Bisher geförderte Forschungsprojekte aus dem Goethe-Corona-Fonds

Mithilfe der bis jetzt eingegangenen Spenden konnten bereits einige Forschungsprojekte rund um das Thema Corona finanziert werden. Wir sind sehr dankbar für die bisherige Unterstützung und wollen an dieser Stelle gern zeigen, wo die Spenden konkret angekommen sind. Im Folgenden finden Sie deshalb eine Auflistung der bereits geförderten Projekte mit einer kurzen inhaltlichen Zusammenfassung.

Eine Biobank mit Proben und klinischen Daten von COVID-19-Patienten auch nach ihrer Genesung wird in der Infektiologie des Universitätsklinikums aufgebaut, der Goethe-Corona-Fonds stellt hier Personalmittel zur Verfügung. Die Proben und Informationen der Biobank legen eine wichtige Basis zum Verständnis der Krankheitsprozesse und die Entwicklung von Diagnostika, Medikamenten und Therapien. Darüber hinaus unterstützte der Goethe-Corona-Fonds die Abteilung mit Sachmitteln für eine Studie zum diagnostischen Einsatz von Ultraschalluntersuchungen der Lunge und der Bewertung verschiedener Isolationskonzepte im COVID-19 Kontext. 

Projekt von Prof. Dr. med. Maria Vehreschild (Leiterin des Schwerpunkts Infektiologie) und PD Dr. med. Timo Wolf (Leiter der Infektionsstation), Universitätsklinikum Frankfurt

Die Vermehrung des SARS-CoV-2-Virus ist das Forschungsthema einer Kooperation zwischen dem Institut für Pharmazeutische Biologie der Goethe-Universität und dem Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums. Dabei untersuchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche Eiweiße in befallenen Zellen entweder an- oder ausgeschaltet werden müssen, um die Replikation des Virus zu verhindern. Dazu haben sie zunächst eine spezielle Reporterzelllinie entwickelt, in der sie die geplanten Experimente durchführen können. Der Goethe-Corona-Fonds unterstützt das Projekt durch eine Zuwendung für Sachmittel.

Projekt von Prof. Rolf Marschalek, Institut für Pharmazeutische Biologie, Goethe-Universität, und Prof. Sandra Ciesek (Leiterin der Research Group Ciesek am Institut für Klinische Virologie), Institut für Medizinische Virologie, Universitätsklinikum Frankfurt

Eine COVID-19-App zum Symptom-Tracking entwickeln Wirtschaftswissenschaftler der Goethe-Universität in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universitätsklinik. Die App dient dazu, COVID-19-Patienten auch langfristig individuell zu begleiten. Sie bietet eine Art Tagebuch, mit dem Symptomentwicklung und Aktionsradius strukturiert festgehalten und auf Wunsch pseudonymisiert an Wissenschaftler für Langzeitstudien und Heatmaps, aber auch für individuelle Hinweise übermittelt werden können.

Projekt von Prof. Dr. Andreas Hackethal (House of Finance Professur für Personal Finance), Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, Goethe-Universität

Das Eindringen von SARS-CoV-2-Viren in Körperzellen kann womöglich durch pharmakologische Beeinflussung des Stoffwechsels bestimmter Bestandteile der Zellmembran verhindert werden. Ein Forschungsprojekt am Institut für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie untersucht, ob auf diese Weise der Viruseintritt in die Zellen und das durch den Virus hervorgerufene Absterben der Zellen verhindert werden kann. So sollen mögliche Angriffspunkte für die Entwicklung geeigneter Arzneimittel zur Behandlung einer Infektion mit SARS-CoV-2 genutzt werden. Der Goethe-Corona-Fonds stellte Personalmittel zur Verfügung und warb weitere Spenden zugunsten des Projektes ein.

Projekt von Prof. Josef Pfeilschifter, Institut für Allgemeine Pharmakologie und Toxikologie, Universitätsklinikum Frankfurt

Potenzielle Wirkstoffe zur COVID-19-Behandlung werden mit einem Projekt bestimmt, das die dreidimensionale Struktur aller RNAs und Proteine von SARS-CoV-2-Viren bestimmt. Über Strukturvergleiche mit Wirkstoff-Datenbanken lässt sich herausfinden, ob bereits bekannte Wirkstoffe an Virus-Moleküle binden und daher potenzielle Medikamente sind. Der Goethe-Corona-Fonds unterstützte beteiligte Nachwuchsgruppen und finanzierte eine Doktorandenstelle. Zudem wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert.

Projekt von Dr. Boris Fürtig, Dr. Martin Hengesbach, Dr. Andreas Schlundt, Prof. Jens Wöhnert, Prof. Harald Schwalbe (Koordination), Zentrum für Biomolekulare Magnetische Resonanz, Goethe-Universität und Dr. Julia Weigand, TU Darmstadt.

Wie die Immunantwort von COVID-19-Patienten sich im Verlauf der Krankheit auf Ebene der Immunzellen verändert, untersucht ein Projekt im Universitätsklinikum Frankfurt. Modernste Sequenziermethoden auf Einzelzellebene werden dafür eingesetzt. Dabei werden Patienten mit milderem Krankheitsverlauf verglichen mit jenen, die einen schweren Krankheitsverlauf erleiden und wiederum jenen, die im Rahmen einer Studie den Wirkstoff „Remdesivir“ erhalten haben. Der Goethe-Corona-Fonds unterstützt das Projekt mit einer Anschubfinanzierung, da ein aussichtsreicher Antrag auf Forschungsförderung beim Bundesforschungsministerium gestellt wurde.

Projekt von Prof. Dr. rer. nat. Michael Rieger (Leiter der Arbeitsgemeinschaft Rieger, LOEWE Zentrum für Zell- und Gentherapie Frankfurt) Abteilung für Hämatologie und Onkologie, Universitätsklinikum Frankfurt, und Prof. Evelyn Ullrich (Professur für Zelluläre Immunologie, Leiterin des Arbeitsbereiches Experimentelle Immunologie), Abteilung für Pädiatrie, Universitätsklinikum Frankfurt

Blutgerinnungsstörungen und Embolien treten bei COVID-19-Patienten verstärkt auf. An der Klinik für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Schmerztherapie des Universitätsklinikums Frankfurt wird untersucht, welche Gerinnungsfaktoren COVID-19 beeinflusst und wie sich durch diese Erkenntnisse die Therapie verbessern lässt. Mit Hilfe von Sachmitteln des Goethe-Corona-Fonds kann und konnte bereits die aufwändige Spezialgerinnungsdiagnostik unterstützt werden.

Projekt von Dr. med. Elisabeth Adam (Oberärztin, Fachärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin, Notfallmedizin) Kompetenzzentrum für ARDS, Beatmung, Sepsistherapie und Weaning, Universitätsklinikum Frankfurt

Zum Krankheitsverlauf von COVID-19 werden Daten zur Funktion der Nebenniere, der Geschlechtsdrüsen und weiterer endokriner Organe für eine breit angelegte Studie gesammelt mit dem Ziel, Verlauf und Auswirkungen von COVID-19-Erkrankungen besser zu verstehen. Das Teilprojekt ist dem Projekt zu Blutgerinnungsstörungen von Dr. Elisabeth Adam angegliedert und wird ebenfalls vom Goethe-Corona-Fonds unterstützt.

Projekt von Dr. med. Gesine Meyer (Fachärztin für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie (Abteilung Endokrinologie, Universitätsklinikum Frankfurt


(von links nach rechts: Dr. Anna Katharina Flügel, Prof. Dr. Jörg Bojunga, Dr. Gesine Meyer).

Eine Blutvergiftung (Sepsis) gehört zu den rasend schnell auftretenden Komplikationen einer COVID-19-Infektion. Die Medizinischen Klinik I entwickelt ein System zur Echtzeit-Überwachung von COVID-19-Patienten mittels Sensoren, die auf die Haut geklebt werden. Anhand von Atemmuster, Herzwiderstand und weiteren Messgrößen soll eine drohende Sepsis rechtzeitig erkannt werden. Der Goethe-Corona-Fonds unterstützt die technische Pilotstudie mit Personal- und Sachmitteln.

Projekt von Dr. med. Mate Knabe (Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie, Notfallmedizin) Medizinische Klinik 1, Universitätsklinikum Frankfurt

Wirkstoffe gegen das SARS-CoV2-Virus hat ein Forschungsprojekt am Institut für Pharmazeutische Chemie im Fokus: In Kooperation mit dem Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikums suchen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler Hemmstoffe gegen humane Proteine und ein Virenprotein, das für die Virenvermehrung entscheidend ist, und entwickeln einen Hemmstoff gegen ein menschliches Protein weiter, mit dessen Hilfe das Virus in Zellen eindringt. Der Goethe-Corona-Fonds unterstützt das zweigliedrige Projekt mit Mitteln für die Datensammlung und –aufbereitung, sowie für in vivo-testing und Screening.

Projekt von Prof. Dr. Stefan Knapp, Institut für Pharmazeutische Chemie, Goethe-Universität

Fotos: Dr. med. Elisabeth Adam (privat), Arbeitsgemeinschaft Pfeilschifter (Pfeilschifter AG), Prof. Dr. Rieger, Prod. Rolf. Marschalek (Uwe Dettmar), Prof. Dr. Stefan Knapp (Alex Schwander Photography); Arbeitsgruppe Dr. med Gesine Meyer (privat)