Forschungswerkstatt

Forschungswerkstatt

Forschung erleben

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Der Modulteil Forschungswerkstatt vereint zwei unterschiedliche Veranstaltungsformate:

In der Übung „Forschungslabor“ stellen unterschiedliche Fachlehrende beispielhaft Themen aus Forschungsprojekten ihrer Fachdisziplinen vor. Sie als Studierende vollziehen im Rahmen von Kurzworkshops in Text- und Objektarbeit den fachspezifischen Forschungsprozess nach und erwerben so grundlegende analytische Kompetenzen.

In der Vortragreihe „Werkstattbericht“ präsentieren ForscherInnen unterschiedlicher Disziplinen ihren Forschungsalltag und aktuelle Forschungsprojekte. Sie gewinnen so Einblick in fachspezifische Forschungsobjekte sowie wissenschaftliche Fachkulturen und Herangehensweisen und lernen, wissenschaftliche Argumentationen nachzuvollziehen.

Es erwarten Sie Workshops und Vorträge aus den Gebieten der Sportwissenschaft, Allgemeinen und vergleichenden Literaturwissenschaft, Geschichte, Romanistik, Koreastudien, Kunstpädagogik sowie weiteren Fachgebieten.

ToDo (Anforderungen Studienordnung)

Lt. Studienordnung hat der Modulteil Forschungswerkstatt 2 SWS. Diese verbringen Sie in den unten stehenden sieben Vortragterminen sowie in mindestens zwei der unten aufgeführten Workshops. 

Für den Abschluss des Modulteils sind zwei annotierte Protokolle aus der Vortragsreihe „Werkstattbericht“ oder eine Quellen-/Text-Analyse mit Reflexionsteil zu einer Übungseinheit im „Forschungslabor“ als Artefakt Ihres EPortfolios (OLAT) notwendig.

Werkstattbericht

Termine/Programm Werkstattbericht

Hier ist das Programm des Sommersemesters 2021:

Detailinformationen zu den Vorträgen Werkstattbericht

Nationsbildung am Beispiel des Westsahara-Konfliktes

Was versteht man unter Nation und nationale Identität? Wie Rolle spielen diese Konzepte für Gemeinschaften heute? Am Beispiel des Westsahara-Konfliktes und der Demokratisch Arabischen Republik Sahara werden wir uns mit unterschiedlichen Aspekten von Nationsbildung beschäftigen sowie verschiedene methodische Ansätze zur Erforschung nationaler Identität diskutieren.

HolyEBook

Theologie, ihre Bibel und ihre Didaktik in Zeiten der Pandemie

Magie, Politik, Religion – Was „exotische“ Forschungsthemen der Geschichtswissenschaft für uns relevant macht

Um 1400 verurteilten in Paris eine Reihe von Theologen die Umtriebe von „Magiern“ am Königshof als falsch und verboten, und auch die Höflinge, die an die Wirksamkeit der Magie glaubten, bekamen Schelte. Wer nun denkt, dass dies wohl kaum ein wichtiges Stück Geschichte sein kann, ist in guter Gesellschaft: Die Quellen wurden über Generationen von Historiker*innen ignoriert. Warum schreibt man also ausgerechnet heute darüber eine Doktorarbeit? Die Antwort können ein paar Stichworte andeuten: Xenophobie, Wissensgesellschaft, Propaganda, Hexenverfolgung, Ausgrenzung, Staatsbildung. Vielleicht ist das Thema als doch relevanter als gedacht…?

Migration und Heterogenität in pädagogischen Handlungsräumen


Expert:innen in pädagogischen Handlungsräumen arbeiten in pluralen
lebensweltlichen Situationen, die vor allem aus der
gesamtgesellschaftlichen Zusammensetzung resultieren – diese zeigen
sich beispielsweise auch in der Zusammensetzung des sog. pluralen
Klassenzimmers. Die möglichen Ressourcen, ausgehend durch plurale
Lebenswelterfahrungen mit Blick auf Herkunft, Religion, Familie
einerseits und Diskriminierungs- und Rassismuserfahrungen andererseits
sowie marginalisierten Perspektiven, bilden dabei einen festen
Bestandteil in der realen Unterrichtssitutation mit den Schüler:innen.
Vielfach lässt sich im Vorfeld feststellen, dass eine hierzu
notwendige selbstverständliche Informiertheit, wie sie im
Lehramtsstudium vermittelt werden muss, nach wie vor fehlt. Das heißt,
dass der Umgang mit Diversität und pluralen Lebenswelten eingeübt
werden muss und nie abgeschlossen ist. Gleichzeitig heißt das auch,
dass Bildung, Migration und Heterogenität zusammen gedacht werden
müssen. Diese Einführung soll dazu dienen, einen Einblick in die
notwendigen Ansätze zu ermöglichen.

Zwischen den Welten !? - Eine Exploration der Romanistik-Didaktik-Galaxie


Ihr Raumschiff hat die Base Schule verlassen, Sie sind sozusagen zwischen den Welten unterwegs und wissen noch nicht genau wohin die Reise gehen soll? Möglicherweise möchten Sie ja wieder zur Schule zurückkehren eines Tages. Doch zwischenzeitlich durchqueren Sie viele Galaxien; Eine davon, in der Sie dann sicherlich länger verweilen werden, ist die Galaxie der Romanistik-Didaktik.
Dieser Vortrag stellt ihnen das Arbeitsfeld der Didaktik romanischer Sprachen und dessen Vernetzung mit anderen Disziplinen der Romanistik vor. Außerdem soll ein Einblick in die zukünftige Arbeit als Lehrer*in gewährt werden, unter Einbezug aktueller didaktischer Entwicklungen - denn der Planet Schule hat sich während Ihrer Reise durchaus verändert.

Fascination of Representation

Was heißt Repräsentation? Wie kann dem politischen und ästhetischen Anspruch auf Repräsentation im Theater kritisch begegnet werden?
Die Dramaturgin und Doktorandin Rebecca Ajnwojner gibt vor dem Hintergrund einer kritischen, postkolonialen, feministischen Theorie sowie der Intersektionalität einen Einblick in zentrale Fragen gegenwärtiger Theaterpraxis.
Der Text „Can the subaltern speak?“ von Gayatri C. Spivak sollte bitte vorab gelesen werden, der Ted Talk von Chimamanda Ngozi Adichie sollte ebenfalls gesichtet werden. Beide dienen als Grundlage für die Veranstaltung und werden Gegenstand der Diskussion sein.

Chimamanda Ngozi Adichie, The Danger of a Single Story. https://www.youtube.com/watch?v=mgs2Do88zp0

Spivak, Gayatri Chakravorty: Can the subaltern speak?: Postkolonialität und subalterne Artikulation. Wien 2008.

Nur Bier und Fußball? Zum Deutschlandbild in koreanischen Medien

Ist Deutschland im südkoreanischen Fernsehen nur Bier und Fußball? Oder wird hier ein „unbekanntes Deutschland“ gezeigt, wie die Sendung „Where is my friend’s home?“ den Zuschauer*innen verspricht? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns in diesem Vortrag zu einem aktuellen Forschungsprojekt zur Darstellung von Deutschen und Deutschland im koreanischen Fernsehen. Dabei werfen wir mittels Analyse von Videoausschnitten und Bildern einen genaueren Blick auf die oben genannte Sendung und fragen uns: Fußball oder vielleicht doch etwas ganz Anderes?

Forschungslabor

Termine/Programm Forschungslabor

Bitte schreiben Sie sich in OLAT in zwei der dort angebotenen Workshops ein - belegen Sie bitte nicht mehr als zwei der Kurse.

Das unten stehende Programm mit Terminen, Vortragenden und Workshoptiteln finden Sie zudem hier im Vorlesungsverzeichnis.

Werfen Sie gerne einen Blick auf unser Programm für das SoSe 2021: 

Detailinformationen zu den Workshops Forschungslabor

Sparta. Ein Blick hinter den Mythos.

Spätestens seit dem Film "300" ist der Mythos Sparta sogar in der Populärkultur wieder allgegenwärtig. Wir werfen einen Blick auf ein berühmt-berüchtigtes Erziehungsinstrument Spartas, das so brutal ist, dass es nicht einmal in dem blutrünstigen Film (und Comic) aufgegriffen wurde. Mittels einer intensiven Quellenlektüre eines kurzen Abschnitts einer antiken Quelle (in deutscher Übersetzung) wollen wir gemeinsam grundlegende historische Arbeitsweisen kennenlernen und kritisch fragen, ob unser modernes Sparta-Bild überhaupt wissenschaftlich haltbar ist.

Comics lesen. Eine Aufgabe für die Literaturwissenschaft?


Wurden Comics bis in die 1970er Jahre hinein als „Schmutz und Schund“ abgetan und verteufelt, hat es heute gelegentlich den Schein, als wären Comics, insbesondere als Graphic Novels, die Rettung des kulturellen Abendlandes. Ausgehend von diesem Spannungsverhältnis sollen in dem Forschungslabor der Gegenstand ‚Comic‘ sowie seine kulturelle Relevanz exemplarisch erörtert werden.

Körper und Kultur – ein soziologischer Blick

Was am menschlichen Körper ist natürlich, und was ist kulturell geprägt? Gibt es überhaupt natürliche Körper oder natürliche Körperbewegungen, und wenn ja, woran lassen sie sich erkennen? Und wenn es keine natürlichen Körper gibt, wie lassen sich dann kulturelle Prägungen analysieren? Was hat es beispielsweise damit auf sich, dass die meisten Menschen in ihrer eigenen Stimme denken? Wieso halten Frauen auf Facebook-Profilbildern häufig den Kopf schief, Männer hingegen nicht? Welche sind die unausgesprochenen und zumeist unbewussten Regeln dafür, wie wir in Fahrstühlen unsere Plätze einnehmen? Und warum starren so viele Personen in Fahrstühlen wie gebannt auf die Stockwerksanzeige? Dies alles und mehr sind Fragen, für deren Beantwortung man die Körpersoziologie benötigt – und die wir im Forschungslabor adressieren werden.

Warum muss man sich eine Hitler-Rede anhören?

Die Betonung liegt hier auf dem Verb. Reden sind keine rein
schriftlichen, sondern naturgemäß zugleich vorgetragene Texte. Ob
eine Rede gelungen ist, hängt größtenteils von dem Auftritt des
Redners oder der Rednerin ab. Der Workshop nimmt Hitler als Redner in
den Blick und will u.a. am Beispiel seiner letzten Rundfunkansprache
am 30. Januar 1945 zeigen, warum die eingehende Auseinandersetzung mit
der Tonaufnahme – zusätzlich zu den vorhandenen schriftlichen
Quellen – unabdingbar ist. In drei Etappen (Vortragsaufzeichnung,
asynchroner Aufgabenteil, synchrone Sitzung) üben Sie den
Umgang mit auditiven Quellen, einer in der Geschichtswissenschaft noch
wenig beachteten Quellengattung, und denken über deren Mehrwert nach.

Die Macht der Karten – Herrschaftswissen, Kritische Kartographie, Counter Mapping


Karten sind seit jeher ein machtvolles Instrument, wenn es darum geht, Informationen räumlich darzustellen. Doch über die reine Vermittlung vermeintlich objektiver Daten hinaus dienen Karten auch dazu, Herrschaftswissen zu stützen und Kontrolle auszuüben. Der seit den 1980er Jahren im internationalen Kontext vorliegende Forschungsansatz der „Critical Cartography“ begreift Karten keineswegs als neutrale Darstellungen von Tatsachen, sondern sieht darin komplexe gesellschaftliche Konstruktionen. Hiernach folgen Karten machtvollen Konventionen und Interessen und schaffen damit erst die Tatsachen, die sie vordergründig nur abzubilden behaupten. Anschließend an die Kritik an Karten betont die Kritische Kartographie aber auch stets die Möglichkeit, das Werkzeug Karte selbst dafür einzusetzen, marginalisierten Themen und Gruppen, denen in hegemonialen Karten kein Platz eingeräumt wird, eine Möglichkeit der Artikulation zu bieten („Counter-Mapping“). Im Workshop wird die Bedeutung eines kritischen Umgangs mit Karten thematisiert sowie Prinzipien kritisch-kollektiven Kartierens vorgestellt und an Beispielen selbst praktisch erprobt.

Typisch: Neues Frankfurt


„Die Ansprüche, die wir heute an unsere Wohnungen und ihre Einrichtungen stellen, haben sich grundlegend geändert, weil die allgemeine Entwicklung der Wirtschaft und der Technik anders geworden ist.“ Mit diesem Satz beginnt Ferdinand Kramer seine Überlegungen zur Gestaltung von Möbeln – und zwar im Jahr 1928! Der Architekt und Designer gehörte zu einem großen Team von Gestalter:innen, das sich ab 1925 in Frankfurt zusammenfand und die Stadt für fünf Jahre zu einem Labor der Moderne machte. Mit dem „Neuen Frankfurt“ sollte vor allem günstiger Wohnraum für Alle geschaffen werden – auch das ist ein Gedanke, der anhaltend aktuell ist. Als Lösungsansatz wählte man vor knapp hundert Jahren das Verfahren der Typisierung: Für jede Wohnung, jeden Bauteil gab es Standardmodelle, aus denen in wenigen Tagen ein ganzes Haus ‚zusammengesetzt‘ werden konnte. Auf diese Weise entstand in kürzester Zeit tatsächlich Wohnraum für Viele – aber wollten die Menschen dann auch so typisiert wohnen?
Mit dem Workshop werfen wir einen näheren Blick auf die Architektur dieser Ära und auf die Geschichte des Wohnens. Damit stellt sich zugleich auch die Frage: Wie erforschen wir überhaupt (historische) Architektur? Welche Informationen benötigen wir, welche Auskünfte können uns beispielsweise alte Fotografien und Zeitschriftenberichte geben? Und gibt es noch weiteres Quellenmaterial, das uns bei der Rekonstruktion des „Neuen Frankfurt“ helfen kann? Diese Fragen beschäftigen uns in anderen Bereichen der Kunstgeschichte; Sie erhalten so einen Einblick in das praktische Forschen in diesem Fach.

Lesen, was nie geschrieben wurde: Analyse und Diskussion um Texte aus der Zeit der Franco-Diktatur in Spanien

Kurze Beschreibung des Inhalts: Wir werden versuchen, anhand von Textauszügen dreier spanischer Romanciers des zwanzigsten Jahrhunderts zu ergründen, wie die heimische literarische Produktion unter den Bedingungen einer faschistischen Diktatur Kritik üben kann, ohne sie tatsächlich auszusprechen: Wie funktioniert Leserlenkung? Ist es möglich, die Zensur so zu umgehen, dass ein Text veröffentlicht und trotzdem von seinen Lesern als regimekritisch verstanden werden kann?
Alle zu diskutierenden Textpassagen werden in deutscher Übersetzung vorliegen, es sind keine Spanischkenntnisse erforderlich.

Alexander der Große in der mittelalterlichen Literatur

Kaum eine historische Figur hat die Phantasie mittelalterlicher Dichter so beflügelt wie Alexander der Große, der wie kein anderer Gegensätzliches in sich vereinte. Von ihm ließen sich sowohl Geschichten erzählen, die ihn als idealen Weltherrscher entwarfen, als auch solche, in denen er als abschreckendes Exempel für Hybris und schädliche Neugier fungierte. Am interessantesten sind aber natürlich jene Texte und Textstellen, die beide Aspekte zu vereinen versuchen und aus denen wir uns eine kleine Auswahl genauer anschauen möchten, um dabei einen Einblick in die 'Machart' mittelalterlicher Literatur und den wissenschaftlichen Umgang mit ihr zu gewinnen.

Kontakt


Dr. Johanna Scheel

Koordinatorin
Orientierungsstudium Geistes- und Sozialwissenschaften

Campus Westend | Casino 1.813 
Nina-Rubinstein-Weg 1
60323 Frankfurt am Main

Telefon +49 (0)69 798 32943

scheel@em.uni-frankfurt.de

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