Vorderasiatische Archäologie
(Abteilung I)

Fach

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Bild: Eingang zum Ninurta-Tempel von Nimrud mit kolossalen Torhüterfiguren aus dem 9. Jh. v. Chr.
Aquarell mit dem Zustand der Ausgrabung um 1849


Die Vorderasiatische Archäologie ergänzt den Kanon der archäologischen Disziplinen in Frankfurt um die Region des Nahen Ostens und beschäftigt sich mit einer der ältesten Kulturlandschaften der Menschheit. Die Region bietet ein abwechslungsreiches und vielseitiges Forschungs- und Studiengebiet, welches sich aufgrund zunehmender Feldforschungen und auch immer wieder neuer Fragestellungen stetig wandelt. 
Daran haben nicht zuletzt auch die verschiedenen in Frankfurt angesiedelten Projekte ihren Anteil.

Geschichte

Geschichte

Altorientalistik in Frankfurt

Die Vorderasiatische Archäologie ist eine der jüngsten Disziplinen im archäologischen Fächerkanon. Die ersten Wissenschaftler mit einem Forschungsschwerpunkt zur Geschichte und Kunst des antiken oder mittelalterlichen Orients waren Diplomaten, Bauforscher, Historiker oder ausgebildet in der Klassischen Archäologie und Kunstgeschichte.

Max Freiherr von Oppenheim

Erst 1920 wurde mit Ernst Herzfeld (1879-1948) der erste Lehrstuhl für die „Landes- und Altertumskunde des Orients“ in Berlin geschaffen, wo auch die Assyriologie bald ein akademisches Umfeld fand. Ein zweiter Lehrstuhl für „Vorderasiatische Kunst“ wurde 1934 zunächst in Marburg eingerichtet und mit Friedrich Wachtsmuth (1883-1975) besetzt, der in Marburg in Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte 1922 promoviert worden war und 1925 an der TH Darmstadt 1925 für Kunstwissenschaft und Baugeschichte habilitierte. Im Zuge einer Konzentrierung der Asienforschung in Frankfurt a.M. wurde dieser Lehrstuhl 1943 an den Main verlegt, wohin Wachtsmuth seine kleine Sammlung orientalischer Altertümer, die er auf seinen Reisen gesammelt hatte, mitnahm und wo er 1944 den Lehrbetrieb mit Vorlesungen und Übungen zur Kunst Vorderasiens unter schwierigen Kriegsbedingungen aufnahm. Mit Kriegsende wurde der Lehrbetrieb allerdings eingestellt und der Lehrstuhl nicht wieder neu besetzt; vereinzelte Lehraufträge zur Kunst und Archäologie des Alten Orients wurden von Johannes Potratz wahrgenommen.

Auf Betreiben von Gerhard Kleiner, Ordinarius des Instituts für Klassische Archäologie, konnte 1962 der in Berlin von Anton Moortgat (1897-1977) mit einer Arbeit zur Glyptik des 2. Jt.s promovierte Thomas Beran (1926-1992) zunächst als Assistent für Frankfurt gewonnen werden; 1972 wurde diese Stelle zu einer Professur aufgewertet und die Vorderasiatische Archäologie zum Prüfungsfach. Berans Forschungsschwerpunkt lag auf der altorientalischen Glyptik und der mesopotamischen Kunstgeschichte, doch blieb er nach seiner Zeit als Referent des Deutschen Archäologischen Instituts in Istanbul auch den Kulturen Kleinasiens verbunden. Durch enge Kontakte mit dem Heidelberger Institut für Assyriologie verfolgte Beran auch die Einbindung der altorientalischen Philologie, welches gleichermaßen bald zum Promotionsfach wurde.

Auf die Pensionierung von Thomas Beran 1991 folgten verschiedene Lehrvertretungen und Lehraufträge, unter anderem durch Ruth Opificius, Erika Bleibtreu, Ursula Magen und Dorothée Sack. 
1996 wurde Jan-Waalke Meyer (*1945) auf den Lehrstuhl für Vorderasiatische Archäologie berufen, der mit seinen Feldforschungen in Nordostsyrien, seinem langjährigen Betätigungsfeld, dem Frankfurter Institut eine neue Ausrichtung und einen neuen Impetus gab. Mit seinen Arbeiten zu den Fundorten Tell Chuera und Kharab Sayyar hat Jan-Waalke Meyer die Arbeit des Frankfurter Institutes nachhaltig geprägt und ihm auch im internationalen Umfeld wissenschaftliche Geltung verschafft. Nicht zuletzt sind zahlreiche Qualifikationsarbeiten aus diesen Feldforschungen erwachsen.

Jan-Waalke Meyer bei einer Exkursion

Jan-Waalke Meyer vertrat die Vorderasiatische Archäologie zudem mehrere Jahre nach außen, als erster Vorsitzender der Deutschen Orientgesellschaft (2000-2003) und auch als gewählter Fachgutachter der Deutschen Forschunsgemeinschaft (2000-2003). 
Seinen Bemühungen ist es ferner zu verdanken, dass die Altorientalische Philologie in Frankfurt einen festen Platz bekam. Durch die Verstetigung der Mitarbeiterstelle und ihrer Besetzung mit dem Philologen Thomas Richter 1998 konnte die Keilschriftforschung dauerhaft für Frankfurt gesichert und damit die ganzheitliche Erforschung des Alten Orient ermöglicht werden.
Ins Curriculum wurden auch Veranstaltungen zur Islamischen Archäologie aufgenommen, welche bereits früher durch Dorothée Sack vertreten wurde, die sich in diesem Bereich habilitiert hatte. Insofern konnte die bereits zu Wachtsmuths Zeiten gegebene Verbindung der altorientalischen und islamischen Epochen wieder aufgenommen werden, wobei es nun gilt diese wichtige Disziplin in Frankfurt nachhaltig zu fördern.
Mit der Gründung des privaten Fördervereins „Enki e.V.“ im Jahre 1999 wurde die Vermittlung der Geschichte und Kultur des Orients an die größere Öffentlichkeit gestärkt und auf eine breitere Basis gestellt. Seither profitieren vor allem die Frankfurter Studierenden von den finanziellen Zuwendungen und dem Engagement der Mitglieder. 
2012 beendete Jan-Waalke Meyer seine offizielle Tätigkeit am Institut, und zum Wintersemester 2014 erfolgte schließlich die Neubesetzung des Lehrstuhls mit Dirk Wicke (*1973). 

Nach der Umstrukturierung der archäologischen Fächer und der Gründung des Instituts für Archäologische Wissenschaften 2004 ergab sich ein neuer institutioneller Rahmen, der sich in zahlreichen gemeinsamen interdisziplinären Projekten und Unternehmungen wie dem Graduiertenkolleg zur Archäologischen Analytik, dem Jan-Waalke Meyer von 2000-2007 als Sprecher vorstand, oder dem Graduiertenkolleg Wert und Äquivalent bewährt hat. 

Insofern feierte im Jahr 2014 nicht nur die Frankfurter Goethe-Universität ihr 100-jähriges Bestehen und das Institut für Archäologische Wissenschaften seine Formierung vor zehn Jahren, sondern auch die Vorderasiatische Archäologie in Frankfurt ihre erste Gründung vor 70 Jahren.


Literaturhinweis
U. Magen, Geschichte der Vorderasiatischen Archäologie an der Universität Frankfurt, in: M. Herfort-Koch – U. Mandel – U. Schädler (Hgg.), Begegnungen. Frankfurt und die Antike. Frankfurt a.M. (1994) 395-400.

Personen

Personen

Professoren

 

Prof. Dr. Dirk Wicke

  Lehrstuhlinhaber

wicke@em.uni-frankfurt.de
Raum 5.555
Tel.: 069/798 32317
Fax: 069/798 32314

Di 14-16 Uhr und nach Vereinbarung

 

Prof. Dr. Jan-Walke Meyer

 

i.R.

j.w.meyer@em.uni-frankfurt.de
Tel.: 069/798 32317
Fax: 069/798 32314

Sprechstunden: N.V.


 

Apl. Prof. Dr. Thomas Richter

  Akadamischer Rat

Thomas.Richter@em.uni-frankfurt.de

Raum 5.554
Tel.: 069/798 32315
Fax: 069/798 32314

Sprechstunden: N.V.


Sekretariat


  Dr. Heike Richter   

Sekretariat

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Raum 5.553
Tel.: 069/798 32313
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Öffnungszeiten: 
Mo-Do: 08:30-12:30 Uhr



Privatdozenten

  PD Dr. Erlend Gehlken  

Privatdozent

Gehlken@em.uni-frankfurt.de
Sprechzeiten: n.V.




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Mueller-Wiener@em.uni-frankfurt.de



Wissenschaftliche Mitarbeiter / Lehrbeauftragte

  Anne-Birte Binder, M.A.  

Lehrbeauftragte



binder@em.uni-frankfurt.de
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  Dr. Stephanie Döpper   Leitung DFG-Projekt


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Tel. 069/798 32320


  Dr. des. Moein Eslami   Lehrbeauftragter


Moein.Eslami@stud.uni-frankfurt.de
Raum: 5.557
Tel. 069/67708724


  Dr. Christian Falb  

Lehrbeauftragter


Falb@em.uni-frankfurt.de 
Raum: 5.518
Tel.: 069/798 32291
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  Dr. Erika Fischer   

Projektmitarbeiterin und interne Koordinatorin
Interdisziplinäres Verbundprojekt
"Die universitäre Sammlung als lebendes Archiv"

Er.Fischer@em.uni-frankfurt.de
Raum 5.557
Tel.: 069/798 32320
Fax: 069/798 32314


  Sepideh Maziar  

Leitung DFG-Projekt

Maziar@em.uni-frankfurt.de
Raum: 5.517
Tel. 069/798 32293
Fax: 069/798 32314


  Dr. des. Anne Mollenhauer  

Lehrbeauftragte


  Ivana Puljiz, M.A.  

Leitung DFG-Projekt

puljiz@em.uni-frankfurt.de
Raum 5.517


   Dr. Elnaz Rashidian    Lehrbeauftragte


Studentische Hilfskräfte

   

hilfskraefte-va@dlist.server.uni-frankfurt.de
Raum 5.556
Tel.: 069/798 33280

Öffnungszeiten:
Dienstags – Donnerstags von 9 – 14 Uhr.
Sebastian Bender   Larissa Herzina    
         
Jenni Tkatsch        


Bildstelle

  Birgitta Schödel  

Bildstelle, Photographin

schoedel@em.uni-frankfurt.de
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Tel.: 069/798 33220
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Sascha Biedermann B.A.

 

Bildstelle

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Ehemalige Mitarbeiter

  Michael Würz, M.A.  

Lehrbeauftragter


Wuerz@em.uni-frankfurt.de
Raum: 5.518
Tel.: 069/798 32291
Fax: 069/798 32314

Sammlungen

Sammlungen

Die Sammlung orientalischer Antiken der Abteilung

Das Arbeitsgebiet zur Archäologie Vorderasiens beherbergt eine kleine Sammlung orientalischer Antiken. Diese Sammlung beruht in ihrem Grundstock auf den Sammlungsaktivitäten Friedrich Wachtsmuths, des ersten Professors für die Archäologie und Geschichte des vorderasiatischen Raumes von 1943 bis 1945 in Frankfurt. Auf verschiedenen Reisen in den Orient, vor allem aber durch seinen persönlichen Kontakt zu den deutschen Ausgräbern in Assur, Babylon und Uruk, konnte er eine Lehrsammlung aufbauen. Hinzu kamen nach der Wiedergründung der Vorderasiatischen Archäologie in Frankfurt diverse Dauerleihgaben und private Schenkungen. Ergänzt wird die Sammlung durch zahlreiche Objekte aus Tell Chuera, die sich im Besitz der Oppenheim-Stiftung befinden und auf unbestimmte Zeit dem Frankfurter Institut zur Verfügung gestellt wurden.

Die Sammlung der Originale umfasst heute 365 Objekte, in erster Linie Keramik und Terrakotten, ferner islamische Stuck- und glasierte Ziegelfragmente sowie Funde aus der Türkei (Troja) und aus dem Iran (Luristan, Amlasch) mit unterschiedlicher Zeitstellung vom Chalkolithikum bis in das 14. Jh. n. Chr. 

Als Studiensammlung sind die Objekte in einem durch den Förderverein ENKI e.V. großzügig ausgestatteten Raum separat untergebracht und nach Anmeldung zu besichtigen.


Ansprechpartner
Prof. Dr. D. Wicke  
wicke@em.uni-frankfurt.de 
Raum 5.555


Literaturhinweis
J. Becker, Die Sammlung Vorderasiatischer Antiken, in: M. Herfort-Koch – U. Mandel – U. Schädler (Hgg.), Begegnungen. Frankfurt und die Antike. Frankfurt a.M. (1994) 401-408.
J.-W. Meyer, Kulturen am Rande Mesopotamiens. Von West-Kleinasien bis zum Kaspischen Meer. Frankfurter Archäologische Schriften 8. Wiesbaden (2009).

Forschung

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