Public kick-off seminar of the research project “Spaces and Styles of Participation. Formal, non-formal and informal participation of young people in European cities” (PARTISPACE)

How and where do young people participate in the public?

11 May 2015, 10.00-13.00
Goethe-University Frankfurt am Main, Campus Westend, PA building (Lobby)


10.00 Introduction and welcome

  • Sabine Andresen (Vice Dean, Faculty of Education, Goethe University)

10.15 The PARTISPACE project: objectives and design

  • Andreas Walther and Axel Pohl (Goethe University)

10.45 What does youth participation mean?

  • ‘World café’ on issues, dimensions and open questions:
    - What are different styles and decisive factors of youth participation?
    (coordinated by Demet Lüküslü, Yeditepe University Istanbul)
    - Where do young people participate and how are the spaces related to the public?
    (coordinated by Christian Reutlinger, Fachhochschule St. Gallen)
    - What role does and can youth work play to enhance youth work?
    (coordinated by Janet Batsleer, Manchester Metropolitan University)
    - What learning is needed for participation – what learning results from participation?
    (coordinated by Morena Cuconato, University of Bologna)
    - What actors and power relations are involved in youth participation at local level?
    (coordinated by Patricia Loncle, School of Higher Studies in Public Health, Rennes)

11.45 Key note: “I’m fed up with youth participation”

  • Howard Williamson (University of South Wales)

12.30 Dissemination and relation with policy and practice

  • Hanjo Schild (European Union – Council of Europe Youth Partnership)
  • N.N. (Organising Bureau of European School Student Unions)
  • N.N. (City youth council, Frankfurt am Main)

13.00 Reception and lunch


Projektbeschreibung
Die junge Generation zeichnet sich durch Lebensweisen aus, die individualistisch und komplex sind, weil sie sowohl durch vielfältige Netzwerke und Kommunikationswege als auch durch zunehmenden Anpassungsdruck und Ungewissheit geprägt sind. Klassische Formen von gesellschaftlicher Einflussnahme wie Wahlen und Mitgliedschaft in Vereinen, Verbänden, Parteien oder Gewerkschaften scheinen zunehmend in eine Krise zu geraten. Gleichzeitig entstehen neue Formen der Aneignung und Schaffung öffentlicher Räume – von Blockupy und Guerilla Gardening und Flashmobs über die Nutzung von YouTube Channels, konsumorientierten Szenen bis hin zum ‚Abhängen‘ in Einkaufszentren oder an öffentlichen Plätzen.

Dabei ist die Annahme verbreitet, Jugendliche würden sich immer weniger gesellschaftlich engagieren und für öffentliche Belange interessieren. Dies gilt umso mehr in Bezug auf sogenannte „benachteiligte“ Jugendliche. Selten wird das, was Jugendliche wirklich tun, um sich auszudrücken, ihren Alltag zu bewältigen, ihre Lebensentwürfe umzusetzen oder ihr Umfeld zu beeinflussen, als Versuch der Partizipation anerkannt.

Das internationale Forschungsprojekt “Spaces and Styles of Participation. Formal, non-formal and informal possibilities of young people’s participation in European cities” (Orte und Stile von Partizipation. Formale, non-formal und informelle Möglichkeiten der Partizipation junger Menschen in europäischen Großstädten) – kurz: PARTISPACE – untersucht, inwiefern diese Zuschreibungen angemessen sind und ob das Handeln Jugendlicher nicht mehr partizipatorische Potenziale enthält als gemeinhin angenommen.

Dahinter steht die Frage: Wo und wie partizipieren junge Menschen? Wesentliche Ziele der Studie sind:

  • unterschiedlichste Praktiken und Vorstellungen junger Menschen von Teilnahme und Teilhabe an der Gesellschaft sichtbar zu machen;
  • den herrschenden Begriff und die Rede von Partizipation daraufhin zu überprüfen, inwieweit sie den Bedürfnissen und Praktiken der Partizipation Jugendlicher gerecht werden, und sie dementsprechend zu erweitern;
  • zu ermitteln, wie Jugendliche bei ihren Partizipationsbemühungen anerkannt und pädagogisch und politisch unterstützt werden können.

PARTISPACE wird von der EU im Rahmen des Programms HORIZON 2020 gefördert und in acht europäischen Großstädten durchgeführt: Bologna (Italien), Eskisehir (Türkei), Frankfurt am Main (Deutschland), Göteborg (Schweden), Manchester (England), Plovdiv (Bulgarien), Rennes (Frankreich).

Die Datenerhebung erfolgt mittels folgender Erhebungsschritte und -instrumente:

  • Kontextanalyse: Analysen nationaler und europäischer Diskurse, institutioneller Strukturen und politischer Programmen zur Partizipation Jugendlicher sowie eine Sekundäranalyse internationaler Surveys zu den Orientierungen und Einstellungen Jugendlicher;
  • Entwicklung vernetzter Karten der sozialen Partizipationslandschaft durch ExpertInneninterviews sowie Gruppendiskussionen und Stadtteilbegehungen mit Jugendlichen;
  • Qualitative Fallstudien zu formalen, non-formalen und informellen Konstellationen von Partizipation bestehend aus teilnehmender Beobachtung, Gruppendiskussionen und biographischen Interviews zu den Partizipationsmotiven, -erfahrungen und -biographien der Beteiligten (Beispiele sind Schülermitverwaltungen oder Jugendgemeinderäte, Jugendverbände und Jugendhäuser sowie politische jugendkulturelle Szenen wie etwa Blockupy oder die Gezi-Park-Bewegung, aber auch solche, die sich auf den ersten Blick rein über Freizeitinteressen definieren wie z.B. Skater oder konsumorientierte Jugendkulturen).
  • Anregung und Unterstützung kleinerer (Forschungs) Projekte von Jugendlichen zu für sie wichtigen Fragen gesellschaftlicher Teilhabe. Der dauerhafte Austausch und die Vernetzung der einbezogenen Akteure, politischer Entscheidungsträger und anderer Beteiligter vor Ort sowie im europäischen Kontext ist dabei ebenso angelegt wie der stetige Kommunikationsfluss der Projekte untereinander.

Das Projekt wird koordiniert von der Sozialpädagogischen Forschungsstelle Bildung und Bewältigung im Lebenslauf an der Goethe-Universität Frankfurt am Main. Mitglieder des deutschen Projektteam sind Stephanie Gawlik, Jessica Lütgens, Yağmur Mengilli, Dr. Axel Pohl, Prof. Dr. Larissa von Schwanenflügel, Prof. Dr. Andreas Walther (Projektleitung).

Ansprechpartner:
Prof. Dr. Andreas Walther
Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachbereich Erziehungswissenschaften
Sozialpädagogische Forschungsstelle Bildung und Bewältigung im Lebenslauf
Theodor-W.-Adorno-Platz 6, PEG
60629 Frankfurt am Main
+49 (0) 69 798 36383
A.Walther@em.uni-frankfurt.de
www.partispace.eu