Preis & Preisträger*innen seit 1952

Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis  – seit 1952 verliehen

Dieser Preis ist der renommierteste Medizinpreis Deutschlands. Er ist mit € 120.000 dotiert und wird traditionell an Paul Ehrlichs Geburtstag, dem 14. März, in der Frankfurter Paulskirche verliehen.

Mit ihm werden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler geehrt, die sich auf dem von Paul Ehrlich vertretenen Forschungsgebiet besondere Verdienste erworben haben, insbesondere in der Immunologie, der Krebsforschung, der Hämatologie, der Mikrobiologie und der Chemotherapie.

Finanziert wird der seit 1952 verliehene Preis vom Bundesgesundheitsministerium, dem Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. und durch zweckgebundene Spenden folgender Unternehmen, Stiftungen und Einrichtungen: Else Kröner-Fresenius-Stiftung, Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, C.H. Boehringer Sohn AG & Co. KG, Biotest AG, Hans und Wolfgang Schleussner-Stiftung, Fresenius SE & Co. KGaA, F. Hoffmann-LaRoche Ltd., Grünenthal Group, Janssen-Cilag GmbH, Merck KGaA, Bayer AG, Georg von Holtzbrinck GmbH & Co.KG, AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG., B. Metzler seel. Sohn & Co KGaA.

Die Preisträger werden vom Stiftungsrat der Paul Ehrlich-Stiftung ausgewählt.

Bisher sind 128 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgezeichnet worden. 26 Preisträgerinnen und Preisträger haben auch den Nobelpreis erhalten (zur Liste der Nobelpreisträger*innen). (Stand: 2023).

Historie des Preises
Der Preis wurzelt doppelt in der Weimarer Republik. Der Ludwig Darmstaedter-Preis wurde 1926 vom Vorstand der Stiftung Georg-Speyer-Haus anlässlich des 80. Geburtstages seines Namensgebers ins Leben gerufen. Er wurde fortan alle drei Jahre für hervorragende Arbeiten auf den Gebieten der Chemotherapie und Biologie vergeben, auch durch alle Jahre der nationalsozialistischen Diktatur hindurch, nach 1935 allerdings nur „hausintern“ ohne öffentliche Bekanntmachung an Mitarbeiter der in Frankfurt ansässigen Ehrlichschen Institute. Der 1929 von Ehrlichs Witwe Hedwig gestiftete Paul Ehrlich-Preis konnte nur von 1930 bis 1934 verliehen werden. Dann fiel er dem deutschen Antisemitismus zum Opfer.
Nach dem Krieg wurde im April 1952 beschlossen, den Paul Ehrlich-Preis und den Ludwig Darmstaedter-Preis zusammenzulegen.

2023

Frederick W. Alt und David G. Schatz

Entschlüsselung der Diversifikation von Antigenrezeptoren


2022

Katalin Karikó, Özlem Türeci und Uğur Şahin

Erforschung und Entwicklung von messenger-RNA (mRNA)


2021

Michael R. Silverman und Bonnie L. Bassler

Entdeckung der Kommunikation zwischen Bakterien


2019

Arthur L. Horwich und Franz Ulrich Hartl


Beschreibung der Faltung von Proteinen in vivo

2018

Anthony Cerami und David Wallach

Erforschung des Tumornekrosefaktors

2017

Patrick Moore und 
Yuan Chang

Entdeckungen auf dem Gebiet der Tumorviren

2016

Jennifer Doudna und 
Emmanuelle Charpentier

Entwicklung einer Methode der Genomeditierung


2015

Carl H. June und 
James P. Allison 

Entwicklung von Immuntherapien gegen Krebs


2007

Harry Noller und Ada Yonath 

Aufklärung von Struktur und Funktion des Ribosoms


2006

Craig C. Mello und Andrew Z. Fire 

Entdeckung der RNA-Interferenz

2003

Peter G. Schultz und Richard A. Lerner

Entwicklung katalytischer Antikörper


2001

Stephen C. Harrison und Michael G. Rossmann

Röntgenstrukturanalyse der Proteinhülle von Viren


2000

John F. R. Kerr und H. Robert Horvitz

Entdeckung des programmierten Zelltods (Apoptose)


1998

David Lane, Arnold Levine und Bert Vogelstein

Entdeckung des Tumorsuppressorgens p53


1997

Barry J. Marshall und John Robin Warren

Entdeckung des Bakteriums Helicobacter pylori

The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2005



1996

Pamela J. BjorkmanHans-Georg Rammensee und Jack L. Strominger

Erforschung der „Präsentierteller des Immunsystems“ (MHC)



1994

Peter Howley und Harald zur Hausen

Erforschung von Papillomviren und ihrem onkogenen Potential

The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2008



1993

Philippa Marrack, John W. Kappler und Harald von Boehmer

Erforschung der Entwicklung und Rolle der T-Zellen

1992

Manfred Eigen

Bahnbrechende Arbeiten zur biologischen Evolution 

Nobel Prize in Chemistry 1967



1991

Rino Rappuoli und Michio Ui

Erforschung und Entwicklung eines Keuchhustenimpfstoffs

1990

R. John Collier und A.M. Pappenheimer Jr.

Erforschung bakterieller Toxine, insbesondere Diphterie und Anthrax

1989

Stuart A. AaronsonRussell F. Doolittle und Thomas Graf

Entdeckungen auf dem Gebiet der Onkogene und Wachstumsfaktoren


1988

Peter K. Vogt

Grundlegende Arbeiten auf dem Gebiet von Retroviren und Onkogenen


1987

Jean F. Borel, Hugh O. McDevitt und Felix Milgrom

Herausragende Forschungsarbeiten über Autoimmunität


1986

Abner L. Notkins


Erforschung von Autoimmunkrankheiten insbesondere Typ-1-Diabetes



1985

Ernest Bueding, Louis H. Miller und Ruth Sonntag Nussenzweig

Untersuchungen über Malaria und Bilharziose


1984

Piet Borst und George A.M. Cros

Untersuchungen über den Erreger der Schlafkrankheit

1983

Michael Potter, Peter C. Doherty und Rolf M. Zinkernagel

Aufklärung der Spezifität der zellulären Immunantwort

Nobel Prize in Physiology or Medicine 1996



1982

Niels Jerne

Wegweisende Theorien über die Funktionsweise des Immunsystemst


Nobel Prize in Physiology or Medicine 1984



1981

Stanley Falkow, Susumu Mitsuhashi

Forschungen über die Resistenz von Bakterien


1980

Tomoichiro Akiba und Hamao Umezawa

Hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der klinischen Bakteriologie


1979

Arnold Graffi, Otto Mühlbock und Wallace P. Rowe

Beiträge zur Erforschung von Tumorviren


1978

Ludwik Gross und Werner Schäfer

Bedeutende Entdeckungen auf dem Gebiet der Tumorvirologie


1977

Torbjörn Caspersson und John Bertrand Gurdon

Hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der Zellbiologie


The Nobel Prize in Physiology or Medicine 2012



1976

Georges Barski und Boris Ephrussi

Pionierleistungen in Embryologie und Genetik


1975

George B. Mackaness, Nicholas Avrion Mitchison und Morten Simonsen

Beiträge zur Mikrobiologie und Immunologie


1974

James L. Gowans und Jacques Miller

Entdeckungen über die Rolle der Lymphozyten bei der Immunabwehr


1973

Anthony Epstein, Kimishige Ishizaka und Dennis H. Wright

Beiträge auf dem Gebiet der Tumorvirologie und -immunologie


1972

Denis P. Burkitt und Jan Waldenström

Erstbeschreibung bestimmter Tumoren des Lymphgewebes


1971

Albert Claude, Keith R. Porter und Fritiof Sjöstrand

Zellbiologische Entdeckungen mit Hilfe der Elektronenmikroskopie





1970

Ernst Ruska und Helmut Ruska

Erfindung der Elektronenmikroskopie

The Nobel Prize in Physics 1986



1969

Hiroshi NikaidoAnne-Marie Staub und Winifred M. Watkins

Beiträge zur Bakteriologie, Immunologie und Serologie


1968

Walter T. J. Morgan und Otto Westphal

Grundlegende Arbeiten auf dem Gebiet der Immunchemie und Tumorbiologie


1967

Wilhelm Bernhard und Renato Dulbecco

Arbeiten auf dem Gebiet der Tumorvirologie





1966

Francis Peyton Rous

Pionierarbeit auf dem Gebiet der Tumorvirologie

The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1966



1965

(Nachwuchspreis)

Otto LüderitzLéon Le MinorIda ØrskovFrits Ørskov und Bruce A. D. Stocker

Arbeiten auf dem Gebiet der Mikrobiologie


1964

Fritz Kauffmann

Hervorragende Leistungen auf dem Gebiet der medizinischen Mikrobiologie


1963

(Nachwuchspreis)

Helmut Holzer, Lothar Jaenicke, Detlev Kayser und Tullio Terranova

Arbeiten zur Enzymologie und zur Biochemie von Krebszellen


1962

Otto Warburg

Fundamentale Erkenntnisse über den Zellstoffwechsel

The Nobel Prize in Physiology or Medicine 1931



1961

(Nachwuchspreis)

Albert H. Coons, Günther Heymann, Örjan E. Ouchterlony und Jacques Oudin

Arbeiten auf dem Gebiet der Immundiagnostik


1960

Felix Haurowitz

Bedeutende Arbeiten über Proteine und Antikörper


1958

Richard Kuhn

Hervorragende Arbeiten auf dem Gebiet der Vitamine und Enzyme

The Nobel Prize in Chemistry 1938



1953

Adolf Butenandt

Strukturaufklärung von Geschlechtshormonen

The Nobel Prize in Chemistry 1939



1952

Gerhard Eißner und Wolf-H. Wagner

Entwicklung von Impfstoffen und Medikamenten


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