Arbeitsmedizinische Vorsorge

... bei Arbeiten mit humanpathogenen Organismen

Der Arbeitgeber hat für Beschäftigte, die Tätigkeiten (einschließlich gentechnischer Arbeiten) mit humanpathogenen Organismen durchführen, angemessene arbeitsmedizinische Präventionsmaßnahmen sicherzustellen. Seit Ende 2008 sind die rechtlichen Regelungen zur Vorsorge in der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge (ArbMedVV)  [engl. Ordinance on Occupational Health Care] zusammengefasst. Es wird zwischen Pflicht- und Angebots- und Wunschvorsorge unterschieden. Im Anhang der Verordnung wird festgelegt, in welchen Fällen Pflichtvorsorgen veranlasst werden müssen bzw. das Angebot zur Vorsorge zu machen ist. Arbeiten, für die Pflichtvorsorgen vorgeschrieben sind, dürfen von den Beschäftigten erst dann aufgenommen werden, wenn die Pflichtvorsorge wahrgenommen wurde.

Die Goethe-Universität bietet allen Beschäftigten, die mit Organismen ab der Risikogruppe 2 arbeiten, eine arbeitsmedizinische Vorsorge an. Weitere Informationen zur Anmeldung und zu den Sprechzeiten finden Sie auf der Seite der arbeitsmedizinischen Betreuung.

Die Angebote zur arbeitsmedizinischen Vorsorge sind vor Beginn der Arbeiten und danach regelmäßig im Rahmen der jährlichen Unterweisungen zu machen. Als Unterweisungshilfe steht eine mit den Betriebsärzten abgestimmte Power-Point-Präsentation (pdf) zur Verfügung. Bezüglich der gehandhabten Organismen sind von den Projektleitungen/den Versuchsverantwortlichen Ergänzungen zu Wirkungsweisen und Präventionsmaßnahmen zu machen. Das Angebot zu den arbeitsmedizinischen Vorsorgen ist schriftlich zu dokumentieren. Dies ist möglich durch die Verwendung der Unterweisungsdokumentation für Arbeiten ab der Sicherheitsstufe 2 (word/pdf). Dieser Passus ist anzukreuzen und ggf. durch Spezifika zu ergänzen.

 

Arbeitsmedizinische Vorsorgen werden nach sogenannten Berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen durchgeführt. Im Bereich der Biologischen Arbeitsstoffe ist der Grundsatz G 42 - Tätigkeiten mit  Infektionsgefährdung relevant.

Der früher eigenständige Grundsatz G 43 - Biotechnologie (Gentechnik) ist seit 2007 entfallen, da keine Hinweise vorliegen, dass die eingestuften "Organismen", deren genetisches Material verändert wurde, gefährlicher sind als die Ausgangsorganismen. Bei Exposition sind die für Erreger typischen Infektionskrankheiten zu erwarten. Anhaltspunkte für gezielte arbeitsmedizinische Vorsorge bei Tätigkeiten in biotechnischen und/oder gentechnischen Laboratorien und Produktionsstätten, um Erkrankungen zu verhindern oder frühzeitig zu erkennen, die durch natürlich vorkommende oder gentechnisch veränderte humanpathogene "Organismen" der Risikogruppe 2, 3 und 4 entstehen können, gibt der Grundsatz  G 42 - Tätigkeiten mit Infektionsgefährdung.

An der Goethe-Universität werden die arbeitsmedizinischen Vorsorgen von den Betriebsärzten - für Beschäftigte auf dem Campus Niederrad/Klinikum von den Betriebsärzten des Klinikums durchgeführt.

 

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