Uni-Schule / Aktivitäten des Instituts


Uni – Schule

Projekte und Ausstellungen


Theoria cum Praxi: Schule trifft Uni

Kooperation mit dem Lessing-Gymnasium (seit 2018)

Seit dem WS 2017/18 besteht eine Kooperation „Schule trifft Uni“ des Instituts für Klassische Philologie (Dr. Veronika Brandis) mit dem Lessing-Gymnasium Frankfurt (Judith K. Bohl), deren Ziel es ist, sowohl Studierenden wertvolle Praxiserfahrung zu vermitteln, als auch Schülerinnen und Schülern einen Einblick in die Universität und das Studium der Alten Sprachen zu gewähren. Die etwa jedes zweite Semester stattfindende Projektarbeit ist an das Hauptseminar Fachdidaktik Latein/Griechisch geknüpft und sowohl in das Lehramts- als auch in das Bachelorstudium eingebunden. Im Unterschied zu Praxissemester und Referendariat werden die oft besonderen Themen im Seminar fachlich gründlich vorbereitet, es kann für eine sorgfältige Planung der Unterrichtsreihe mehr Zeit verwendet werden, intensive Beratungen von Fachdidaktikdozentin und Lehrerin können eingeholt werden, mit Kommiliton*innen wird im Team gearbeitet, und schließlich können die Teaching-Teams an den Projekttagen in Kleingruppenarbeit mit Schülerinnen und Schülern sehr persönliche Lehr-Lern-Prozesse erleben. Themen wie „Römisches Gastmahl“, „Neulateinische Inschriften in Frankfurt“, „Lateinische Verse ,richtig’ vorgetragen“,  „Medea multimedial“ sind auf großes Interesse aller Beteiligten gestoßen und haben die Motivation v.a. der Lernenden gefördert. Erfreulicherweise haben sich für die letzten beiden Projektdurchgänge zwei Kollegen der Fachbereiche 10 (Prof. Dr. Robert Seidel, Institut für Deutsche Literatur und ihre didaktische Vermittlung) und 01 (Prof. Dr. Guido Pfeifer, Institut für Rechtsgeschichte) zu interdisziplinären Projekten angeschlossen, so dass die Themen „Schulunterricht und Lehrplan in der Gründungszeit der Frankfurter Lateinschule“ (SoSe 2020, wegen der Pandemie bisher leider nur auf Uniseite durchgeführt) und „Sokrates revised and revisited: Philologisch-juristische Rekonstruktion des Prozesses gegen Sokrates“ (WS 2021/22) auf fundierter fachwissenschaftlicher Basis erarbeitet werden können. Zur wissenschaftlichen Vorbereitung des aktuellen Projekts „Sokrates revised and revisited“ hat am Freitag, 29. Oktober 2021, ein Symposium mit drei externen Vortragenden statt. Am Freitag, 10. Juni 2022, wird eine fiktive Gerichtsverhandlung gegen Sokrates in Szene gesetzt werden. Gäste sind herzlich willkommen, Online-Anmeldung über diese Seite erforderlich.

Aufführung des Sokrates-Prozesses am Freitag, 10. Juni 2022, im Lessing-Gymnasium

Projektarbeit im Rahmen von „Theoria cum Praxi – Schule trifft Uni“ (Bohl/Brandis)

In einem Kooperationsseminar im WS 2021/22 haben Studierende unter der Leitung von Dr. Veronika Brandis (Institut für Klassische Philologie) und Prof. Dr. Guido Pfeifer (Institut für Rechtswissenschaft) den Prozess gegen Sokrates aus dem Jahre 399 v. Chr. wissenschaftlich rekonstruiert und die Umsetzung in die Praxis eingeleitet: Die Altphilologie- und Jura-Studierenden schrieben während des Semesters gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Lessing-Gymnasiums Frankfurt (Judith K. Bohl, Latein- und Griechisch) Gerichtsreden und ließen diese im Anschluss einstudieren; alle gemeinsam haben an einem Projekttag im Januar 2022 Gewänder genäht, Stimmsteine gegossen, Wahlurnen gebaut, eine Wasseruhr konstruiert, Reden geprobt, den Ablauf geplant – und somit im Juni 2022 eine Inszenierung des Sokrates-Prozesses auf die Bühne bringen können.

Vor großem Publikum (250-300 Personen) haben die Schülerinnen und Schüler den Prozess gegen Sokrates aufgeführt. Der Prozess dauerte etwa 2 Stunden. Sokrates wurde mit 42 zu 9 Stimmen von den 51 Publikumsrichtern freigesprochen.

Stimmen zum Event (Wenn möglich, als Link einfügen)

  • Auf beiden Seiten sind beeindruckende rhetorische Leistungen erbracht worden. Es war schwierig, ein Urteil zu fällen. (Zuschauerin)
  • Besonders durch die (an dieser Stelle erwünschten) Zwischenrufe konnten Zuschauer*innen am Theaterstück partizipieren und das Gefühl erfahren, in einer realen antiken Gerichtssituation zu sitzen (Student)
  • Es war eine sehr gelungene Zusammenarbeit. Der Austausch mit den Schülerinnen und Schülern hat eine andere Perspektive ermöglicht und die Inhalte, die im Vorhinein im Seminar erarbeitet wurden in wunderbarer Art und Weise ergänzt. Die Proben haben viel Spaß gemacht und die nette Stimmung bei der Aufführung, das positive Feedback und Unterhaltungen mit den mitwirkenden Schülerinnen und Schülern haben gezeigt, dass das Projekt als Erfolg gesehen wird. Die Schülerinnen und Schüler haben in Gesprächen immer wieder betont, wie sehr ihnen die Idee gefallen hat, und nach der Aufführung waren sie sehr zufrieden - auch die Ankläger, die zwar nicht den Prozess gewonnen, aber dennoch eine wundervolle Arbeit geleistet und sichtlich eine gute Stimmung verbreitet haben. Aber insbesondere auch das Seminar, die Erarbeitung der Argumente und des Prozessablaufs waren sehr lehrreich und interessant gestaltet. Es hat in jedem Fall einiges zum Projekt beigetragen, dass nicht nur der Inhalt, sondern auch die Gerichts-Verwaltung möglichst gut vorbereitet worden ist. Nicht zuletzt durch die Arbeit, die in die Stimmsteine, Urnen, die Wasseruhr, die Zählmaschine und das Zusammenbringen all dieser Elemente gesteckt wurde, ist das Bild auf der Bühne besonders authentisch geworden. Alle haben ihren Teil beigetragen, die Rechtswissenschaft, die Altphilologie und die Schule - keiner ist zu kurz geraten und jeder Beitrag war wertvoll (Studentin)
  • Vor allem war es ein großartiges Spektakel. Für jemanden, der als Schüler die "Apologie" gelesen hat, stellt sich der Prozess gegen Sokrates zwar nicht in einem völlig neuen Licht dar, aber die Sache wird natürlich viel lebendiger und anschaulicher. Die Leistung der Schüler/-innen und damit natürlich auch der beteiligten Studierenden, der Lehrenden und des Regieteams war beeindruckend. Dass Ankläger und Verteidiger die Argumente der jeweiligen Vorredner teilweise wiederholten, fiel auf. Der Zuschauer fragt sich, ob das gängige Praxis im antiken Gerichtswesenn war. Redundanz kann verstärkende Wirkung erzielen, aber die Sache kann auch nach hinten losgehen, wenn der Eindruck entsteht, die jeweilige Partei habe nicht mehr viel Neues zu bieten. Das klare Abstimmungsergebnis zugunsten von Sokrates kam sicherlich aus mehreren Gründen zustande: Man nutzte die Chance, den historischen Verlauf zu 'korrigieren', das Asebieargument erscheint einem modernen Publikum wenig relevant, und dass Sokrates mit seiner Fundamentalopposition als 'staatsgefährdend' eingestuft wurde, kann man aus heutiger Perspektive auch nicht recht nachvollziehen. An der Qualität der Beiträge lag es jedenfalls nicht: Die drei Ankläger(-innen) spielten ihre Rolle nicht schlechter als die Gegenpartei, alle Beteiligten waren auf ihre Weise überzeugend. Das Publikum mit seinen Zwischenrufen soll nicht vergessen werden, es vermittelte einen authentischen Eindruck vom Temperament der antiken Athener, deren Prozesswut ja notorisch ist. (Zuschauer)

 


Berichte über anstehende oder vergangene Aktivitäten

Exkursion nach Heidelberg

Teilnehmer einer im Wintersemester 2020/21 stattgefundenen Übung zur lateinischen Paläographie besuchten am 14.9.21 die Handschriftenabteilung der Heidelberger Universitätsblbliothek; hier bei Studium von Heidelberger Hs. 218 aus dem 15. Jhd., die Ciceros Briefe an seine Gattin Terentia enthält. Von links nach rechts: Maximilian Barth, Gülistan Bagci, Anton Li Koschak, Wolfgang. G. Metzger (Handschriftenabteilung Heidelberg), Hans Bernsdorff (Aufnahme: Christina Lorenz).

20. Hessischer Altphilologentag am 6.11.2021

Am 6.11.2021 findet der 20. Hessische Altphilologentag in digitaler Form statt. 

Prof. Hans Bernsdorff hält den Eröffnungsvortrag (Beginn: 10:00 Uhr). Dr. Veronika Brandis und Dr. Ursula Mandel sind durch Workshops am Nachmittag beteiligt.

Weitere Informationen und das Programm können Sie der Homepage des Hessischen Altphilologenverbands entnehmen.

 

Workshop zum Proseminar Plautus' "Amphitruo"

Am 17. Juli 2020 war im Rahmen einer genehmigten Präsenzveranstaltung (!) im Proseminar zu Plautus' "Amphitruo" aus der Klassischen Philologie der Universität Mainz die Theatergruppe "Casinisten" (bestehend aus Clara Brügner, Lara Hauzel, Theresa Lermen, Konrad Löbcke, Marvin Martiny, Joti Mirdha, Martin Pense) mit Regisseur Daniel Groß bei uns zu Gast. Sie hatten 2019 in Mainz eine großartige Inszenierung des "Amphitruo" in lateinischer Sprache auf die Bühne gebracht. - Grund genug, sie zu einem Workshop einzuladen, wo sie über ihre Erarbeitung des Stücks und seiner Inszenierung berichteten und mit uns einige Übungen machten, die in die Grundlagen dieser Erarbeitung einführten. Der Besuch dieser äußerst sympathischen Gruppe war in jeder Hinsicht ein großer Erfolg und wir sind uns einig, diesen schönen Kontakt zwischen den Klassischen Philologien in Mainz und Frankfurt fortsetzen zu wollen.

Thomas Paulsen

1. Bild) Mainzer und Frankfurter Plautus-Fans vereint (minus 2 Frankfurterinnen, die schon vorher gehen mussten)

2. Bild) Inspiriert von den 'Casinisten': Frankfurter Amphitruo (links) und Jupiter (rechts) mit cives Thebani bei ihrer (im Plautus-Stück leider in einer Lücke verschwundenen) Konfrontation

Das Projekt soll mit einer ähnlichen Thematik im Jahr 2022 fortgeführt werden.


Examen

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Frühjahr 2020 bis Frühjahr 2022

Am 03. Juli 2022 fand die erste Examensfeier des Institutes statt, bei der die Absolvent*innen des Instituts der Durchgänge Frühjahr 2020 bis Frühjahr 2022 mit musikalischen Beiträgen sowie Reden verabschiedet und geehrt wurden. Gemeinsam mit den Angehörigen des Instituts sowie Freunden und Verwandten konnten sie ihren Abschluss bei Essen und Getränken feiern. Der Abend war ein großer Erfolg, weshalb diese erste Examensfeier sicherlich nicht die letzte gewesen sein wird.