Ringvorlesung Semesterthema

Ringvorlesung Semesterthema

Icon orientierungsmodul

Vergleichen, entdecken, reflektieren!

Inhalt

In der Ringvorlesung tragen Lehrende aus verschiedenen Disziplinen aus den Geistes- und Sozialwissenschaften zu einem gemeinsamen Semesterthema vor. So erhalten Sie zu einem gemeinsamen Thema einen Überblick über unterschiedliche Fachpersepktiven, Fallbeispiele, Methoden, Wissenschaftsgeschichte und gesellschaftliche Schnittstellen verschiedener Fächer.

Sicherlich offenbaren sich hier für Sie auch unerwartet interessante Forschungsgebiete und Fragestellungen, von Fächern, von denen Sie bislang wenig konkrete Vorstellungen hatten. 

In Ihrem Portfolio zu diesem Modul (Orientierungsmodul) haben Sie die Möglichkeit, Ihre Eindrücke und die unterschiedlichen Fachkulturen zu reflektieren und diese für den Entscheidungsprozess zu Ihrer Studienfachwahl fruchtbar zu machen. Dabei werden Sie von Ihrer Mentorin bzw. Ihrem Mentor unterstützt. 

To Do (Anforderung Studienordnung)

Lt. Studienordnung hat der Modulteil Ringvorlesung Semesterthema 2 SWS. Diese verbringen Sie in den unten stehenden Vortragterminen.

Für den Abschluss des Modulteils sind drei bis fünf annotierte Protokolle zur Vorlesung als Artefakt Ihres EPortfolios (OLAT) notwendig.

Termine/Programm und Formate

Mittwochs, 16-18Uhr, Zugang über den gleichnamigen OLAT-Kurs.

Sie werden am 06.04.21 automatisch in den zugehörigen OLAT-Kurs eingeschrieben.


Ringvorlesung Sommer 2021: "Lost in Translation?"

 

Zum Thema

Das Axiom „man kann nicht nicht kommunizieren“ (P. Watzlawick) scheint heutzutage der Frage gegenüber zu stehen, ob Kommunikation überhaupt möglich ist; vor allem, wenn über die Bedeutung von Kommunikation in unseren multikulturellen und -lingualen Gesellschaften diskutiert wird – oder bei der Betrachtung von aktuellen Globalisierungs-, wie auch historischen Transfer- und Integrationsprozessen. Sie lässt das „Eigene“ gegenüber dem „Fremden“ wahrnehmen und artikulieren – gleichzeitig werden durch sie Brücken geschlagen oder eingerissen. Kommunikation steht in einem Spannungsfeld von banal/alltäglich und „tagesaktuell“, von Abgrenzung und Akkulturation, von Macht und Möglichkeit.
Fasst man Kommunikation als einen Übersetzungsprozess auf oder einen Transfer von Wissen, zeigt sich die Komplexität des Themenfeldes darüber hinaus: Moderne Schlagworte wie Massenkommunikation, Kommunikationsblasen und -Gaps oder „Fake News“ lassen über Regulierung, Kontrolle, Instrumentalisierung und letztendlich (unsere) Verantwortungen in Übersetzungsprozessen nachdenken; und ebenso über die Rolle von (analogen und digitalen) Medien der Kommunikation. Hierin finden sich Anschlussmöglichkeiten für die Vortragenden, um über Kommunikation als Übersetzung/Transfer von Wissen als Teil ihrer Fachdisziplinen in den Geistes- und Sozialwissenschaften nachzudenken: Was waren und sind sprachliche, historische, künstlerische, gesellschaftliche, ethnische, religiöse, körperbezogene und weitere Ausprägungen, Techniken, Strukturen, Medien und Dynamiken von Kommunikation und Übersetzungsprozessen?

Ein Wort zum Titel

„Lost in Translation?“ als Überschrift spiegelt die Ambiguität, die Möglichkeiten und Fallstricke von Kommunikation, die sich auch in den Deutungsmustern der gleichnamigen Medienprodukte wiederspiegelt: Von „verloren durch bzw. trotz Übersetzung“ (Lost in Translation, Regie: Sofia Coppola, 2003) über „unübersetzbar“, „nicht erfassbar“ (Ella Frances Sanders: Lost in Translation. An Illustrated Compendium of Untranslatable Words from Around the World“, 2014) bis zu „sich-verlieren in Übersetzung“ im Sinne von „darin aufgehen“ (Nicole Mondes: Lost in Translation, 1999). Durch die Formulierung als Frage – weniger, weil sie mit diesen Büchern oder dem Film vertraut wären – werden auch Sie zur Reflektion dieser Mehrdeutigkeit aufgefordert sowie mit dem Untertitel diese in Hinblick auf unser akademisches Umfeld nochmals spezifischer auf Kommunikationsprozesse ausgerichtet. Dabei bezieht sich der Kommunikationsbegriff nicht allein auf sprachliche Kommunikation, sondern wird, wie oben ausgeführt, breit aufgefasst.

Fest steht, es geht in diesem Semester bei uns um Kommunikation und Kommunikationsprozesse von Wissen. 

Perspektiven und Fragestellungen 

Fachspezifik

Dabei beschränken wir uns nicht allein auf sprachliche Kommunikation, sondern auch auf historische, künstlerische, gesellschaftliche, ethnische, religiöse, körperbezogene und weitere Ausprägungen, Strukturen, Medien, Dynamiken von Kommunikation.
In der Ringvorlesung und dem Projektmodul Ihres Orientierungssemesters erfahren Sie, wie die verschiedenen Fachdisziplinen jeweils Kommunikation von Wissen definieren und welche Beispiele sich dafür finden lassen. Es geht um Prozesse von Rezeption und Akkulturation, um Definitionen und Konzepten von kulturellen "Identitäten" und Alteritäten, von "Eigenem" und "Fremden". Wir werden hören, wo und wodurch Wissen auch verloren gegangen ist. 

Wissenschaftsgeschichte

Auch die Geschichte der einzelnen Wissenschaften ist von Kommunikation von Wissen geprägt - hier geben Ihnen die verschiedenen Disziplinen einen Einblick in ihre jeweiligen (historischen und aktuellen) Kommunikationsstrukuren und -methoden. Die Fächer sind zudem miteinander verknüpft, sodass interdiziplinäre Kommunikation genauso ein Thema ist, wie die Herausforderung, welche die Digital Humanities bei der "Übersetzung" von Fachwissen mit sich bringen. 

Schnittstellen

Die Geistes- und Sozialwissenschaften stehen gerne im Verdacht, ihr Wissen und ihre Erkenntnisse im universitären Elfenbeinturm einzuschließen. Dabei sind gerade diese Disziplinen Impulsgeber in die Gesellschaft für aktuell relevante Themen und Debatten - auch dies wird mit "Lost in Translation?" zum Thema unserer Projekte und der Ringvorlesung.