Die Studierenden beschäftigen sich empirisch, praktisch und theoretisch mit unterschiedlichen Verbindungen, aber auch Grenzziehungen zwischen (beispielsweise) Wirtschaftsformen, Verwandtschaftsstrukturen, religiösen Konzepten, politischen Institutionen und rechtlichen Fragestellungen sowie auch mit der Bedeutung von materieller Kultur und Konsum oder Dynamiken der Migration. Auf der Grundlage vertiefter regional- sowie themenspezifischer Wissensbestände erarbeiten Studierende die komplexen Zusammenhänge zwischen sozialen Teilphänomenen und berücksichtigen insbesondere deren Prozesshaftigkeit und Wand-lungsfähigkeit. Sie reflektieren dabei eigene als auch gesellschaftliche Vorannahmen kritisch und erproben die Übertragung wissenschaftlicher Erkenntnisse/Ergebnisse in die (insbes. interkulturelle) berufspraktische und/oder forschende Anwendung. Das Fach bietet somit die wissenschaftlichen Grundlagen, um aktuelle gesellschaftliche Phänomene zu erforschen und erfassen und, um Konzepte wie Kulturwandel, Ethnizität, Nationalismus, Traditionalismus, Indigenität oder Globalisierung zu beschreiben und zu hinterfragen.
Der Bachelorstudiengang Ethnologie ist ein grundständiger wissenschaftlicher Studiengang, der zu einem ersten berufsqualifizierenden Abschluss führt. Er hat zum Ziel, wissenschaftliche Grundlagen, Methodenkompetenz und berufsfeldbezogene Qualifikationen zu vermitteln, die es den AbsolventInnen ermöglicht, Problemstellungen der Ethnologie in verschiedenen Aufgabenfeldern der Praxis nachzugehen.
Folgende Kompetenzen und Fähigkeiten werden im Studium erworben:
Der erfolgreiche Abschluss des Studiums qualifiziert für ein Master-Studium in Ethnologie, Sozial- und Kulturanthropologie oder verwandten Fächern. Zugleich stellt der B.A. einen ersten berufsqualifizierenden Abschluss dar, der einen beruflichen Einstieg in internationale Arbeitsmärkte oder interkulturelle Kontexte bieten kann. Je nach (fachlicher und berufspraktischer) Schwerpunktsetzung im Studienverlauf sowie ggf. ergänzend Zusatzaus- und Weiterbildungen liegen charakteristische Berufsfelder für Absolventinnen und Absolventen des Bachelorstudiengangs Ethnologie
Je nach regional- und themenspezifischer Schwerpunktsetzung im Studium sind weitere Berufsfelder möglich.
Der Studiengang ist nicht zulassungsbeschränkt. Die Aufnahme des Studiums ist zum Sommersemester und zum Wintersemester möglich.
Informationen zu den Zulassungsbedingungen finden Sie auf den zentralen Informationsseiten der Goethe-Universität .
Zur Immatrikulation wenden Sie sich an das Studien-Service-Center (SSC).
Weitere Informationen und Möglichkeiten der Studienorientierung finden Sie bei den Informationen für Studiumsinteressierte.
Genauere Informationen zu Studienverlauf und -planung erhalten Sie zu Beginn Ihres Studiums in der "Obligatorischen Orientierungsveranstaltung". Der Besuch dieser Veranstaltung ist zu Studienbeginn verpflichtend. Die jeweils aktuellen Termine der Veranstaltung sind im QIS (Vorlesungsverzeichnis > Lehrveranstaltungen des FB 08 > Ethnologie > Bachelor) veröffentlicht.
In der Orientierungsveranstaltung erhalten Sie auch die Checkliste zu Studienbeginn sowie das Anmeldeformular zur Eröffnung Ihres Notenkontos beim Prüfungsamt (= Zulassung zur Bachelorprüfung). Ebenfalls wird Ihnen das Anmeldeverfahren zu einzelnen Veranstaltungen erläutert. Angaben dazu finden Sie auch im Vorlesungsverzeichnis.
Im Anschluss an die obligatorische Studienfachberatung findet zu Beginn eines jeden Wintersemesters die Vorstellung der Lehrenden statt; der genaue Termin wird im QIS bekannt gegeben. Die Veranstaltung bietet Studierenden die Möglichkeit, die Lehrenden kennenzulernen und bei einem anschließenden Umtrunk Fragen zum Lehrangebot zu stellen. Studierende aller Semester sind herzlich Willkommen!
Außerdem bietet die Institutsfachschaft Ethnologie eine umfassende Erstsemester-Einführungswoche an.
Studienverlauf
Für ein Bachelor-Studium innerhalb der Regelstudienzeit von sechs Semestern wird von einem Vollzeitstudium ausgegangen. Das Studium kann auch ganz oder teilweise als Teilzeitstudium durchgeführt werden.
Der Bachelorstudiengang Ethnologie ist ein „Ein-Fach-Studiengang“. (D.h. Sie wählen im Rahmen der Einschreibung kein Nebenfach, da der Studiengang HF Ethnologie selbst Module für den Besuch disziplinübergreifende Lehrveranstaltungen, den Erwerb von Schlüsselkompetenzen und Fremdsprachen vorsieht.)
Der Studiengang gliedert sich in sechs Studienphasen, die zum Teil parallel studiert werden können.
In der Einführungsphase (1.-2. Semester) erarbeiten die Studierenden die Grundlagen der Fachdisziplin: Im Einführungsmodul I (Einführung) erhalten sie einen Überblick über die wichtigsten Themenfelder der Ethnologie und setzen sich mit der ethnologischen Perspektive sowie den Techniken wissenschaftlichen Arbeitens auseinander. Im Einführungsmodul II (Grundfragen der Ethnologie in historischer Perspektive) werden den Studierenden die historische Entwicklung zentraler Fragestellungen und theoretischer Strömungen des Faches vermittelt. Parallel dazu erlangen die Studierenden in der Basisphase (1.-2. Semester) im Modul Regionale Teilgebiete regionalspezifische Grundkenntnisse und im Modul Schwerpunkte der Ethnologie Grundkenntnisse zu verschiedenen Themen und Theorien der Forschungsschwerpunkte der Frankfurter Ethnologie. Zum Abschluss der Basisphase absolvieren die Studierenden eine Studienverlaufsberatung, die sie auf die Profilbildung in den folgenden Semestern vorbereitet.
Die erste von zwei Praxisphasen, die Phase Berufsfeldqualifizierende Qualifikationen (Praxisphase 1) (ab dem 3. Semester), dient der beruflichen Orientierung der Studierenden: Im Wahlpflichtmodul „Berufsfelder der Ethnologie“ setzen sich Studierende unter Beteiligung von Fachvertretern aus der beruflichen Praxis mit konkreten Aufgaben und Anforderungen verschiedener ethnologischer Tätigkeitsfelder auseinander. Alternativ dazu sammeln sie im Wahlpflichtmodul „Ethnologisches Berufspraktikum“ erste praktische Arbeitserfahrung in einem spezifischen Tätigkeitsfeld und erproben die Anwendung ethnologischer Erkenntnisse in der Praxis. Das Modul „Schlüsselkompetenzen“ (Optionalmodul) ermöglicht den Studierenden den Erwerb fachübergreifender berufsqualifizierender Kompetenzen und trägt zur Entwicklung eines individuellen beruflichen Profils bei.
Parallel dazu und aufbauend auf den grundlegenden Kompetenzen und Kenntnissen aus der Einführungs- und Basisphase, zielt die Profilphase (ab 3. Semester) auf die fachliche und fachübergreifende Profilbildung der Studierenden. Sie dient der akademischen Qualifikation: In den Profilmodulen I und II setzen sich Studierende weiterführend und vertiefend mit regionalspezifischen und systematischen, forschungsorientierten Schwerpunkten des Instituts für Ethnologie (nach Wahl) auseinander. Neben der Aneignung weiterführender fachspezifischer Kenntnisse und der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen, soziokulturellen Prozessen in historischer Tiefe üben die Studierenden hierbei den kritischen Umgang mit Texten und Theorien. Die Profilmodule III (disziplinübergreifend) und IV (Fremdsprachen) ergänzen das individuelle fachliche Studierendenprofil durch die Vertiefung fremdsprachlicher Kenntnisse und die Auseinandersetzung mit fachfremden Arbeitsformen und Ansätzen. In den Modulen der Profilphase werden fachliche sowie fachübergreifende, theoretische als auch regionalspezifische Grundlagen geschaffen, die zum eigenen Projekt in der Praxisphase 2 hinführen.
In der Projektphase (Praxisphase 2) (ab 3. Semester) erproben Studierende ethnologische (Forschungs-)Praxis anhand eines eigenen Projekts. Unter der Betreuung von DozentInnen erarbeiten sich die Studierenden im Projektmodul I (Methoden der Ethnologie) die methodisch sowie methodologisch relevanten Grundlagen, konzipieren/entwickeln im Projektmodul II (Projekt-Vorbereitung) unter Anleitung ihr eigenes Projekt und führen dieses im Projektmodul III (Projekt-Durchführung) selbständig im In- oder Ausland durch. Im Rahmen der Projektdurchführung wird der Umgang mit qualitativen Forschungsmethoden intensiv und anwendungsorientiert geübt; die Projektphase ermöglicht den Studierenden zudem die direkte Verknüpfung von Forschungs- und Berufsfeldorientierung. Alternativ konzipieren und führen Studierende in der Praxisphase 2 ein Forschungspraktikum oder ein Auslandsstudium durch.
Die Ergebnisse der Projektmodule können Grundlage für die Bachelor-Arbeit bilden, welche die Studierenden in der Abschlussphase (BA-Modul) verfassen und in einem Plenum zur Diskussion stellen.
Modulinformationen im Detail
Detaillierte Informationen zu allen Modulen enthält das
Eine Übersicht über den Studienverlauf bieten die Modulverlaufspläne:
Bei Fragen wenden Sie sich an die Studienfachberatung oder an die Modulbeauftragten (s. Angaben im Modulhandbuch).
Weitere Informationen zu Profilbildung und Projekt
Ab dem 3. Semester bilden Studierende ihr eigenes
Profil aus: Veranstaltungen in der Berufsfelder und Profilphase wählen
Sie so aus, dass Sie auf die Konzipierung und Durchführung Ihres eigenen Projekts (Forschungsübung oder Praktikum im In- oder Ausland oder ein Auslandsstudium) hinauslaufen.
Auch besuchen Sie dafür nun Veranstaltungen außerhalb der Ethnologie:
Einführungsphase
Basisphase
Praxisphase 1: Berufsfeldqualifizierung
Profilphase
Praxisphase 2: Projektphase
Abschlussphase
BA Hauptfach:
Allgemeine Downloads: