Kurzportrait

Jan Kordes arbeitet seit November 2017 als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Humangeographie. Davor studierte er in Frankfurt a.M. den Masterstudiengang Geographien der Globalisierung - Märkte und Metropolen mit dem Schwerpunkt Geographische Stadtforschung sowie Politikwissenschaften (B.A.) und Friedens- und Konfliktforschung in Marburg. Seine Forschungsschwerpunkte sind Migrationsforschung, insbesondere mit Blick auf transnationalisierte Arbeitsmigration, die Transformation von Staatlichkeit sowie Theorien sozialer Reproduktion/ Feministischer Politischer Ökonomie. 

Jan Kordes promoviert im Rahmen des DFG-Projektes „Anwerbung von Pflegefachkräften aus den Philippinen. Managed migration aus Perspektive der Grenzregimeforschung“ (Leitung: Robert Pütz). Er untersucht darin mit dem „Triple Win“ Projekt das bedeutendste gegenwärtige Anwerbeprogramm, welches paradigmatisch für einen Wandel von Migrationskontrollpolitiken in Richtung potenzialorientierten Migrationsmanagements steht. Im Zuge des Promotionsprojekts wird an Erkenntnisse feministischer Arbeiten zu Care-Migration angeschlossen, diese allerdings empirisch um den Blick auf institutionelle Pflege und Fachkräfte sowie konzeptionell um den Anschluss an die Grenzregimeforschung erweitert. Grenzen sind im Rahmen von Anwerbeprogrammen in doppelter Hinsicht von Bedeutung: Sie sind in Form logistischer Grenzinfrastrukturen produktiv, da sie Migration nur in spezifischer, „gewünschter“ Weise zulassen. Sie sind darin jedoch nur temporär stabil, da auch Fachkräftemigration im Rahmen formeller Anwerbung durch relative Autonomie gekennzeichnet ist und Kontrollversuche mit eigensinnigen Praktiken von Migrant*innen konfrontiert werden. Somit fragt Jan Kordes im Rahmen seiner Promotion (1) nach dem polit-ökonomischen Kontext des Wiederaufkommens von Anwerbepolitiken im Pflegebereich, (2) welche Subjektivierungsweisen, die Migrant*innen als Träger*innen spezifischer Arbeitskraft adressieren, durch die Programmstrukturen produktiv werden und (3) welche Widerständigkeiten und migrantisch produziertes Wissen als Ausdruck einer relativen Autonomie im Migrationsprozess deutlich werden.


Jan Kordes

AG Pütz

Institut für Humangeographie
Fachbereich
Geowissenschaften/Geographie
Goethe-Universität Frankfurt a.M.
Theodor-W.-Adorno-Platz 6
D-60629 Frankfurt a.M.

PEG-Gebäude, Raum 2G.065

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