Pressemitteilungen

Neue Pro- und Studiendekane am Fachbereich Medizin

Nach dem am 1. Mai 2020 erfolgten Amtsantritt von Prof. Dr. Stefan Zeuzem (Direktor der Medizinischen Klinik I) als Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe-Universität ist nun die neue Führungsriege komplett. Prof. Dr. Marcel A. Verhoff (Direktor des Instituts für Rechtsmedizin) wird sich als Prodekan und Stellvertreter des Dekanes um die Finanzen des Fachbereiches kümmern. Der Schwerpunkt von Prof. Dr. Bernhard Brüne (Direktor des Biochemischen Institutes I) wird die Forschung sein. Prof. Dr. Sandra Ciesek (Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie) wurde als Dekanin für die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und der Diversität gewählt. Prof. Dr. Katrin Schröder (Institut für Physiologie I) wird als Studiendekanin die vorklinische Lehre betreuen. Als klinischer Studiendekan wird Prof. Dr. Udo Rolle (Direktor der Klinik für Kinderchirurgie und Kinderurologie) agieren. Prof. Dr. Stefan Rüttermann (Direktor der Poliklinik für Zahnerhaltung) hat die Aufgaben des Studiendekans für Zahnmedizin übernommen. Alle Dekaninnen und Dekane üben ihre Aufgaben im Nebenamt aus.

Die neue Führungsriege, der erstmals zwei Professorinnen angehören, beabsichtigt, wie der Dekan Prof. Zeuzem erklärte, die erfolgreiche Arbeit des Fachbereiches in Forschung und Lehre fortzuschreiben. Angestrebt werde ein enger Schulterschluss mit dem Klinikum und der Universität. Die Forschung im klinischen Bereich sowie die klinische Lehre seien besondere Herausforderungen. Die Umsetzung der bevorstehenden Novellierung der Ärztlichen Approbationsordnung, die wesentlich praxis- und kompetenzorientierter ausfallen wird, sei ebenfalls nur in enger Zusammenarbeit von Universitätsklinikum und Fachbereich zu bewerkstelligen.

Von links nach rechts: U. Rolle, B. Brüne, S. Ciesek, S. Zeuzem, K. Schröder, M. Verhoff, S. Rüttermann

[09.06.2020]


Universitätsmedizin Frankfurt für faire und transparente Berufungsverhandlungen ausgezeichnet

DHV verleiht zum ersten Mal Gütesiegel in der Hochschulmedizin

Dem Fachbereich Medizin der Goethe-Universität Frankfurt und dem Universitätsklinikum Frankfurt ist bundesweit als erstem medizinischen Standort das Gütesiegel des Deutschen Hochschulverbandes (DHV) für faire und transparente Berufungsverfahren in der Hochschulmedizin zugesprochen worden.

Sowohl bei den „harten“ wie „weichen“ Faktoren wüssten der Fachbereich Medizin und das Universitätsklinikum zu punkten. Insbesondere die Ernennung von Bewerberinnen und Bewerbern zu beamteten Universitätsprofessorinnen und –professoren wird vom DHV positiv bewertet, weil dadurch die grundgesetzlich verbürgte Freiheit von Forschung und Lehre umfassend abgesichert werde. Die Berufungsverfahren seien gut organisiert und würden unter Federführung der Klinik- und Fachbereichsleitung umsichtig geführt. Die Verhandlungen mit den Rufinhaberinnen und Rufinhabern verliefen wertschätzend. Die positive Atmosphäre mit der Fachbereichs- und Klinikleitung werde auch von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler als überdurchschnittlich gut wahrgenommen. Die Integration neuer Hochschullehrerinnen und Hochschullehrer in den ersten hundert Tagen verlaufe nach Einschätzung des DHV ebenfalls vorbildlich. Neben umfänglichen Beratungs- und Coachingangeboten gebe es z.B. auch bei der Kinderbetreuung und der Stellensuche für Dual Career-Paare engagierte Unterstützung.

Der DHV sieht noch Nachbesserungsbedarf und Entwicklungspotential. Mit der Implementierung eines Berufungsverfahrensmonitors könne es Bewerberinnen und Bewerbern um eine Professur noch mehr erleichtert werden, sich jederzeit über den Stand ihres Verfahrens zu informieren. Als weitere Maßnahme zur Steigerung der Transparenz empfiehlt der DHV auch die Erstellung eines Berufungsverhandlungs-Leitfadens. Vertragsrechtlich regt der DHV ferner an, die festen Vergütungsbestandteile in den klinischen Verträgen zumindest an tarifliche Entwicklungen anzupassen. Ebenso sollten künftig Personalentscheidungen im Bereich der Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern nicht nur im Benehmen, sondern im Einvernehmen mit den Professorinnen und Professoren getroffen werden.

„Wer fair, transparent und wertschätzend Berufungsverhandlungen führt, wird die besten Köpfe gewinnen und von potentiellen Bewerberinnen und Bewerbern als guter und attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen. Im verschärften Wettbewerb um die besten Köpfe in der Medizin ist dies ein wichtiger Pluspunkt“, erklärte der Präsident des DHV, Professor Dr. Bernhard Kempen. „Das Audit zum Gütesiegel unterstützt deshalb medizinische Fakultäten und Universitätsklinika dabei, hohe Standards in der Berufungskultur zu halten und auszubauen.“

Basis des DHV-Gütesiegels ist ein gewichteter Fragebogen mit 71 Fragen, den der DHV auf Grund seiner Beratungserfahrung in Berufungsverfahren entwickelt hat. Der Schwerpunkt in der Bewertung liegt auf Fairness, Wertschätzung, Transparenz und Verlässlichkeit in den Berufungs- und Bleibeverhandlungen. Auch Stellungnahmen der begutachteten Hochschulen fließen in die Bewertung ein. Hinzu kommen Interviews mit an die jeweilige Hochschule berufenen Professorinnen und Professoren zu ihren Erfahrungen im Berufungsverfahren sowie das Erfahrungswissen der DHV-Justitiare. Der DHV berät Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in ca. 70 Prozent aller Berufungs- und Bleibeverhandlungen in Deutschland.

Der DHV vergibt seit 2013 ein Gütesiegel für faire und transparente Berufungsverfahren. Träger dieses Gütesiegels sind bislang die RWTH Aachen, die Universität zu Köln, die TU Kaiserslautern, die FernUniversität in Hagen, die Universität Duisburg-Essen, die Universität Bremen, die Universität Siegen, die Universität der Bundeswehr München, die Universität Hannover, die Universität Hohenheim, die Universität Münster, die TU München, die Universität Bayreuth, die Brandenburgische Technische Universität Cottbus und die Universität Wuppertal.        


DHV Gütesiegel

Prof. Dr. Bernhard Kempen, Präsident des DHV (links), und Prof. Dr. Josef Pfeilschifter, Dekan des Fachbereichs Medizin, bei der Siegelübergabe am 29. April 2020

Weitere Informationen zum DHV-Gütesiegel gibt es unter: https://www.hochschulverband.de/guetesiegel_start.html

Bildmaterial: Siegelübergabe am 29. April 2020

Copyright Universitätsklinikum Frankfurt

[29.04.2020]


Amtsübergabe nach 18 Jahren

Am 30. April geht eine Ära zu Ende: Nach 18 Jahren übergibt Prof. Josef Pfeilschifter sein Amt als Dekan des Fachbereichs Medizin der Goethe- Universität an seinen Nachfolger. Prof. Pfeilschifter ist der am längsten ununterbrochen amtierende Dekan eines medizinischen Fachbereichs in der Bundesrepublik Deutschland. In Frankfurt hat er prägend gewirkt wie keiner seiner Vorgänger und ist für seine markanten Auftritte bei akademischen Veranstaltungen bekannt.

Vor allem aber ist er dafür bekannt, dass er die Anliegen des Fachbereichs Medizin mit Nachdruck und, wo nötig, auch mit klarer Kante vertritt. Bei zentralen Themen gibt es für ihn keine Kompromisse. Das hat seiner Beliebtheit im Vorstand und Aufsichtsrat des Universitätsklinikums, im Präsidium der Goethe-Universität und besonders auch im Hessischen Wissenschaftsministerium Grenzen gesetzt.
„Ich habe sechs Wissenschaftsminister, drei Universitätspräsidenten, drei Ärztliche und fünf Kaufmännische Direktoren erlebt. Richtschnur meines eigenen Handelns war stets, die Interessen von Forschung und Lehre zu wahren, ihre Bedingungen zu verbessern und die Frankfurter Universitätsmedizin national und international besser aufzustellen. Dies ist in wesentlichen Teilen auch gelungen – trotz der unzureichenden Finanzierung durch das Land.“

2002 hatte der Fachbereich Medizin bereits begonnen, sich aus sehr schwierigen Bedingungen herauszuarbeiten. Durch neue Strukturen, durch konsequente Schwerpunktsetzung in den Bereichen Onkologie, Neurowissenschaften, kardiovaskuläre Medizin und translationale Arzneimittelforschung und insbesondere durch die Berufung exzellenter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gelang es, Frankfurt nach und nach zu einer Spitzenfakultät in Deutschland zu entwickeln, die auch international gut aufgestellt ist. Von den aktuell 104 Professorinnen und Professoren wurden mehr als 80 Prozent in Prof. Pfeilschifters Amtszeit berufen. Der Frauenanteil lag 2019 bei 21 Prozent, Platz 3 in Deutschland.
In der Forschung gab es 2002 nur einen einzigen DFGSonderforschungsbereich (SFB), 2020 ist die Medizin an neun SFBs beteiligt, davon vier mit Sprecherfunktion. Sie hat damit einen Großteil der SFBs der Goethe-Universität eingeworben. In der Exzellenzstrategie von Bund und Ländern ist das Cardio-Pulmonale Institut als einziger Antrag aus ganz Hessen erfolgreich gewesen, gemeinsam mit der Universität Gießen und dem Max- Planck-Institut Bad Nauheim.

Auch in der Lehre und bei den Prüfungsergebnissen hat Frankfurt unter der Ägide Prof. Pfeilschifters und seiner langjährigen Co-Dekane, zuletzt Profs. Thomas Klingebiel (Prodekan), Prof. Robert Sader (Studiendekan Klinik) und Prof. Bernhard Brüne (Studiendekan Vorklinik), große Schritte nach vorn getan. „Der neue Hessische Hochschulpakt enthält durch die sogenannten Verstärkungsmittel Medizin in Höhe von knapp zwölf Millionen Euro für die Frankfurter Medizin erstmals seit vielen Jahren die Chance einer substanziellen Verbesserung der finanziellen Rahmenbedingungen für Forschung und Lehre. Ich hoffe sehr, dass damit nicht das chronisch unterfinanzierte Universitätsklinikum bedient wird.“

Dekan war Prof. Josef Pfeilschifter im Nebenamt, seine eigentliche fachliche Herzensangelegenheit ist die Pharmakologie. Er ist seit 1996 Universitätsprofessor in Frankfurt und Direktor des Instituts für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie. Zugleich ist er Sprecher des DFGSonderforschungsbereichs 1039, der sich mit der krankheitsrelevanten Signaltransduktion durch Fettsäurederivate und Sphingolipide befasst. Auch das Gestalten auf nationaler Ebene kann er nicht ganz lassen. Als erster Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbands wird er weiterhin aktiv bleiben. Im Zentrum steht für ihn dabei die universitäre Idee: die Freiheit und Einheit von Forschung und Lehre.
Prof. Pfeilschifter übergibt sein Amt in den Zeiten einer viralen Pandemie und deshalb leider ohne akademische Feier, stattdessen wird er sich brieflich bei seinen Kollegen und Mitarbeitern bedanken und verabschieden. Er freut sich, dass er nun auch wieder mehr Zeit für seine Familie haben wird.

Für weitere Informationen:

Prof. Josef Pfeilschifter
E-Mail: pfeilschifter@em.uni-frankfurt.de

[27.04.2020]