Tagung "Transnationalisierung" 05.-06. Juni 2020

Grenzüberschreitungen und Verflechtungen.

Erziehungswissenschaftliche Perspektiven auf Schule und Transnationalisierung

gefördert durch die Robert-Bosch-Stiftung

Inhalte folgen in Kürze!


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Transnationalisierung und Schule ist ein Thema, das unter migrations-gesellschaftlicher Perspektive schon seit etwa 20 Jahren diskutiert wird; eine breiteres Interesse genießt es gegenwärtig aus drei Gründen: erstens, die globale Aufmerksamkeit für weltweite Wanderungs- und Fluchtbewegungen, die spätestens seit dem Sommer 2015 auch im deutschen Schulsystem angekommen ist; zweitens, die zunehmende digitale Vernetzung von Schule, Bildung und Biographien; drittens, die Internationalisierungsbemühungen von Schulen angesichts von globalen Elitebildungsprozessen und der damit einhergehenden steigenden Bedeutsamkeit internationaler Abschlüsse. Vor diesem Hintergrund beleuchtet die Tagung Zusammenhänge von Transnationalisierung und Schule anhand der Auseinandersetzung mit Internationalisierung und ethnischer Diversität. Während Internationalisierung in der Schullandschaft und im Diskurs um Bildung als relevante Größe der Generierung von Humanressourcen gilt, die insbesondere in elitären Bildungsprozessen von hoher Bedeutung ist, wird das Thema ethnische Diversität vielfach als „Herausforderung“ behandelt und damit in eine defizitorientierte Perspektive eingerückt. Gleichzeitig zeigen sich in Biographien, die je einem der beiden Bereiche zugerechnet werden, Ambivalenzen, die vereinseitigenden Perspektivnahmen auf Internationalisierung und ethnischer Diversität entgegenstehen.

Ziel der Tagung ist es, die Machtbalancen, die sich im Spannungsfeld der Transnationalisierung ergeben, auszuloten und gleichzeitig in zwei Richtungen zu fragen: einerseits, welche Modi der Hervorbringung von Internationalisierung und ethnischer Diversität in der Schule existieren; andererseits, inwiefern diese Zweigeteiltheit bearbeitet oder gar längst überwunden ist.