor Beantragung eines Urlaubssemester bei den jeweils zuständigen Stellen über die Auswirkungen einer Beurlaubung auf BAföG, Kindergeld und Ihre Krankenversicherung.

Außerdem ist anzumerken, dass der Status als Werkstudent*in durch eine Beurlaubung gefährdet ist. Allgemeine Verwaltungregeln gehen davon aus, dass im Falle einer Beurlaubung die Voraussetzung für die Befreiung von der Sozialversicherungspflicht nicht mehr gegeben ist.

Bitte richten Sie Ihren Antrag an:
Goethe-Universität Frankfurt, Studierendensekretariat, Postfach 11 19 32, 60054 Frankfurt.


Elternzeit

Die Elternzeit ist, wie auch das Elterngeld, im Sinne des Bundes-Elternzeit- und Elterngeldgesetzes (BEEG) zunächst einmal auf Eltern zugeschnitten, die in einem Arbeitsverhältnis stehen. Diese haben dem Arbeitgeber gegenüber das Recht auf Elternzeit bis zur Vollendung des dritten Lebensjahres des Kindes.

Studierende können gemäß Hessischer Immatrikulationsverordnung vom 1.4.2010 eine Beurlaubung mit der Inanspruchnahme von Elternzeit begründen. Hierzu ist jedoch eine gesonderte Beantragung der Elternzeit gegenüber der Universität nicht notwendig. Mütter und Väter legen als Nachweis bei der Beantragung der Beurlaubung lediglich die Geburtsurkunde vor. Entsprechend den Zeiten im BEEG, können Studierende in diesem Fall sechs anstelle der normalen vier Semester Beurlaubung vom Studium in Anspruch nehmen.

Lesen Sie hierzu auch den Punkt Beurlaubung.
Weitere Informationen zu den Regelungen für Arbeitnehmer erhalten Sie hier.

 


Mutterschutz für Studentinnen

Alle Informationen zum Mutterschutz für Studentinnen finden Sie hier.

Für die Neuregelungen der arbeitsrechtlichen Regelungen zum Mutterschutz lesen Sie bitte hier weiter

Die Regelungen zum Mutterschaftsgeld finden Sie hier.


Teilzeitstudium

Die besondere Situation Studierender mit Familienverantwortung erfordert immer wieder kreative Lösungen, um Studium, eventuelle Nebentätigkeiten und Familienleben in Balance zu bringen. Ein Teilzeitstudium bietet dabei eine Möglichkeit, dieser Mehrfachbelastung Rechnung zu tragen.
Grundständige Studiengänge können mit der Neufassung der Hessischen Immatrikulationsverordnung vom 1.4.2010 an auch in Teilzeit studiert werden, sofern die jeweilige Studien- und Prüfungsordnung des gewählten Studiengangs dies nicht explizit ausschließt. Zu beachten ist jedoch, dass nun Teilzeitangebote nur noch in solchen Studiengängen Bestand haben, in denen für das entsprechende Fachsemester keine Zugangsbeschränkungen bestehen.

Informieren Sie sich bei Ihrer Fachstudienberatung. Diese muss Ihnen auf dem Antragsformular den Besuch bestätigen. Ohne diese Bestätigung kann der Antrag im Studierendensekretariat nicht bearbeitet werden.

Die allgemeinen Regelungen zum Teilzeitstudium finden Sie auf den Seiten des Studien Service Centers.

Förderung des Teilzeitstudiums

Mit dem durch das Land Hessen kofinanzierten Projekt „Förderung des Teilzeitstudiums“ evaluiert die Goethe-Universität die bisherigen Teilzeitstudienangebote in Frankfurt in Anbetracht einer steigenden Zahl von Teilzeitstudierenden. Die Ergebnisse der Untersuchungen der Stabsstelle Lehre und Qualitätssicherung finden Sie zum Download auf der rechten Seite.


Servicetelefon rund um das Thema Familie bzw. familienbezogene Leistungen

Das Servicetelefon des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) bietet Information und Beratung rund um Themen wie Familien, Kinder und Jugend oder Gleichstellung.

Servicetelefon: 030 201 791 30
Montag bis Donnerstag von 9.00 bis 18.00 Uhr

Sämtliche Belange und Fragen um die Themenbereiche können zusätzlich auch als Email über das Kontaktformular des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gestellt werden. Die ensprechende Seite finden Sie hier.


 

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