Forschungswerkstatt

Forschungswerkstatt

Forschung erleben

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Der Modulteil Forschungswerkstatt vereint zwei unterschiedliche Veranstaltungsformate:

(1) In der Übung „Forschungslabor“ stellen unterschiedliche Fachlehrende beispielhaft Themen aus Forschungsprojekten ihrer Fachdisziplinen vor. Sie als Studierende vollziehen im Rahmen von Kurzworkshops in Text- und Objektarbeit den fachspezifischen Forschungsprozess nach und erwerben so grundlegende analytische Kompetenzen. Die Hands-On-Perspektive ermöglicht Ihnen das praxisnahe Kennenlernen eines Faches.

(2) In der Vortragreihe „Werkstattbericht“ präsentieren ForscherInnen unterschiedlicher Disziplinen ihren Forschungsalltag und aktuelle Forschungsprojekte. Sie gewinnen so Einblick in fachspezifische Forschungsobjekte sowie wissenschaftliche Fachkulturen und Herangehensweisen und lernen, wissenschaftliche Argumentationen nachzuvollziehen.

Es erwarten Sie Workshops und Vorträge aus den Gebieten der Sportwissenschaft, Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, Erziehungswissenschaften, Geschichte, Romanistik, Ethnologie sowie weiteren Fachgebieten.

ToDo (Anforderungen Studienordnung)

Lt. Studienordnung hat der Modulteil Forschungswerkstatt 2 SWS und 2 CP. Diese verbringen Sie in den unten stehenden sieben Vortragterminen sowie in weiteren Workshops Ihrer Wahl vonseiten des Schreibzentrums, des Frankfurter Akademischen Schlüsselkompetenztrainings sowie/oder des Tags der Geisteswissenschaften

Für den Abschluss des Modulteils sind zwei annotierte Protokolle (Handreichung siehe OLAT-Kurs Werkstattbericht) aus der Vortragsreihe „Werkstattbericht“ oder eine Quellen-/Text-Analyse mit Reflexionsteil zu einer Übungseinheit im „Forschungslabor“ als Artefakt Ihres Portfolios (siehe Portfolio-Workbook im OLAT Kurs GO GuS) notwendig.

Termine: 

Donnerstags 16-18Uhr, 14-täglich.

Werkstattbericht

Termine/Programm Werkstattbericht

Das unten stehende Programm mit Terminen, Vortragenden und Workshoptiteln finden Sie zudem hier im Vorlesungsverzeichnis.

Hier ist das Programm des Sommersemesters 2022:

Detailinformationen zu den Vorträgen Werkstattbericht 2022

21.04.2022, 16-18 Uhr, Hörsaalzentrum Westend HZ 13

Die Interaktion von Sprachen in dem bilingualen Mind: Unsere Forschung am Romance Lab


Jeder von uns hat schon Erfahrung mit dem Lernen einer Fremdsprache und der Beobachtung, dass es wahrscheinlicher ist, Fehler in einer Fremdsprache als in einer Erstsprache zu machen. Ziel dieser Veranstaltung ist es zu zeigen, warum dies der Fall ist. Im Besonderen werden wir feststellen, dass es sehr wichtig ist, diese Fehler zu verstehen, um daraufhin zu sehen, wie die Sprachen eines mehrsprachigen Menschen im Kopf repräsentiert werden und miteinander interagieren. Diese Interaktion verursacht dennoch nicht nur Fehler, sondern kann in einigen Fällen den Prozess des Fremdsprachenlernerns beschleunigen.

05.05.2022, 16-18 Uhr, Hörsaalzentrum Westend HZ 13

“…now, we're at that point where we're going to be telling the stories.” Selbstrepräsentation und Dekolonialisierung im indigenen Nordamerika
Seit einigen Jahren ist ‚Dekolonialisierung‘ ein Begriff, der für das steigende Selbstbewusstsein indigener Gruppen und Individuen steht. Er meint im Kern, dass koloniale Darstellungen durch indigene Perspektiven ersetzt oder zumindest darum ergänzt werden müssen. Während die damit verbundene Selbstrepräsentation in Museen relativ neu ist, ist diese schon lange ein zentraler Bestandteil „indianischer Kunst“. Der Werkstattbericht wird diese beiden Bereiche verknüpfen und über ethnologische Forschung dazu berichten. Dabei ist die ethnologische „Werkstatt“ groß und beinhaltet u. a. Reisen nach South Dakota, Besuche im Field Museum Chicago und Kooperationen mit dem Weltkulturen Museum Frankfurt.

19.05.2022, 16-18 Uhr, Hörsaalzentrum Westend HZ 13

Religion und Ökologie - über Gemeinsamkeiten, Gegensätze und den Grund, warum Religion ein wichtige Rolle auf dem Weg in eine grünere Zukunft spielen könnte.

Die letzten Veröffentlichungen des Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) haben deutlich gezeigt, dass der Umgang der Gesellschaft mit der Natur die Grenzen der Belastbarkeit unseres Planeten überschreitet. Die Folge sind Naturkatastrophen und Leid, vor allem im globalen Süden. Als offensichtliche Lösung wird immer wieder eine Neuausrichtung unseres Konsumverhaltens gefordert, also ein bewussterer Umgang mit der Natur. 
Doch wie werden Menschen zum Umdenken bewegt? Wie bildet sich ein neues Umweltbewusstsein? Und welche Rolle könnte Religion in diesem Prozess spielen? 

Eine Antwort auf diese Fragen bekommen Sie am 19.05.!

02.06.2022, 16-18 Uhr, Hörsaalzentrum Westend HZ 13

Wissenschaftsphilosophie für die Sozialwissenschaften

Die Sozialwissenschaften befinden sich innerhalb der Wissenschaftslandschaft an einem seltsamen Ort. Weder ganz Naturwissenschaft (science) noch ganz Geisteswissenschaft (humanities) sind sie Grenzgänger zwischen diesen beiden Welten, denn einerseits geht es ihnen um die kausale Erklärung von sozialen Prozessen als objektiven Gegebenheiten und andererseits um das deutende Verstehen von Sinn und Bedeutung des Sozialen aus subjektiven Perspektiven. Diese Grenzposition führt zu unproduktiven Frontstellungen zwischen empirisch-analytischen Ansätzen, die mit quantitativen Methoden (Statistiken, Umfragen) und hohen Fallzahlen arbeiten, und qualitativ-interpretativen Ansätzen, die eher qualitativ (Interviews, Beobachtung) an kleinen Fallzahlen oder Einzelfällen arbeiten. In den damit zusammenhängenden Konflikten geht es letztlich um wissenschaftsphilosophische Grundfragen der Ontologie, Epistemologie und Methodologie: Wie ist die soziale Welt beschaffen? Was können wir über sie wissen? Wie gelangen wir zu Erkenntnissen über sie? Im Vortrag wird eine wissenschaftsphilosophische Perspektive vorgeschlagen, die die unterschiedlichen Paradigmen der Sozialwissenschaften produktiv verbinden könnte, indem sie den Anspruch auf Objektivität und Wahrheit mit der Perspektivität und Situiertheit des Wissens verknüpft.


30.06.2022, 16-18 Uhr, Hörsaalzentrum Westend HZ 13

„Haß und Schmähung“: Fluch-Szenen in Franz Grillparzers Das goldene Vließ

In Dramen der Aufklärung und der Romantik nehmen Szenen der Verfluchung sowie der darin lustvoll zum sprachlich-körperlichen Ausdruck drängende Affekt des Hasses eine prominente Rolle ein. Als Ausdruck einer intensiv erlebten Emotion sind literarische Hassreden einer zeitlichen Dimension des Plötzlichen verpflichtet, scheinen nichts als ihre eigene Präsenz und Gegenwart zu kennen, in deren Sog Zukunfts- und Vergangenheitsbezug gleichermaßen gekappt werden und versinken. Trotz oder gerade auf Grund dieser Grenzsituation produzieren sie in der Literatur eine besondere sprachliche Dynamik, die sich in einer Rhetorik der Überbietung und besonderen Intensität äußert. Der Vortrag geht dem Verhältnis von Fluch- und Hassrede anhand von Franz Grillparzers Dramentrilogie Das goldene Vließ (1818-1820) nach.

14.07.2022, 16-18 Uhr, Hörsaalzentrum Westend HZ 13

Migration und Heterogenität in pädagogischen Handlungsräumen
Expert:innen in pädagogischen Handlungsräumen arbeiten in pluralen
lebensweltlichen Situationen, die vor allem aus der
gesamtgesellschaftlichen Zusammensetzung resultieren – diese zeigen
sich beispielsweise auch in der Zusammensetzung des sog. pluralen
Klassenzimmers. Die möglichen Ressourcen, ausgehend durch plurale
Lebenswelterfahrungen mit Blick auf Herkunft, Religion, Familie
einerseits und Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen andererseits
sowie marginalisierten Perspektiven, bilden dabei einen festen
Bestandteil in der realen Unterrichtssitutation mit den Schüler:innen.
Vielfach lässt sich im Vorfeld feststellen, dass eine hierzu
notwendige selbstverständliche Informiertheit, wie sie im
Lehramtsstudium vermittelt werden muss, nach wie vor fehlt. Das heißt,
dass der Umgang mit Diversität und pluralen Lebenswelten eingeübt
werden muss und nie abgeschlossen ist. Gleichzeitig heißt das auch,
dass Bildung, Migration und Heterogenität zusammen gedacht werden
müssen. Diese Einführung soll dazu dienen, einen Einblick in die
notwendigen Ansätze zu ermöglichen.

Forschungslabor

Termine/Programm Forschungslabor

Sie werden über die Anmeldemodalitäten zu den Workshops in Kürze per Email informiert. Die Anmeldung erfolgt über ein Prioritätenverfahren; Sie belegen letztendlich zwei der angebotenen Workshops ein.

Das unten stehende Programm mit Terminen, Vortragenden und Workshoptiteln finden Sie zudem hier im Vorlesungsverzeichnis.


Detailinformationen zu den Workshops Forschungslabor 2022

02.05.2022, 11-14 Uhr, H13 Bockenheim

Comics lesen. Eine Aufgabe für die Literaturwissenschaft?


Wurden Comics bis in die 1970er Jahre hinein als „Schmutz und Schund“ abgetan und verteufelt, hat es heute gelegentlich den Schein, als wären Comics, insbesondere als Graphic Novels, die Rettung des kulturellen Abendlandes. Ausgehend von diesem Spannungsverhältnis sollen in dem Forschungslabor der Gegenstand ‚Comic' sowie seine kulturelle Relevanz exemplarisch erörtert werden.

06.05.2022, 14-18 Uhr, Seminarpavillon SP 2.01

Die Macht der Karten – Herrschaftswissen, Kritische Kartographie, Counter Mapping


Karten sind seit jeher ein machtvolles Instrument, wenn es darum geht, Informationen räumlich darzustellen. Doch über die reine Vermittlung vermeintlich objektiver Daten hinaus dienen Karten auch dazu, Herrschaftswissen zu stützen und Kontrolle auszuüben. Der seit den 1980er Jahren im internationalen Kontext vorliegende Forschungsansatz der „Critical Cartography“ begreift Karten keineswegs als neutrale Darstellungen von Tatsachen, sondern sieht darin komplexe gesellschaftliche Konstruktionen. Hiernach folgen Karten machtvollen Konventionen und Interessen und schaffen damit erst die Tatsachen, die sie vordergründig nur abzubilden behaupten. Anschließend an die Kritik an Karten betont die Kritische Kartographie aber auch stets die Möglichkeit, das Werkzeug Karte selbst dafür einzusetzen, marginalisierten Themen und Gruppen, denen in hegemonialen Karten kein Platz eingeräumt wird, eine Möglichkeit der Artikulation zu bieten („Counter-Mapping“). Im Workshop wird die Bedeutung eines kritischen Umgangs mit Karten thematisiert sowie Prinzipien kritisch-kollektiven Kartierens vorgestellt und an Beispielen selbst praktisch erprobt.

09.05.2022, 14-17 Uhr, digital

Politics across borders. Protestbewegungen im Maghreb   und dem Nahen Osten und die politische Sozialisation (in) der Diaspora

Mehr Infos hier in Kürze

17.05.2022, 14-16 Uhr, IG-Farben-Nebengebäude NG 731

Warum muss man sich eine Hitler-Rede anhören?

Die Betonung liegt hier auf dem Verb. Reden sind keine rein
schriftlichen, sondern naturgemäß zugleich vorgetragene Texte. Ob
eine Rede gelungen ist, hängt größtenteils von dem Auftritt des
Redners oder der Rednerin ab. Der Workshop nimmt Hitler als Redner in
den Blick und will u.a. am Beispiel seiner letzten Rundfunkansprache
am 30. Januar 1945 zeigen, warum die eingehende Auseinandersetzung mit
der Tonaufnahme – zusätzlich zu den vorhandenen schriftlichen
Quellen – unabdingbar ist. In drei Etappen (Vortragsaufzeichnung,
asynchroner Aufgabenteil, synchrone Sitzung) üben Sie den
Umgang mit auditiven Quellen, einer in der Geschichtswissenschaft noch
wenig beachteten Quellengattung, und denken über deren Mehrwert nach.

20.05. 10-12 Uhr, Seminarhaus SH 3.108 und 3.6.,10-12 Uhr, Seminarhaus SH 5.107  

Am Meer: Ein ökologischer Zugang zu skandinavischer Literatur


Von der kleinen Meerjungfrau über arme Fischer bis zu heldenhaften Polarfahrern: Die skandinavische Literatur ist reich an Figuren, deren Leben aufs Engste mit dem Ozean verbunden ist. Aber was heißt das eigentlich? Lange Zeit hat sich die literaturwissenschaftliche Forschung weniger für das Meer als für die Menschen interessiert. Das hat sich in jüngster Zeit, auch unter dem Eindruck der globalen ökologischen Krise verändert: Mit Disziplinen wie Blue Ecocriticism oder Critical Ocean Studies hat der blaue Planet hat Einzug in die Environmental Humanities gehalten. In unserem Forschungslabor tauchen wir ein in das Meer (in) der skandinavischen Literatur und verbinden dabei Ökologie und Literaturwissenschaft.

20.05. 13-16 Uhr,  Campus Bockenheim, Treffpunkt hier in Kürze

Buchmalerei im Mittelalter - Kunst- und kulturwissenschaftliche Zugänge zu Material, Bild und Text

Buchmalereien im Mittelalter werden auch "Illuminationen" genannt - und tatsächlich erleuchten und erhellen die gerne prächtigen, farbenfrohen und zuweilen spitzfindigen Darstellungen den Text (und den Betrachter) und erheben diese Bücher in einen Status über bloße Alltagsgegenstände hinaus. Ein Beispiel finden Sie hier: https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:15th-century_books_of_hours?uselang=de#/media/File:Stundenbuch_Niederlande_1480-90.JPG
Dabei ist eine Beschäftigung mit einzelnen Darstellungen mittelalterlicher Buchmalereien im Kontext des ganzen Werkes, seiner physischen Materialität sowie des Text-Bildbezugs wichtig - es ist über die kunstgeschichtliche Betrachtung hinaus eine kulturwissenschaftliche Einordnung nötig, um ein Verständnis für diese zu entwickeln.
In unserem Workshop werden Sie sich in einer vorbereitenden Aufgabe mit Herstellung und Farben von Buchproduktion und -malerei beschäftigen (ca. 1. Std.), sowie in unserem 3stündigen Präsenztermin in der Kunstgeschichtlichen Bibliothek sowie dem Handschriftenlesesaal der UB Frankfurt Werke der mittelalterlichen Buchmalerei teilweise im Original kennenlernen. Dabei werden Sie merken, wie viel Sie bereits mit eigener Beobachtung herausfinden und erste eigene Einordnungs- und Verständnisprozesse anstoßen können.

30.05., 12-14.00 Uhr (plus Online-Phase), IG NG 2.701

Arbeit an und mit Betroffenennarrativen in der Missbrauchsaufarbeitung


In der Aufarbeitung und auf dem Weg zu einer besseren Prävention vor Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und Grenzverletzungen ist es essentiell, sich mit den Erfahrungen auseinanderzusetzen, von denen Betroffene und Überlebende berichten. Die Arbeit mit den Narrativen stellt einen wichtigen Baustein der Missbrauchsforschung dar – auch in der Theologie. In diesem Workshop werden wir einen Einblick in die hochaktuelle und wichtige Thematik vornehmen und lernen, wie sich die Erfahrungen und Berichte beispielsweise von Überlebenden der Missbrauchsfälle in der Katholischen Kirche konkret in der Forschung fruchtbar machen lassen.

01.06.2022, 10-14 Uhr, Hörsaaltrakt Bockenheim - H 14

Was ist “transkulturelle Erinnerung“? – das Gedächtnis des Spanischen Bürgerkriegs im französischen Film „Josep“ (2020)


Im europäischen Gedächtnis des 20. Jahrhundert steht der Spanische Bürgerkrieg (1936-1939) im Schatten des Zweiten Weltkriegs. Dennoch taucht er auch diesseits der Pyrenäen, vor allem im Nachbarland Frankreich, immer wieder in Film, Literatur und anderen Medien auf, zuletzt im mehrfach prämierten Animationsfilm „Josep“. Darin wird die Geschichte des katalanischen Künstlers Josep Bartolí erzählt, der von Spanien zunächst nach Frankreich und dann nach Mexiko floh. Nach der gemeinsamen Sichtung des Films soll erarbeitet werden, was der Begriff „transkulturelles Gedächtnis“ leistet und wie mit ihm die engen Grenzen von nationalen Sichtweisen überwunden werden können – eine Perspektive, die auch in der von kriegerischen Konflikten geprägten Gegenwart bedeutsam ist.

Kontakt


Dr. Johanna Scheel

Koordinatorin
Orientierungsstudium Geistes- und Sozialwissenschaften

Campus Westend | Casino 1.813 
Nina-Rubinstein-Weg 1
60323 Frankfurt am Main

Telefon +49 (0)69 798 32943

scheel@em.uni-frankfurt.de

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