Hinweise zu den Veranstaltungen

Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen

SoSe 2018

Choderlos de Laclos: Les Liaisons dangereuses

Do, 12-14, SH 2.106

In diesem Seminar wenden wir uns Choderlos de Laclos‘ skandalträchtigem Roman Les Liaisons dangereuses (1782) zu, der noch bis ins 20. Jahrhundert in einigen Ländern verboten war. Dabei soll der Text in Hinblick auf unterschiedliche Aspekte und Themen untersucht werden, z.B. gattungsspezifische Fragen (Briefroman und Polyphonie), thematische Konstanten und gesellschaftliche und philosophische Diskurse (Intrige, Lüge, Libertinage, Aufklärung) und Genderkonstruktionen (Konzeptionen von Weiblichkeit/Männlichkeit). Trotz oder gerade wegen seiner Brisanz erfreute sich der Roman jedoch bis heute großer Beliebtheit – was sich nicht zuletzt an der Vielzahl an literarischen und filmischen Adaptionen ablesen lässt. So sollen Text und Film auch in Hinblick auf Intermedialität hin betrachtet werden.

Zur Anschaffung empfohlen: Choderlos de Laclos: Les Liaisons dangereuses. Préface d’André Malraux. Paris 2006.

Teilnehmer sollten den Roman zu Beginn des Semesters gelesen haben.

 

Literatur und Psychoanalyse (Italien und Frankreich)

Di, 12-14, IG 411

„Der Dichter tut [...] dasselbe wie das spielende Kind; er erschafft eine Phantasiewelt,“ heißt es bei Sigmund Freud in „Der Dichter und das Phantasieren“ (1907). In Träumen und Phantasien verdichten sich dem Bewusstsein nur eingeschränkt zugängliche Wünsche und Ängste zu Bildern, die es zu entschlüsseln gilt. Damit werden der literarische Text als „Phantasiewelt“ und die Autorpsyche Freud zufolge psychoanalytischen Interpretationsverfahren zugänglich. Die psychoanalytische Literaturwissenschaft bietet jedoch nicht nur einen Ansatz zur Untersuchung von literarischer Produktion, sondern auch von Figurenpsychologie und schließlich von der Rezeption literarischer Texte (ästhetische Erfahrung, Literatur und Emotion). Im Rahmen des Seminars sollen die theoretischen Grundlagen der psychoanalytischen Literaturwissenschaft (S. Freud, J. Lacan) erarbeitet werden, um diese an Texten der italienischen und französischen Literatur (Boccaccio, Italo Svevo, Tiziano Scarpa, Théophile Gautier, Guy de Maupassant, Charles Baudelaire) zu erproben.

Ein Reader mit den für die Veranstaltung relevanten Texten wird zu Beginn des Semesters im Copyshop Script & Kopie erhältlich sein.

Das Seminar ist für Studierende sowohl des Italienischen als auch des Französischen geöffnet. Übersetzungen der Texte werden als Hilfestellung bereitgestellt.

WiSe 17/18

Literatur & Skandal (Italien und Frankreich)

Mi, 12-14 Uhr, SH 2.101

„Die Literatur der Moderne [ist] schlechthin Skandal“, schreibt Volker Ladenthin. Moderne Literatur seit dem 19. Jahrhundert beruhe im Wesentlichen auf Innovation und Provokation – und gerate damit regelmäßig unter Beschuss: seitens der Leser, der Kunstkritiker, der Öffentlichkeit. Ziel des Seminars ist es, Literaturskandale systematisch in Hinblick auf ihre Dynamik und ihre Funktion innerhalb des literarischen und gesamtgesellschaftlichen Systems zu prüfen. Dabei werden Texte der französischen und italienischen Literatur untersucht, die für Aufruhr sorgten: Baudelaires Fleurs du Mal, Flauberts Madame Bovary, Pier Paolo Pasolinis Film Salò o le 120 giornate di Sodoma, die Texte der gioventù cannibale / der letteratura Pulp und Michel Houellebecqs Roman Les particules élémentaires.

 Die Romane Madame Bovary und Les particules élémentaires werden zur Anschaffung empfohlen (für Italianisten in der deutschen Übersetzung). Madame Bovary sollte bereits zu Beginn des Semesters gelesen sein.

Zusätzlich wird ein Reader zur Veranstaltung im Copyshop in der Wolfsgangstr. 141 ab der ersten Semesterwoche erhältlich sein.

L’art pour l’art: Ästhetizismus in Frankreich
Mo, 12-14 Uhr, SH 2.104

L’art pour l’art“ – „Kunst um der Kunst willen“ ist der programmatische Wahlspruch, der dem Dichter Théophile Gautier zugeschrieben wird. Im Vorwort seines Romans Mademoiselle de Maupin (1835) wendet er sich entschieden gegen jene, die einen Nützlichkeitsanspruch an die Literatur stellen und begründet damit eine Schule, die sich auf die Autonomie der Kunst beruft. Im ausgehenden 19. Jahrhundert gipfelt jene Autonomieästhetik in einem wahren Kult der Schönheit und des Artifiziellen, wie es paradigmatisch Joris-Karl Huysmans’ Romanfigur des sinnenfreudigen Ästheten Des Esseintes veranschaulicht. In diesem Seminar untersuchen wir demnach unterschiedliche Ausprägungen des l’art pour l’art und Ästhetizismus von Romantik, über Parnasse bis Fin de siècle anhand von Texten Gautiers (Mademoiselle de Maupin; Émaux et camées), Baudelaires, Huysmans’ (A rebours, 1884) und Jean Lorrains (Princesses d’ivoire et d’ivresse, 1902).

Die Romane Mademoiselle de Maupin (Gautier) und A rebours (Huysmans) werden zur Anschaffung empfohlen. Mademoiselle de Maupin sollte bereits zu Beginn des Semesters gelesen sein.

Zusätzlich wird ein Reader zur Veranstaltung im Copyshop in der Wolfsgangstr. 141 ab der ersten Semesterwoche erhältlich sein.