Anders l(i)eben...

Eine ressourcenorientierte Analyse queerer Lebensrealitäten in heteronormativen Verhältnissen

Gegenstand der Arbeit war die Beantwortung der Frage, wie sich queere Lebensrealitäten in heteronormativen Verhältnissen, aus der subjektiven Sicht der interviewten LSBT*IQs, dar- und herstellen. Entsprechend des Forschungsstils der Grounded Theory, nach Strauß und Corbin, der für vorliegendes Projekt u.a. aufgrund des anfangs relativ weit und offen formulierten Forschungsinteresses zu einem bisher vergleichsweise wenig beforschten Klientel, als angemessen erschien, entwickelten sich im Laufe des Forschungsprozesses durch eine „zirkelhafte bzw. spiralförmige gedankliche Bewegung zwischen Vor-/Verständnissen und empirischen Phänomenen“ (Breuer et al, 2010, S.133) weitere und konkretere Fragestellungen. Während der fortschreitenden Erhebung und Analyse rückte so zum einen in den Forschungsfokus, wie sich queerer Alltag in zentralen sozialen Kontexten, wie Familie und Schule gestaltet, um daran nachzuzeichnen, wie fortlaufend eine „Normalität“ bezüglich der sexuellen Orientierung und der Geschlechtlichkeit hergestellt und reproduziert wird. Daneben lag das Erkenntnisinteresse darin herauszufinden, welche Ressourcen LSBT*IQs in ihrer Auseinandersetzung mit den in unserer Gesellschaft herrschenden heteronormativen „Idealen“ und „Normalitäten“ entwickeln und nutzen und wie sich deren Aneignung und Gestaltung vollzieht. So war es Ziel der Arbeit - basierend auch auf dem erarbeiteten Forschungsstand und den dabei identifizierten Forschungslücken - eine empiriegestützte gegenstandsbezogene Theorie zu Ressourcen von LSBT*IQs zu entwickeln, unter Einbeziehung dessen, wie sich „Normalität“, die sexuelle Orientierung und geschlechtliche Identität betreffend, erst über die Konstruktion eines entsprechend „Anderen“ bzw. „Abweichenden“ konstituiert.