Eckdaten zur Geschichte der Abt. II des IAW

1956 erfolgt die Einrichtung eines Lehrstuhls für „Archäologie der römischen Provinzen“ an der Goethe-Universität. Die Besetzung scheitert zunächst.

1959 wird der Lehrstuhl mit Konrad Kraft (1920-1970) besetzt und in „Alte Geschichte mit beson­derer Berücksichtigung der Hilfswissenschaften“ umgewidmet.

1961 wechselt K. Kraft auf den neu eingerichteten zweiten Lehrstuhl für „Alte Geschichte“ an der Goethe-Universität.

1962 wird der Archäologe Aladar Radnoti (1913-1972) als Nachfolger von K. Kraft nach Frankfurt berufen. In diesem Zusammenhang wird der Lehrstuhl für „Alte Geschichte mit besonderer Berück­sich­tigung der Hilfswissenschaften“ in Lehrstuhl für „Hilfswissenschaften der Altertumskunde sowie Geschichte und Kultur der römischen Provinzen“ umgewidmet.

Der Begriff „Archäologie“ konnte damals in der Widmung des Lehrstuhls nicht verwendet werden, weil er durch das Fach Klassische Archäologie „besetzt“ war. Die heutige Formulierung des Studienganges „Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen“ wurde 2002 einvernehmlich beschlossen.

Unter A. Radnoti werden verschiedene Ausgrabungsprojekte durchgeführt (u. a. in Bad Gögging und Hof­heim) sowie die Forschungen zur antiken Gefäßtoreutik in Frankfurt etabliert.

Einrichtung der beiden Magisterstudiengängen (HF/NF): „Geschichte und Kultur der römischen Pro­vinzen“ und „Hilfswissenschaften der Altertumskunde“.

1972 wird Maria R.-Alföldi als Nachfolgerin von A. Radnoti auf den Lehrstuhl berufen. Sie hatte 1970 nach dem Tode von K. Kraft die Leitung des von diesem ins Leben gerufenen DFG-Langzeit­projektes „Fund­münzen der römischen Zeit in Deutschland (FMRD)“ übernommen. In den Jahren 1986 – 2009 wird das mittlerweile international ausgerichtete Editionsvorhaben als „Fundmünzen der Antike“ unter der Leitung von M. R.-Alföldi, ab 2000 zusammen mit H.-M. von Kaenel, von der Akademie der Wissen­schaften und der Li­te­ratur zu Mainz weitergeführt. Unter M. R.-Alföldi erfolgt der Auf- und Ausbau der Fotokartei und der Gipssammlung antiker Münzen.

1972 wird Hans Ulrich Nuber zum Professor für Archäologie der römischen Provinzen ernannt; 1978 erfolgt seine Berufung an die Universität Freiburg.

1981 wird Dietwulf Baatz zum Honorarprofessor ernannt.

1989 wird Siegmar von Schnurbein zum außerplanmäßigen Professor ernannt.

1992 wird Hans-Markus von Kaenel als Nachfolger von M. R.-Alföldi nach Frankfurt berufen. Seit Mitte der 1990er Jahren ist das nördliche Hessische Ried Gegenstand eines großen landschaftsar­chäologischen Projektes mit systematischen Feldbegehungen, Grabungen und Materialaufarbeitungen (u. a. in Groß-Gerau, Wallerstädten, Trebur-Astheim, Trebur-Geinsheim, Kelsterbach). Ab 2000 erfolgt die Etab­lierung wirt­schafts­archäologischer Studien. Es werden mehrere DFG-Projekte durchgeführt, u. a. zu Großbronzen in Italien.

2003/2004 Gründung des Instituts für Archäologische Wissenschaften mit drei Abteilungen im Fachbereich Sprach- und Kulturwissenschaften (Fb 09). Vorher waren die archäologischen Fächer auf drei Institute in zwei Fachbereichen verteilt.

1997-2006 Beteiligung am Graduiertenkolleg „Archäologische Analytik“.

2006 werden die modularisierten Magisterstudiengänge (HF/NF) „Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen“ und „Hilfswissenschaften der Altertumskunde“ eingeführt.

2010 erfolgt die Einrichtung der „Lichtenberg-Nachwuchsprofessur für Münze und Geld in der griechisch-römischen Antike“ und die Berufung von Fleur Kemmers auf diese Professur.

ab 2010 Beteiligung am Graduiertenkolleg „Wert und Äquivalent“.

2011 erfolgt die Einführung von Bachelorstudiengängen (HF/NF): „Archäologie und Geschichte der römischen Provinzen“. Der bisherige Magisterstudiengang „Hilfswissenschaften der Altertumskunde“ wird in diesem Zusammenhang in „Archäologie von Münze, Geld und von Wirtschaft in der Antike“ umbenannt und entsprechend umstrukturiert. Die beiden Studiengänge werden 2012 akkreditiert. Seither Vorbereitung von entsprechenden Master-Studiengängen.

2012 am 16. Oktober 2012 wurde der 50. Geburtstag des Faches „Archäologie und Geschichte der rö­mischen Provinzen“ an der Goethe-Universität gefeiert.

Juli 2013
Hans-Markus von Kaenel

Literatur zur Institutsgeschichte:

H.-M. von Kaenel/S. Klein/M. Helfert in: Institut für Archäologische Wissenschaften (Hrsg.), Vom Objekt zur Kulturgeschichte. Wie Archäologen arbeiten. Beiheft zur gleichnamigen Ausstellung vom 21. Oktober 2014 bis 31. März 2015 im I. G. Farben-Haus der Goethe Universität Frankfurt am Main (Frankfurt a. M. 2014) 36-49 (Abteilung); 56-59 (Archäometrie); 60 f. (Forschungsstelle Keramik). 

W. Raeck, Gründung eines Instituts für Archäologische Wissenschaften an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt a. M., Archäologisches Nachrichtenblatt 10, 2005, 275-276.