Auswirkungen des Klimawandels auf aquatische Ökosysteme und Wasserversorgung im Biosphärenreservat Rhön: Partizipative Risikobewertung und Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen (KlimaRhön)

Teilprojekt: Analyse der potentiellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen sowie transdisziplinäre Wissensintegration und Entwicklung von Anpassungsmaßnahmen im Biosphärenreservat Rhön
 

Projekt Zusammenfassung

Motivation
Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen sind für Gesellschaft und Ökosysteme komplex und unsicher. Unsere Forschungsfrage ist daher: Wie können Wasserressourcen angesichts von nur unsicher quantifizierbarem Klimawandel und steigendem Nutzungsdruck von verschiedenen Akteuren nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem gemanagt werden?

Ziele
Ziel des Gesamtprojektes ist es (1) in partizipativer Art und Weise geeignete Managementstrategien zu entwickeln, um die Wasserressourcen im Biosphärenreservat Rhön, insbesondere seinem hessischen Teil, angesichts des Klimawandels nachhaltig für Gesellschaft und Ökosystem nutzen zu können. Hierfür müssen (2) Methoden für eine interdisziplinäre (sozialwissenschaftlich und naturwissenschaftlich) und transdisziplinäre (mit Wissenschaftler/innen und Praxispartner/innen) Wissensintegration entwickelt werden.

Ansatz
Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Ansatz. Unsere sozialwissenschaftliche Projektpartnerin ist Professorin Dr. Birgit Blättel-Mink vom Fachbereich Gesellschaftswissenschaften der Goethe- Universität (mehr Informationen unter https://www.fb03.uni-frankfurt.de/42454404/forschung). Praxispartner (d.h. institutionelle Stakeholder) sind ausgewählte, relevante Akteure im Problemfeld, wie den Verwaltungsstellen des Biosphärenreservats Rhön, (Wasser-)Behörden, zivilgesellschaftliche Organisationen, Unternehmen und andere Interessensvertreter. Die Problemwahrnehmung und Anpassungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger wird empirisch durch die Projektpartnerinnen erhoben und so in den Partizipativen Prozess eingebracht, sodass Bürgerinnen und Bürger selbst nicht direkt am Prozess teilnehmen. Der genaue Fokus innerhalb des Problemfeldes (beispielsweise Trinkwasserversorgung, Erhaltung des Hochmoores, Wasserüberleitung nach Fulda) wird von den Projektpartnerinnen partizipativ mit den Stakeholdern während des partizipativen Prozesses entwickelt werden. Dieser genaue Fokus wird beispielsweise von der Zusammensetzung der Stakeholder abhängig sein, von deren Problemperspektiven sowie deren speziellen Interessensschwerpunkten.

Ergebnisse
Erwartete Ergebnisse sind eine Analyse zu (1) den potentiellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen in der Rhön, sowie zu (2) der Wahrnehmung von Risiken des Klimawandels auf die Versorgung mit Wasser in der Bevölkerung der Rhön. Beides fließt in (3) einen transdisziplinären Stakeholderdialog zur partizipativen Risikobewertung ein. (4) Transdisziplinär erfolgt eine Wissensintegration mit Szenarien und Bayes‘schen Netzen aus naturwissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Mithilfe dieser Ergebnisse werden (5) im Stakeholderdialog transdisziplinär Handlungsempfehlungen zur Anpassung an den Klimawandel entwickelt und Wirksamkeit und Zielkonflikte mit Hilfe der Bayes‘schen Netze abgeschätzt. Dazu gehören auch die Entwicklung von Monitoring-Maßnahmen und die Kommunikation mit Entscheidungsträgern.

Unser Beitrag
Unser Beitrag für das Projekt ist die Analyse zu den potentiellen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen in der Rhön, die naturwissenschaftliche Perspektive für die Risikobewertung, sowie das Design des partizipativen Prozesses, die Erstellung der Bayes’schen Netze und die Entwicklung von Handlungsempfehlungen.

Kontakt
Dr. Laura Woltersdorf
Prof. Dr. Petra Döll

Dauer
2019 - 2022

Finanzierung
Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG)