InBewegung

InBewegung - Transformationsprozesse von Sportorganisationen in migrationsgesellschaftlichen Kontexten

Projektleitung  

Prof. Dr. Michael Fingerle, Prof. Dr. Christopher Heim, Prof. Dr. Christiane Hof, Dr. habil. Britta Hoffarth, PD Dr. Mandy Röder & Dr. Jan Haut

Projektkoordination

Andrea Silva-Tapia

Promovendinnen

Lisa Gräf, Bilsena Ibrahimovic, Sarah Weißmann

Förderung: BMBF

Dauer: 3 Jahre - Projektbeginn Februar 2018

Projektbeschreibung:

Sport führt Menschen zusammen und ermöglicht vorurteilsfreie Kontakte, die ihresgleichen suchen. Denn Menschen gestalten Sport und Sportereignisse mit unterschiedlichen Interessen, Erfahrungen und Ansprüchen – insbesondere in migrationsgesellschaftlichen Zusammenhängen existiert bezüglich der Interessen, Erfahrungen und Ansprüche ein hohes Maß an Heterogenität, das als Herausforderung gedeutet werden kann und muss.

Gerade wenn Sportangeboten eine integrative Kraft unterstellt wird, die auch gesellschaftlich wirkt, stellt sich die Frage, in welcher Weise Integration in den Sport und durch Sport gegenwärtig gelingt und wie dies zur Bearbeitung migrationsbezogener Herausforderungen genutzt werden kann. Ganz in diesem Sinne widmet sich das beantragte Forschungsvorhaben der Analyse der organisationalen Veränderungs- und Optimierungsprozesse des Sportkreises Frankfurt, die aufgrund von Einwanderung und den damit verbundenen veränderten Anforderungen notwendig geworden sind und auch weiterhin notwendig werden. Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist die Dachorganisation aller Frankfurter Turn- und Sportvereine. Er ist dem Landessportbund Hessen angeschlossen und vertritt die Interessen der rund 430 Frankfurter Turn- und Sportvereine mit 190.000 Sportler_innen nach innen und außen. Dabei unterstützt er die Vereine zum Beispiel bei Zuschüssen, Öffentlichkeitsarbeit, Mitgliedergewinnung und Weiterentwicklung von Sportangeboten.

Der Sportkreis Frankfurt e.V. ist bereits seit Jahren in der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund engagiert und verfügt über ein Konzept, das jedoch als durchaus erweiterbar erscheint und Optimierungspotentiale beinhaltet. Das Optimierungspotential findet sich vor allem im Bereich eines eingehenden Überblicks über die verschiedenen Integrationsbemühungen der einzelnen Vereine, d.h. deren Integrationspraxen und ihren Gelingensbedingungen, sowie der Erwartungen und Sichtweisen der Adressaten, d.h. der Migrant_innen. Dies korrespondiert zum Teil mit Desideraten, die sich sowohl in der Sportvereinsforschung als auch in der Forschung zu Integrationsprogrammen insgesamt verorten lassen, und die um die Frage der adaptiven Passungsherstellung von Angeboten kreisen. Das Forschungsvorhaben wird Intentionen, Einstellungen und Handlungspraktiken der Akteure auf verschiedenen Organisationsebenen untersuchen und auf der Institutionsebene des Sportkreises schließlich in ein datenbasiertes Diversity Managementkonzept für den Kooperationspartner münden. Dazu werden Interviews und ethnographische Beobachtungsphasen mit fragebogengestützten Erhebungsphasen kombiniert und trianguliert. Die Bearbeitung der Forschungsdesiderate liefert sowohl Basisdaten als auch eine Reflexionsgrundlage für Organisationsveränderungen, die für eine verbesserte Koordination und Unterstützung der Integration von Migrant_innen in die Frankfurter Turn- und Sportvereine nötig sind. Die Ergebnisse des Forschungsvorhabens werden zudem auch das Wissen über Gelingensbedingungen von Integration erweitern und dienen somit auch einem gesamtgesellschaftlichen Interesse.