Weitere Aufgaben und Mitarbeit in Forschungsverbünden

Inhalt

  1. Graduiertenkolleg 1728 - Theologie als Wissenschaft
  2. Herausgabe der Quellen und Forschungen zur hessischen Kirchengeschichte
  3. Arbeitskreis Religion und Aufklärung
  4. Angemeldete Graduierungsarbeiten

Graduiertenkolleg 1728 - Theologie als Wissenschaft

Graduiertenkolleg 1728 - Theologie als Wissenschaft

Teilprojekt: Exemplarische Formierungsprozesse der Reflexivität von Glaubenstraditionen in konfessionshistorischer Perspektive


In dem Maße, wie die Autoritäten der mittelalterlichen abendländisch-christlichen Kultur fraglich werden, entsteht das Bedürfnis nach ihrer Substitution. Diese geht einher mit dem Verlust der Funktion als Leitkultur für die Theologie und ihrem auch dadurch verstärkten Bemühen um Selbstlegitimation. Um der unlösbaren Verbindung mit der Tradition und dem verblassenden Erbe der Vergangenheit willen, wird freilich der radikale Traditionsbruch vermieden und statt dessen unter dem Begriff der Reform eine behutsame Transformation überkommenen Werte, Inhalte und Strukturen im Zeichen der Reform, also der Wiedergewinnung einer idealisierten Gestalt vergangener früherer Zeiten, in Angriff genommen.

Beispielhaft soll das an vier krisenhaften Entwicklungen der deutschen Universitätstheologie analysiert werden:
Professionalisierung – Partikularisierung – Profanisierung – Zur Entstehung konfessioneller Theologie[n] im Zeitalter der Konfessionalisierung

Leitende Frage ist zunächst die nach einer konfessionsspezifischen Ausprägung von Wissensinhalten und deren Distribution sowie die sie tragenden Eliten und Institutionen. Im Kontext des GraKo kommt allerdings der vergleichenden Perspektive sowie deren systematischer Synthese erhebliche Bedeutung zu. Dazu wird verstärkt auf die Entwicklungen des Späthumanismus weniger als einer Standeskultur, sondern vor allem im Blick auf gemeinsame Wissenscorpora, Methoden und ihre Anwendung, sowie überkonfessionell gleichermaßen akzeptierte heuristische Verfahren und hermeneutische Entscheidungen zu achten sein.

Projektmitarbeiter bzw. Kollegiaten:


Teilprojekt: Wissenschaftliche Theologie und Fromme Erudition – Die Entstehung von parallelen Strukturen wissenschaftlicher Theologie im Zeitalter des Pietismus und der Erweckungsbewegungen

Erkenntnisleitend wird die Frage sein, wie die Glaubenspraxis zur theoretischen Norm dogmatischer Lehrentwicklung wird und ob diese Ausgestaltung der wissenschaftlichen Theologie konfessionsspezifische Prägungen erfährt.

Dogma – Dogmatik – Dogmengeschichte – Zur Ablösung der theologischen Dogmatik durch die historisch-systematische Dogmengeschichte. Ein Beitrag zur Transformation der wissenschaftlichen Theologie im Protestantismus des 18. und 19. Jahrhunderts

Die leitende Frage dieses Teilprojekts ist die nach der wiss. Legitimation theologischer Arbeit im Umfeld des ausdifferenzierenden Kanons der Wissenschaften in konfessioneller Zuspitzung einerseits. Erneut ist auch hier nach Konfessionsspezifika einerseits und übergreifenden Phänomenen andererseits zu fragen.

Ansprechpartnerin:

  • Aljona Lechler

Andererseits ist nach Funktion und Bedeutung derartiger wissenschaftstheoretischer Reflektionen vor dem Hintergrund eines sich verselbständigenden Marktes religiöser Angebote und der von ihnen vorgetragenen, häufig wissenschaftskritischen, wenn nicht –feindlichen Selbstlegitimationen. Neben der eurozentrischen Sicht der Aufspaltung theologischer Selbstreflektion ist hierbei vor allem auch der Import transatlantischer Frömmigkeitsformen und deren Legitimation verstärkt zu beachten.


Veröffentlichungen:

  • Markus Wriedt: Erleuchtete Pietas – fromme Erudition. Zum Wandel des theologischen Bildungsverständnisses im Zeitalter der Aufklärung, in: Spurenlese. Wirkungen der Reformation auf Wissenschaft und Bildung, Universität und Schule hrsg. von der Reformationsgeschichtlichen Sozietät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Leipzig 2014, S. 159-191.
  • Ders.: Zusammen mit Albrecht Beutel und Thomas Kuhn: Glaube und Vernunft. Studien zur Kirchen- und Theologiegeschichte des 18. Jahrhunderts, Leipzig 2014.

 


Herausgabe der Quellen und Forschungen zur hessischen Kirchengeschichte

Seit 2012 gibt Markus Wriedt gemeinsam mit Wolf-Friedrich Schäufele, Marburg die Quellen und Forschungen zur Hessischen Kirchengeschichte im Auftrag der Hessischen Kirchengeschichtlichen Vereinigung heraus.

Bisher erschienen:

Band 24:

  • Jürgen Telschow: Ringen um den rechten Weg. Die evangelische Kirche in Frankfurt am Main zwischen 1933 und 1945, Darmstadt 2013.

In Vorbereitung:

  • Band 22
  • Band 23

Ältere Bände der Reihe sind zu beziehen über die Geschäftsstelle der HKV im Helmut Hild Haus, Ahastrasse 5, Darmstadt.


Arbeitskreis Religion und Aufklärung

Seit 2000 trifft sich auf Initiative von Prof. Dr. Albrecht Beutel, Münster, und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Spalding-Forschungsstelle ein Kreis von interessierten Forscherinnen und Forschern, die sich mit dem durch neuere Editionen und einen Wandel der historiographischen Konzepte belebte Aufklärungsforschung beschäftigen. Unterstützt mit Mitteln der Thyssen-Stiftung konnten bisher 12 Tagungen durchgeführt werden, deren Ergebnisse in bisher drei Bänden vorliegen. Zahlreiche weitere Arbeiten sind durch den Kreis angeregt und begleitet worden. Berichte über die Tagungen finden sich in der Theologischen Literaturzeitung ab 2001.

[Bisherige Programme – und Berichte siehe CD]

Gegenwärtig gehören dem Vorbereitungskreis an:

Prof. Dr. Albrecht Beutel
Evangelisch-Theologische Fakultät
Seminar für Kirchengeschichte II
Westfälische Wilhelms-Universität Münster
Universitätsstr. 13-17
48143 Münster

Prof. Dr. theol. Thomas K. Kuhn
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Theologische Fakultät Lehrstuhl für Kirchengeschichte
Am Rubenowplatz 2/3
D-17489 Greifswald

Geschäftstelle

Prof. Dr. Markus Wriedt
Fachbereich Evangelische Theologie
Professur für Kirchengeschichte
Goethe Universität Frankfurt/Main
Grüneburgplatz 1
60629 Frankfurt am Main

Die nächste Tagung des Arbeitskreises findet vom 13. bis 15. Dezember 2013 in den Räumen der Alten Universität (Collegienstrasse 54,Lutherstadt Wittenberg) statt. Als Thema der Präsentationen wurde Spätaufklärung – 1789-1815 beschlossen. Bitte melden Sie sich spätestens 31. März 2013 in der Geschäftsstelle in Frankfurt an.

Veröffentlichungen:

  • Albrecht Beutel et.al. (Hgg.): Religion und Aufklärung. Studien zur neuzeitlichen „Umformung des Christlichen“, Leipzig 2004.
  • Ders. et.al. (Hgg.): Christentum im Übergang. Neue Studien zu Kirche und Religion in der Aufklärungszeit, Leipzig 2006.
  • Ders. et.al. (Hgg.): Aufgeklärtes Christentum. Beiträge zur Kirchen- und Theologiegeschichte des 18. Jahrhunderts, Leipzig, 2010.

In Vorbereitung:

  • Albrecht Beutel et.al. (Hgg.): Neuere Arbeiten des Arbeitskreises für Religion und Aufklärung, Leipzig 2013.