Altorientalische Philologie
(Abteilung I)

Fach

Fach

Die Altorientalische Philologie ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit den Kulturen des Alten Orients (ohne Ägypten) auf textlicher Grundlage; sie umfasst somit die Kulturräume Altmesopotamien, Altsyrien, Altanatolien und Altiran. Der zeitliche Rahmen reicht von der Entwicklung der Keilschrift, des (mutmaßlich) ältesten Schriftsystems der Welt, um die Wende vom vierten zum dritten vorchristlichen Jahrtausend bis in die Zeit um Christi Geburt, als die Keilschrift von den aramäischen und griechischen Alphabetschriften endgültig verdrängt wurde. Während dieser annähernd drei Jahrtausende war die Keilschrift das bedeutendste Schriftsystems Vorderasiens, das für die Wiedergabe einer Vielzahl von Sprachen verwendet werden konnte und das – namentlich wegen seiner Verwendung für das Akkadische als weithin anerkannter Handels-, Verkehrs- und Diplomatensprache – über die genannten Kulturräume hinaus auch auf benachbarte Kulturkreise – denjenigen Altägyptens und des ägäischen Raumes – ausstrahlte. Das Akkadische als die am längsten und breitesten überlieferte sowie am besten bekannte Keilschriftsprache steht im Mittelpunkt des Studiums.
Das Fach beschäftigt sich gleichermaßen mit der sprachlichen Erschließung der Texte wie mit den sich aus diesen Texten ergebenden Fragestellungen zu Geschichte und Chronologie, Religion, Literatur, Wirtschaft, Gesellschaft, Recht, Wissenschaft und Technologie sowie anderen Bereichen der Kulturen des Alten Orients. Demzufolge ist die Altorientalische Philologie keine rein philologisch geprägte Wissenschaft, sondern vielmehr ein Fach ungewöhnlicher Breite, das Berührungs- und Überschneidungspunkte mit zahlreichen anderen Disziplinen aufweist.
Das Studium der Altorientalischen Philologie ist daher eine ideale Ergänzung zum Hauptfach Vorderasiatische Archäologie, und umgekehrt bietet sich für Hauptfachstudierende der Altorientalischen Philologie insbesondere das Nebenfach Vorderasiatische Archäologie an.

Geschichte

Geschichte

Die Geschichte der Altorientalischen Philologie an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main ist eng mit derjenigen der Vorderasiatischen Archäologie verbunden, was als beredtes Zeugnis dafür gelten darf, dass sich beide Wissenschaftsdisziplinen ergänzen.
In den 1970er und 1980er Jahren nahm Prof. Dr. Karlheinz Deller/Universität Heidelberg am damaligen Institut für Archäologie des damaligen Fachbereichs 9 Klassische Philologie und Kunstwissenschaften Lehraufträge wahr. Diese Veranstaltungen waren nicht curricular verankert und konnten bzw. mussten daher, als Prof. Deller sich zur Wahrnehmung dieser Lehre nicht mehr im Stande fühlte, ersatzlos eingestellt werden. Seit 1999 ist die Altorientalische Philologie bzw. sind Lehrveranstaltungen zur Altorientalischen Philologie fester Bestandteil des Fächerkanons des jetzigen Fachbereichs 9 Sprach- und Kulturwissenschaften (unmodularisierter Magister 1999, modularisierter Magister 2006) – jeweils als Nebenfach – bzw. integriert in die Bachelor- und Masterstudiengänge der Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients (Studienordnungen 2011 und 2014). Mit Inkrafttreten des Studiengangs Archäologische Wissenschaften zum Sommersemester 2019 kann die Altorientalische Philologie nun als Schwerpunktbereich sowie als Nebenfach studiert werden. Gemeinsam mit der Vorderasiatischen Archäologie bildet sie den Master-Studiengang Archäologie und Kulturgeschichte des Vorderen Orients.

Personen

Personen

 

Apl. Prof. Dr. Thomas Richter

  Akadamischer Rat

Thomas.Richter@em.uni-frankfurt.de

Raum 5.554
Tel.: 069/798 32315
Fax: 069/798 32314

Sprechstunden: N.V.