Prof. Dr. Mirco Göpfert


Tel.: 069/798-33078
E-Mail: goepfert (at) em.uni-frankfurt.de
Raum: IG 0.557
Sprechzeiten: Mittwochs 13-14Uhr und nach Vereinbarung per
E-Mail

Zur Person

Mirco Göpfert ist Professor für Ethnologie (W1, Tenure Track). Nach seiner Promotion im Fach Ethnologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz im Jahr 2014 lehrte er am Fachbereich Geschichte und Soziologie der Universität Konstanz bevor er im Jahr 2018 den Ruf an die Goethe-Universität erhielt.

Forschungsinteressen

  • Ethnologie des Staates und bürokratischer Praxis
  • Gewalt und Sicherheit, Verbrechen und Strafen
  • Macht, Widerstand und Ästhetik
  • Praktiken des Komischen als Artikulation des Politischen

Theoretische Orientierungen

  • Praxistheorie
  • Phänomenologische Ansätze der Ethnologie
  • Heuristik und Methodologie der Ethnographie

 Regionalschwerpunkte

  • Westafrika, insbesondere Ghana und Niger
  • Iran

 Ethnographische Feldforschungen

  • 10 Monate Feldforschung in Iran (2015-2018)
  • 20 Monate Feldforschung in Niger (2008-2014)
  • 3 Monate Feldforschung in Ghana (2006) 

Veröffentlichungen

2020 Policing the Frontier: An Ethnography of Two Worlds in Niger. Ithaca: Cornell University Press. (forthcoming)
2017 Police in Africa: The Street Level View (Edited with Jan Beek, Olly Owen and Jonny Steinberg). London: Hurst Publishers.
2016 Repairing the law: the search for justice in the Nigerien gendarmerieTheoretical Criminology 20(4): 446–461.
2016 Surveillance in Niger: gendarmes and the problem of "seeing things". African Studies Review 59(2): 39-57.
2015 Travelling police: the potential for change in the wake of police reform in West Africa (with Jan Beek). Social Anthropology/Anthropologie Sociale 23(4): 465-479.
2015 Ethnographische Überlegungen zu Polizeiarbeit in Niger: Geschichten hören, verstehen und schreibenPaideuma. Mitteilungen zur Kulturkunde 61: 237-255.
2015 Travelling police: the potential for change in the wake of police reform in West Africa (with Jan Beek). Social Anthropology/Anthropologie Sociale 23(4): 465-479.
2015 Ethnographische Überlegungen zu Polizeiarbeit in Niger: Geschichten hören, verstehen und schreibenPaideuma. Mitteilungen zur Kulturkunde 61: 237-255.
2013 State violence specialists in West Africa (with Jan Beek). Sociologus 63(1-2): 103-124.
2013 Police violence in West Africa: perpetrators’ and ethnographers’ dilemmas (with Jan Beek). Ethnography 14(4): 477-500.
2013 Bureaucratic aesthetics: report writing in the Nigerien gendarmerieAmerican Ethnologist 40(2): 324-334.
2013 Disziplin und Kreativität an ghanaischen Internatsschulen (with Andrea Noll). Frankfurt: Brandes & Apsel Verlag.
2012 Security in Niamey: an anthropological perspective on policing and an act of terrorism in NigerJournal of Modern African Studies 50(1): 53-74

Forschungsprojekte

Pointierte Dissonanz: Heuristik und Praxis des Komischen
[seit 2019; Anschubfinanzierung durch GRADE und ZIAF]
Das Forschungsprojekt strebt eine komparative Ethnographie des Komischen an. Anhand dreier Fallstudien untersucht das Projekt die Heuristik und Praxis des Komischen (a) in einem besonders durch Repression und durch partielle Isolation gekennzeichneten Kontext, (b) im Kontext ihrer scheinbaren Entgrenzung und globalen Verflechtung und (c) im Moment ihrer postkolonialen Marginalisierung. Fallstudie A fokussiert auf Satiriker*innen im Iran; Fallstudie B auf Komiker*innen in Berlin; Fallstudie C auf Humorist*innen in Dakar (Senegal).

Karikatur im Iran
[seit 2015]
Ziel des Forschungsprojekts ist es, die Bedeutung des graphischen Genres der Karikatur im Iran zu untersuchen, insbesondere in den häufig unbeachteten Momenten ihrer Entstehung und Publikation. Die hier vertretene Perspektive betrachtet Praktiken des Karikierens zunächst als Kunsthandwerk (einschließlich der technischen Fertigkeiten und materiellen Entstehungsbedingungen der Zeichnung), als Artikulation des Politischen (mit besonderem Blick auf die Frage des Kippmoments hin zum Verpönten und Verbotenen) und als Modus der Produktion von Wissen über Welt (unter Berücksichtigung der diesen Bildern inhärente Unabgeschlossenheit und Ambiguität). Der empirische fokussiert das Projekt demnach auf (a) die lebensweltlichen Rahmungen der Entstehung von Karikaturen, (b) die Fertigkeit, Technik und Materialität des Karikierens und (c) die Sichtbarmachung und Publikationskontexte von Karikaturen.

Boundary work: Polizei in Westafrika
[DFG, 2011-2014, mit Jan Beek; Leitung: Carola Lentz]
Polizeiorganisationen in Westafrika erscheinen im medialen, aber auch im wissenschaftlichen Diskurs meist als dysfunktionale staatliche Institutionen. Im Kern wird dabei kritisiert, dass die Polizei institutionell nicht autonom sei, obwohl sie als Repräsentantin des staatlichen Gewaltmonopols doch politisch neutral sein müsste. Das Forschungsprojekt untersucht diese Autonomie der Polizeiinstitution auf der Alltagsebene polizeilichen Handelns. Westafrikanische Polizist*innen arbeiten in einem Umfeld mit niedriger Legitimität, sind umgeben von konkurrierenden nichtstaatlichen policing-Organisationen und abhängig von über- und nebengeordneten staatlichen Institutionen. Das an diese Bedingungen angepasste polizeiliche Handeln ist einerseits von der permanenten informellen Beeinflussung durch polizeifremde Akteur*innen und der Externalisierung polizeilicher Aufgaben geprägt. Andererseits bewahren Polizist*innen die Autonomie ihrer Institution partiell. Das Projekt untersucht diese ambivalente boundary work, bei der die Grenze zwischen polizeilichen und anderen Akteur*innen jeweils verschoben oder neu gesetzt wird.


Team

Lisa Schrimpf (studentische Hilfskraft)
Carolin Schulz (studentische Hilfskraft | Pointierte Dissonanz)
Dr. Cassis Kilian (Projektbeteiligte | Pointierte Dissonanz)
Stella Dietrich, B.A. (Projektbeteiligte | Pointierte Dissonanz)
Tamara Gupper, B.A. (Projektbeteiligte | Pointierte Dissonanz)
Dr. Maryam Dezhamkhooy (Humboldt-Fellow, zu Gast von Juli bis Dezember 2019)