Das Leitbild der Psychotherapeutischen Beratungsstelle

1. Identität und Auftrag

Wer sind wir?

Die Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende ist eine Einrichtung des Studien-Service-Centers der Goethe-Universität Frankfurt am Main.

Unsere Aufgabe besteht darin, Studierenden ein möglichst niedrigschwelliges Angebot bezüglich diagnostischer Klärung, Indikationsstellung sowie gegebe­nen­falls der Einleitung weiterer, z.B. präventiver oder therapeutischer Maßnahmen bei Schwierigkeiten im persönlichen oder studienbezogenen Bereich anzubieten.

Unser Anliegen ist es, Studierende dabei zu unterstützen, ihr Studium (psychisch) gesund zu absolvieren. Sowohl durch Aufklärung, als auch durch Früherkennung möchten wir einen Beitrag dazu leisten, die Entstehung psychischer Erkrankungen zu verhindern oder aber Perspektiven für einen Umgang mit bereits vorhandenen Schwierigkeiten zu erarbeiten.

Dabei verstehen wir uns als Vertrauenspersonen – wir unterliegen der Schweigepflicht, sodass Informationen und Daten nicht oder nur auf eigenen Wunsch hin an Dritte weitergegeben werden.

Unsere Arbeit erfolgt fachlich qualifiziert auf der Basis von wissenschaftlich anerkannten psychotherapeutischen Verfahren. Das Beratungsteam besteht derzeit aus vier psychologisch und ärztlich ausgebildeten Psychotherapeutinnen und wird organisatorisch von einer Sekretärin unterstützt.


An wen richten wir uns?

Unser Angebot richtet sich in erster Linie an Studierende der Goethe-Universität, die einen Ansprechpartner für ein persönliches Anliegen suchen. Darunter verstehen wir studiumsbezogene Schwierigkeiten (Prüfungsängste, Arbeitsstörungen etc.), persönliche Probleme (z.B. Beziehungskonflikte, Identitätsfragen) oder psychische Störungen (z.B. Depressionen, Ängste, Sucht). 


2. Profil

Was bieten wir an?

Unser Angebot umfasst Einzel- und Gruppenangebote. Es richtet sich aus­schließlich an Studierende der Goethe-Universität, die einen Ansprechpartner für ein individuelles Anliegen suchen – bei studiumsbezogenen und/oder persönlichen Schwierigkeiten.

Dabei beraten wir sowohl zum Thema Prävention und damit der Aufrecht­erhaltung (psychischer) Gesundheit als auch zur Intervention, der Behandlung bereits entstandener Symptomatiken.

Unsere Beratung ist kostenfrei und ohne Abrechnung mit den Krankenkassen. Sie erfolgt über vorherige telefonische oder persönliche Terminvereinbarung und umfasst keine Notfallversorgung.

Im Mittelpunkt unserer Arbeit steht die Einzelberatung, die zunächst über eine diagnostische Klärung die individuelle Situation des Studierenden erfasst und den Rahmen zur Entwicklung weiterer Handlungsschritte bietet. Je nach Bedarf folgen zusätzliche Beratungsgespräche, Empfehlungen zur Teilnahme an Gruppenangeboten oder zu externen Beratungs- und Behandlungs­mög­lich­keiten.

Unser Gesprächsangebot reicht von Kriseninterventionen bei persönlichem Überforderungserleben über zeitnahe Kurzinterventionen (z.B. vor Prüfungen) bis hin zu Prozessbegleitungen (z.B. bei Trauer oder Trennungen).

Da keine ambulanten Psychotherapien von uns durchgeführt werden, beraten wir eingehend über ambulante und stationäre Therapien und unterstützen bei der Suche nach einem geeigneten Therapieplatz.

Unser Gruppenangebot umfasst themenspezifische Workshops zur Förderung spezieller Fähigkeiten bzw. zur Prävention potentiell pathogener Faktoren, die teils durch externe Dozenten, teils durch interne Mitarbeiter*innen gestaltet werden.

Desweiteren gibt es die Möglichkeit für universitäre Mitarbeiter*innen der Fachbereiche, sich in (psychischen) Konfliktsituationen mit Studierenden telefonisch oder per E-Mail an uns zu wenden und nach geeigneten Lösungs­wegen zu suchen.


3. Qualität und Professionalisierung

Was macht unsere Arbeit gut?

Unser Angebot orientiert sich an den zahlreichen Anliegen der Studierenden und wird im Rahmen einer beständigen Qualitätssicherung weiterentwickelt.

Um eine möglichst passgenaue Beratung für die Studierenden anbieten zu können, sind wir bestrebt, unser professionelles Handeln stetig zu reflektieren. Wir orientieren uns an den Belangen der Studierenden und bemühen uns, die Wartezeiten kurz zu halten und bei dringlichen Anliegen einen schnellen Zugang zur Beratung zu gewährleisten.

Was zeichnet unser Handeln aus?

Unsere psychotherapeutischen Beraterinnen verfügen über eine entsprechende Ausbildung und Qualifikation. Unser Anspruch an ein professionelles Handeln bedeutet im Einzelnen:

  • Wir sind ein Team professionell ausgebildeter psychologischer und ärztlicher Psychotherapeutinnen, die sich in ihren Arbeitsschwerpunkten (Verhaltenstherapie und Tiefenpsychologie) ergänzen.
  • Wir bilden uns fort und halten unser Fachwissen auf dem aktuellen Stand.
  • Wir sorgen in regelmäßigen Intervisionen für einen fachlichen Austausch und eine Reflektion unserer Arbeit auf kollegialer Ebene.
  • Im Rahmen von regelmäßig stattfindenden Supervisionssitzungen mit einem externen Supervisor überprüfen und verbessern wir unsere Arbeit.
  • Wir sind informiert über studienbezogene Themen und Entwicklungen an der Goethe-Universität sowie in der allgemeinen Hochschulpolitik.
  • Wir orientieren uns an der Berufsordnung für Psychotherapeuten, die u.a. die Schweigepflicht, Sorgfaltspflicht und Dokumentationspflicht regelt.
  • Wir bemühen uns, unser Beratungs- und Unterstützungsangebot in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen.

Wie sichern wir die Qualität unserer Arbeit?

Um die Qualität unserer Arbeit zu sichern und unser Beratungsangebot stetig weiterzuentwickeln, legen wir großen Wert auf die folgenden Bereiche:

  • Wir erfragen das Feedback der Studierenden zu unseren Beratungs­gesprächen und Gruppenangeboten, reflektieren über diese Rückmeldungen und entwickeln unser Angebot stetig weiter.
  • Wir evaluieren unsere Arbeit mit wissenschaftlichen Methoden.
  • Wir legen Wert auf eine gute Vernetzung und synergetische Kooperation mit universitätsinternen und externen Partnern und einen regelmäßigen Austausch mit selbigen, auch um eine gute Verweisberatung sicherstellen zu können.
  • Wir stehen im Dialog mit den Fachbereichen und versuchen, die Belange der Studierenden auch über diesen Weg abzufragen und unser Angebot dahingehend anzupassen.

4. Werte

Was leitet uns in unserer Arbeit?

Wir begegnen allen Studierenden freundlich, engagiert und verbindlich. Dabei stehen für uns Empathie und Wertschätzung im Mittelpunkt, wobei wir uns über unsere therapeutische und klinische Verantwortung stets bewusst sind. Wir begegnen unserem Gegenüber unvoreingenommen mit Respekt, Interesse und auf Augenhöhe.

Der Mensch mit seinem individuellen Anliegen steht für uns im Mittelpunkt. Dabei legen wir Wert auf eine ganzheitliche Erfassung der Situation jedes Einzelnen mit seiner individuellen Persönlichkeit, seiner Biografie, den Schwierigkeiten und Problemen aber auch den individuellen Wünschen und Zielen. Wir wollen Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortung jedes Einzelnen fördern. Daher unterstützen wir unsere Studierenden dabei, selbst Lösungen für das entsprechende Problem zu entwickeln. Dabei begleiten wir den Prozess, indem wir helfen, eigene Bedürfnisse zu erkennen und Ressourcen zu aktivieren. Hierbei sehen wir Veränderung als einen Prozess an, den wir durch Aufzeigen neuer Wege oder Optionen unterstützen. Dazu gehört auch, den Beratungsprozess transparent zu gestalten, sodass Spielraum für eigene Anliegen und die Möglichkeit zur aktiven Mitgestaltung des Prozesses gegeben sind.

Diese entsprechenden Werte und Haltungen aus der Arbeit mit unseren Studierenden setzen wir auch in unserer Teamarbeit um. Wir achten in unserer Arbeit auf gegenseitige Unterstützung und Transparenz und reflektieren diese gemeinsam.