Abschlussarbeiten und Prüfungen

Im Arbeitsbereich werden Themen aus der Breite der Disziplin und des Zusammenhangs um Schule und Jugend behandelt. Bitte beachten Sie, dass Abschlussarbeiten und Prüfungsthemen grundsätzlich in der Sprechstunde abgestimmt werden. Diesbezügliche Fragen per Email können nicht beantwortet werden. Melden Sie sich gerne über OLAT in der Sprechstunde an und nehmen eine Beratung in Anspruch. Beachten Sie die folgenden Fragen, die Sie sich vor dem Besuch der Sprechzeit stellen und vor deren Hintergrund wir dann über Ihre Prüfung/Abschlussarbeit sprechen:

  • Welche Fragen interessieren mich in der Erziehungswissenschaft? Habe ich Seminare besucht, die ich besonders interessant fand und aus denen sich Themen ergeben haben? Habe ich Praxis beobachtet und würde mich gerne mit einem Phänomen aus der Praxis befassen (Familie, Schule, Jugendzentrum, Peerbezüge, Jugendkulturen usw.)?
  • Wie lassen sich aus den Themen wissenschaftlich interessante Fragestellungen generieren und welche Literaturbasis lässt sich finden?

 Speziell für Abschlussarbeiten sollten Sie weiter fragen:

  • Möchte ich eine theoriebasierte Arbeit schreiben oder mich auf Empirie beziehen?
  • Welche Methoden wissenschaftlichen Arbeitens kenne ich schon und inwiefern bieten sie sich zur Bearbeitung der Fragestellung an? Was soll der wissenschaftliche Ertrag der Arbeit sein?
  • Was ist das Erkenntnisinteresse, das ich mit meiner wissenschaftlichen Arbeit (Bachelor/Master/WHA) verbinde?

Selbstverständlich stehen bei den Prüfungsthemen zunächst Ihre Interessen und Ideen im Vordergrund. Mit Blick auf die Themen des Arbeitsbereiches Jugend und Schule können folgende thematische Schwerpunkte als Inspiration dienen:

Erziehungswissenschaftliche Migrationsforschung und Transnationalisierung

Die Bedingungen der Migrationsgesellschaft sind ein Querschnittthema dieses Arbeitsbereichs. Verschiedenste Aspekte des Aufwachsens in Gesellschaften, die maßgeblich von transnationalen Verflechtungen geprägt sind (Migration und Internationalisierung) können dabei in den Blick genommen werden, ebenso Prozesse der Inklusion und Exklusion durch Differenzierungshandlungen (z.B. Diskriminierung und Rassismus). Hierbei kann z.B. der Möglichkeitsraum Schule mit Blick auf das Spannungsfeld von nationaler Gebundenheit und transnationalen Bedingungen gefragt werden, in den Blick kommen können Projekte der Biografieforschung, gemeinsame Orientierungen Jugendlicher, Haltungen von Lehrer:innen und auch Positionierungen von Schulen.

Kulturelle Ordnungen von Differenzierungen in Erziehungsverhältnissen

In diesem Themenbereich geht es um eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Grundlagen pädagogischen Handelns und institutioneller Bildung. Dabei können zum Beispiel migrationsgesellschaftliche Grundlagen des schulischen Handelns und jugendlichen Aufwachsens thematisiert werden. Auch intersektionale Perspektiven auf Ungleichheit(en) und die Bedeutung Transnationalisierung für Schule können eingenommen werden. Möglich sind ebenfalls vergleichende Untersuchungen zu Konzepten von Jugend in unterschiedlichen Kulturen/Gesellschaften.

Raum – Macht – Bildungsinstitutionen

Der thematische Fokus liegt hier auf der Reproduktion sozialer Ungleichheiten durch Schule (z.B. mit Blick auf ethnische Diversität, Inklusion etc.). Dabei können empirische Studien die Positionierungen von Bildungsinstitutionen und Erziehungssettings im Möglichkeitsraum gesellschaftlicher Konzepte von Bildung und Erziehung in den Blick nehmen (durch Homepageanalysen, Interviews, Gruppendiskussionen). Es kann analysiert werden, wie Schule Jugend machtvoll rahmt und wie sich Jugendliche damit auseinandersetzen. Selbstverständlich ist auch hier eine vergleichende Perspektive möglich.

Jugendliche Sozialisation und Individuation

In diesem Themenbereich geht es darum, welche Erwartungen an Jugendliche mit Blick auf ihren Lebenslauf gestellt werden und wie sie diese bearbeiten. Interessant ist dies auch z.B. anhand der Auseinandersetzung mit institutionellen Übergängen (Schule, Beruf) und Einbindungen in Kontexte wie Schule, Familie und Peer-Group/Szenen. Fragen nach der Subjektwerdung und der Individuation können anhand historischer Dokumente (Tagebücher, Zeugnisse, Briefe), biografischer Interviews, Gruppendiskussionen und anderem Material (Filmen, Büchern usw.) auch empirisch bearbeitet werden. Auch die Bedeutung digitaler Medien für Jugendliche (z.B. jugendliche Selbstinszenierungen) kann hier von Interesse sein.

Methodologische Entwicklungen

Der Themenbereich der Methodologie(n) stellt in den Mittelpunkt die theoretische Auseinandersetzung mit der Bedeutung von Forschungsmethoden und -methodologien für die erziehungswissenschaftliche Forschung. Entsprechend der thematischen Ausrichtung des Arbeitsbereichs sind exemplarische Bezüge zu Schule und Jugend möglich, aber nicht zwingend.