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Themenfeld 1: Individuum und Mobilitätshandeln

Der Schwerpunkt „Individuum und Mobilitätshandeln“ zielt auf ein verbessertes Erklären und Verstehen von Mobilitätshandeln sowohl in grundlagen- als auch in anwendungsorientierten Projekten. Das damit generierte Wissen trägt letztlich zum Verstehen von Verhaltensänderungen infolge veränderter Rahmenbedingungen bei (z.B. finanzielle Anreize, Bau von Infrastrukturen, Kommunikation) und ermöglicht es, Verhalten mit gezielten Interventionen zu beeinflussen.

Theoretische Grundlage vieler Projekte ist das Konzept der Mobilitätsbiographien, welches (Verkehrs-)Verhaltensänderungen in Wechselwirkung mit Umbruchssituationen und Schlüsselereignissen im Lebenslauf konzeptualisiert. Charakteristisch für unsere Arbeiten ist zudem die Berücksichtigung subjektiver und emotionaler Einflussgrößen für die Verkehrsentstehung, insbesondere Einstellungen oder Mobilitätsorientierungen, die wir in Wechselwirkung mit klassischen Einflussfaktoren, wie z.B. sozial-räumliche Faktoren oder Erreichbarkeiten untersuchen. Zudem beforschen wir Sozialisationsprozesse und die Mobilität junger Erwachsener.

Laufende und abgeschlossene Projekte zum Themenfeld 1

laufend
  • Infrastruktur - Design - Gesellschaft: Designforschung in Mobilitätssystemen zur Entwicklung multimodaler, umweltfreundlicher Mobilität im Ballungsraum Rhein-Main, gefördert durch LOEWE (Lanzendorf, Müggenburg, Blitz) 124 kB
  • NaMoLi: Nachhaltige Mobilität in Lincoln. Implementierung innovativer nachhaltiger Mobilitätskonzepte in Neubausiedlungen und Konversionsflächen am Beispiel der Lincoln-Siedlung in Darmstadt (Klein, Klinger, Lanzendorf, Schwerdtfeger), Download: Factsheet
abgeschlossen
  • Auf dem Weg - intermodales Arbeitspendeln dank Leihrad? Entsteht neue Multioptionalität im Berufsverkehr durch die Einführung intermodal verknüpfter Fahrradverleihsysteme? (Czowalla)
  • Nachhaltige Mobilität und Kontextwechsel: Die Veränderung mobilitätsrelevanter Einstellungen und Verkehrsmittelentscheidungen im Kontext der Umbruchsituation zwischen Studium und dem Start ins Berufsleben (Busch-Geertsema) pdf 170 kB
  • Mobility Biographies: A Life-Course Approach to Travel Behaviour and Residential Choice (Lanzendorf, Müggenburg) pdf 143 kB
  • Nach dem Auto Multimodalität? Materielle und mentale Multioptionalität als individuelle Voraussetzungsdimensionen für multimodales Verhalten (Groth)
  • Mobilitätsbiografien hochmobiler Menschen (Schönduwe)
  • Städtische Mobilitätskulturen und Wohnumzüge (Klinger) pdf 73 kB
  • Mobilitätsbiographien und Umbruchsituationen im Lebenslauf (Lanzendorf) pdf 113 kB
  • Nutzungsmöglichkeiten regionaler Mobilitätsdaten (Schönduwe, Lanzendorf) pdf 70 kB
  • Veränderte Mobilitätsorientierung junger Erwachsener (Schönduwe, Lanzendorf)

Themenfeld 2: Gesellschaft, Raum und Mobilität

Die Herausforderungen durch Mobilität können mit geographischen Gesellschaftstheorien auch als ein Ausdruck der wechselseitigen Beziehungen von Raum und Gesellschaft verstanden werden. Traditionell kann Raum zunächst als ein System von Lagebeziehungen materieller Objekte verstanden werden, welche durch Kenngrößen, wie Dichte, Verteilung und Entfernung, beschreibbar sind. Siedlungsstrukturen und Aktivitätsgelegenheiten bilden in diesem Kontext die raumbezogenen Rahmenbedingungen für Mobilität und Erreichbarkeiten. Unter Rückgriff auf jüngere sozialwissenschaftliche Theorien sollte Raum jedoch immer auch im Kontext sozialer Praxis untersucht werden. Schließlich sind räumliche Formen und Prozesse das Resultat einer übergreifenden sozialen Struktur und werden folglich durch gesellschaftliche Aushandlungsprozesse erst produziert und reproduziert. So spiegeln sich auch in der Räumlichkeit alltäglicher Mobilitätsmuster real bestehende Machtstrukturen wider, deren Aushandlung, Herausbildung und Verstetigung näher untersucht werden können. In diesem Schwerpunkt stehen soziale Aspekte von Mobilität im Zentrum. Näher thematisiert werden insbesondere soziale Exklusionsprozesse durch fehlende Teilnahmemöglichkeiten an Mobilität, fehlende Mobilitätsressourcen und die raumproduzierende Wirkung städtischer Verkehrspolitiken. Um in konkreten Forschungszusammenhängen die enge Wechselbeziehung und die Komplexität der Interaktion von Mobilität, Gesellschaft und Raum zu operationalisieren, verfolgen wir auch den Ansatz der städtischen Mobilitätskulturen

Laufende und abgeschlossene Projekte zum Themenfeld 2

laufend
  • Social2Mobility: Mehr soziale Teilhabe durch integrierte Raum-, Verkehrs-und Sozialplanung (Rozynek, Schwerdtfeger, Lanzendorf), Download: Factsheet
  • Standortfaktor Massenverkehr? - Eine Analyse zum Einfluss von Globalisierung und globalem Standortwettbewerb auf Politik und Planung von öffentlichen Schienennahverkehrsinfrastrukturen (Eigenprojekt, Hebsaker)
abgeschlossen
  • "Fahren ohne (gültigen) Fahrschein: Motive, soziale Akzeptanz und alternative Finanzierungsinstrumente" (Schwerdtfeger)
  • Fachgutachten für die Fortschreibung des STEP Verkehr und öffentlicher Raum – Integrierte Stadtentwicklung zur Verkehrsvermeidung und Förderung nachhaltiger Mobilität  im Auftrag der Stadt Leipzig (Lanzendorf, Blechschmidt)
  • Mobilität in Megacities (Kenworthy, Lanzendorf)
  • Changing travel patterns in European cities and regions (Kenworthy)
  • Mobility culture in German cities (Klinger, Kenworthy)
  • Mercator-Gastprofessur Prof. Jeff Kenworthy (Kenworthy)
  • The Millenium Cities Database For Sustainable Transport - Update (Kenworthy)
  • Peer Cities – Stage 2 Data Collections (Kenworthy)
  • Energiesparend Wohnen? Der Beitrag von Siedlungsstrukturen zum energiesparsamen Wohnen (Schönduwe, Lanzendorf) pdf 47 kB
  • Nachhaltige Entwicklung von Verkehrsinfrastrukturen in schrumpfenden Stadtregionen. Entwicklung einer Bewertungsmethodik und Empfehlungen für öffentliche Akteure unter besonderer Berücksichtigung ökonomischer Aspekte (Promotionsprojekt Torsten Bähr, Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung UFZ) pdf 122 kB


Themenfeld 3: Politik und Governance von Mobilität

Die Endlichkeit fossiler Ressourcen, die Gefahren des Klimawandels oder mangelnde Lebensqualität in Städten sind nur drei Beispiele, die eine Handlungsnotwendigkeit zur Verbesserung heutiger Verkehrssysteme begründen. Obwohl wissenschaftliche Erkenntnisse über Möglichkeiten einer alternativen Gestaltung von Mobilität in Städten und Regionen mittlerweile zahlreich vorliegen und auch die Bereitschaft kommunaler wie privater Akteure zur Neugestaltung der Verkehrssysteme in den vergangenen Jahren merklich zugenommen hat, bremst die konkrete Verkehrsplanung und ‑politik mögliche Veränderungen dennoch häufig aus. Eine Fragestellung dieses Forschungsschwerpunkts ist daher die Untersuchung von Barrieren und Chancen von Veränderungsprozessen in der Verkehrspolitik und ‑planung.

Gleichwohl gibt es auch heute schon zahlreiche Beispiele, bei denen politische und Planungsakteure den verfügbaren Spielraum zur Gestaltung einer nachhaltigeren Mobilität nutzen, etwa über angebotsbezogene Verbesserungen (z.B. Jobtickets, Pendlernetze), Marketing-Kampagnen (z.B. individuelles Marketing, Neubürgertickets), ökonomische Maßnahmen (z.B. Parkgebühren, Road Pricing) oder planerische Schritte (z.B. Umweltzonen, Verkehrsberuhigungen). Hierzu interessieren uns Fragen der Evaluation solcher Maßnahmen, sowohl hinsichtlich ihrer gesellschaftlichen Akzeptanz als auch hinsichtlich der (direkten und indirekten) verkehrlichen, ökologischen, ökonomischen und sozialen Wirkungen.

Laufende und abgeschlossene Projekte zum Themenfeld 3

laufend
abgeschlossen
  • Verbesserte Integration des Fahrrads in den ÖV - Systematische Erschließung von Handlungsoptionen und Bewertung von Best-Practices im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020, gefördert mit Mitteln des BMVI (Czowalla, Wilde, Lanzendorf) pdf 65 kB
    Die Ergebnisse des Projekts finden sich im Fahrradportal.
  • „Science Tours: Bewegte Welt – Mobilität nachhaltig gestalten“ (Busch-Geertsema, Lanzendorf, Nöthen, Schlottmann) pdf 250 kB
  • Fahren ohne gültigen Fahrschein - Motive, Akzeptanz und Handlungsoptionen im Gebiet des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (Schwerdtfeger, Wilde, Lanzendorf) pdf 66 kB
  • Integration von Fernbuslinienangeboten – Anforderungen an und Handlungsoptionen für die städtebauliche und verkehrliche Integration der Fernbusse in lokale Verkehrssysteme gefördert. Das Forschungsvorhaben aus Mitteln des Landes Hessen und des HOLM (Selzer, Wilde) pdf 3331 kB  Publikation im Katalog der UB
  • CO2-neutrale Landesverwaltung Hessen - Prozessentwicklung zur Erfassung von Daten zur Dienstreiseabwicklung (Lanzendorf, Wilde) pdf 315 kB
  • Betriebliches Mobilitätsmanagement an der Goethe-Universität (Eigenprojekt, Lanzendorf, Schubert)
  • Betriebliches Mobilitätsmanagment – CO2neutrale Landesverwaltung Hessen (Lanzendorf, Wilde)
  • Pedelecs als Beitrag für ein nachhaltiges Mobilitätssystem (Prill) pdf 72 kB
  • Konzeptstudie für ein nachhaltiges Mobilitätsmanagement in Hessen, Studie im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung (Lanzendorf, Blechschmidt, Meyer)
  • Jobticketangebote für Klein- und Kleinstbetriebe - Eine Konzeptstudie am Beispiel der Region Frankfurt Rhein-Main in Kooperation mit der Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften Frankfurt-Rhein-Main (Dr. Josef Hoormann) im Auftrag der Hans Böckler Stiftung (Blechschmidt, Lanzendorf)
  • „Fahrradmobilität in Hessen“ als Teilprojekt von „Mobilität 2050: Hessen – Impulsgeber für eine neue Mobilität“ im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Hessens (Busch-Geertsema, Lanzendorf) Abschlussbericht (pdf 15 MB)
  •  „Personalisierter Mobilitätslotse“ als Teilprojekt von „Mobilität 2050: Hessen – Impulsgeber für eine neue Mobilität“ im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie Hessens (Krause, Lanzendorf) pdf 89 kB
  • Sozialwissenschaftliches Forschungskonzept zur Elektromobilität in der Modellregion Rhein-Main – Teilprojekt Pedelecs (Klinger, Tomfort, Prill, Lanzendorf)
  • Literaturstudie „Qualitätsbewertung Mobilität“ (Sicks, Lanzendorf)
  • Sicherstellung nachhaltiger Mobilität im ländlichen Raum unter Berücksichtigung des demografischen Wandels (Sicks, Lanzendorf)
  • Mobilitätsverhalten von Heranwachsenden und Möglichkeiten zur Bindung an den Öffentlichen Personennahverkehr (Schönduwe, Lanzendorf) pdf 72 kB


Themenfeld 4: Digitalisierung, Technologie und neue Mobilität

Digitalisierung ermöglicht und erzwingt eine umfassende Veränderung alltäglicher Lebenswelten, wodurch neue Möglichkeiten aber auch neue Abhängigkeiten geschaffen werden. Dabei durchläuft auch unsere alltägliche Mobilität einen grundlegenden Wandel. Dieser manifestiert sich in neuen Möglichkeiten zur verbesserten Nutzung bestehender Mobilitätsdienstleistungen (z.B. Reiseinformationen, Navigation, Ticketing) oder in der Entstehung neuer Mobilitätsangebote (Mitfahrgelegenheiten, Car-Sharing, multimodale Online-Plattformen etc.). Ziele dieses Forschungsschwerpunkts sind die wissenschaftliche Aufarbeitung der beobachtbaren Entwicklungen, die Abschätzung zukünftig zu erwartender direkter und indirekter Folgen für das Mobilitätssystem sowie die Identifikation von Handlungsoptionen für private oder staatliche Akteure zur aktiven Gestaltung einer digitalisierten Mobilitätswelt.

Laufende und abgeschlossene Projekte zum Themenfeld 4

laufend
  • Mobilität 2.0 (Eigenprojekt, Lanzendorf)
  • Mobilität im digitalen Wandel: Digitalisierung, Technologien und neue Mobilität (Eigenprojekt, Busch-Geertsema)
abgeschlossen
  • Sharing-Konzepte für ein multioptionales Mobilitätssystem in FrankfurtRheinMain - Analyse neuerer Entwicklungen und Ableitung von Handlungsoptionen für kommunale und regionale Akteure (Kemen, Klinger, Lanzendorf) pdf 374 kB Langfassung, Kurzfassung
  • Sozialwissenschaftliche und ökologische Begleitforschung der „Allianz der Elektromobilität“ - Erfolgskriterien der Elektromobilität aus Nutzerperspektive für intermodale Mobilitätssysteme und für Freizeit- und Versorgungswege (Groth, Lanzendorf, Schubert) pdf 150 kB