Themenschwerpunkt "Nachhaltig leben"

Nachhaltigkeit, nachhaltig leben - was heißt das eigentlich?

Nachhaltigkeit (Englisch "Sustainability") bedeutet dem Wortsinn nach zunächst nur eine "längere Zeit anhaltende Wirkung". Erstmals 1713 wurde vom Forstwirt Hans Carl von Carlowitz der Begriff "nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder" geprägt, um die vollständige Abholzung zu verhindern und die Regenerationsfähigkeit der Wälder sicher zu stellen. Das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung definiert Nachhaltigkeit oder nachhaltige Entwicklung wie folgt: "Die Bedürfnisse der Gegenwart so zu befriedigen, dass die Möglichkeiten zukünftiger Generationen nicht eingeschränkt werden".

Nachhaltigkeit ist stets auf die Gegenwart und Zukunft ausgerichtet. Sie will Ressourcen (z.B. materielle oder immaterielle Güter) schützen, insbesondere wenn diese nicht erneuerbar sind und deren Fortbestand kurz- und langfristig sicherstellen. 

Der Gedanke der Nachhaltigkeit lässt sich auf alle Aspekte unseres modernen Lebens anwenden, angefangen bei wieder verwendbaren Einkaufstaschen aus Stoff, der Nutzung von CO-neutralen Verkehrsmitteln bis hin zur Stromerzeugung durch Solarenergie, Wind- oder Wasserkraft u.v.m. 

Ich möchte mich später beruflich für Nachhaltigkeit einsetzen, was kann ich studieren?

Für eine Tätigkeit im Bereich Nachhaltigkeit bilden naturwissenschaftlichen Studienfächer eine gute Startposition. Spezialisierungen in diese Richtung sind meist im Masterstudium möglich.

Biologie: Insbesondere im Anschluss an ein Bachelor-Studium der Biowissenschaften lässt sich das Thema Nachhaltigkeit im Masterstudium in vielfältiger Weise einbringen. Genannt seien hier z.B. Masterstudiengänge wie Umweltwissenschaften, Umweltbiologie, Ökotoxikologie und viele mehr.  

Chemie: Chemiker*innen, die auf dem Gebiet der nachhaltigen Chemie arbeiten, müssen sehr gut in den disziplinären Grundlagen der Chemie ausgebildet sein und ein Interesse an darüberhinausgehenden Fragen im Kontext der Chemie und Nachhaltigkeit haben, um diese vielfältigen Fragestellungen im interdisziplinären Team bearbeiten zu können. Ein Bachelorstudium der Chemie mit anschließender Vertiefung im Masterbereich bietet dafür beste Voraussetzungen.

Geografie: Dieses Fach ermöglicht durch seine breit gefächerte Ausbildung im Systemzusammenhang von Boden, Wasser, Luft und den menschlichen Wirkungs- und Gestaltungsmöglichkeiten viele Berufsoptionen im Bereich Nachhaltigkeit. Geograf*innen arbeiten in der Stadtentwicklung, in Planungs- und Beratungsbüros, in Behörden oder Unternehmen aus dem Bereich Natur- und Umweltschutz oder auch in der Entwicklungspolitik. 

Geowissenschaften: Klassische Studienrichtungen sind Geophysik, Meteorologie, Ozeanografie, Geologie, Mineralogie und Hydrologie. Neuere Fachrichtungen sind die Geoökologie, Geotechnik und Geoinformatik. In allen Studiengängen werden zunächst die geowissenschaftlichen, physikalischen, biologischen, chemischen und mathematischen Grundlagen vermittelt, bevor eine Spezialisierung erfolgt. 

Informatik, Mathematik: Das Studium von Informatik bzw. Mathematik ermöglicht Tätigkeiten in den unterschiedlichsten Bereichen, auch im Natur- und Umweltschutz. Teilweise kann man auch schon während des Studiums einen Schwerpunkt in diesem Bereich setzen. Geoinformatik, Bioinformatik, Biomathematik und Angewandte Mathematik sind einige Beispiele für die wachsende Bedeutung mathematischer und EDV-gestützter Instrumente, die auch in Nachhaltigkeitsberiechen wie Umwelt- und Klimaschutz eine wichtige Rolle spielen. 

Meteorologie: Die Erforschung von Klimaveränderungen und ihren Auswirkungen sowie Möglichkeiten des Klimaschutzes haben einen großen Bezug zur Nachhaltigkeit. Meteorolog*innen beobachten und erforschen die temporären sowie langfristigen Vorgänge in der Atmosphäre, also Wetter UND Klima. Die Meteorologie gehört zu den Kerndisziplinen der Klimaforschung. 

Physik: Physiker*innen sind gefragte Fachkräfte, beispielsweise in der umweltbezogenen Grundlagenforschung in Universitäten und Unternehmen, in der Optimierung von Umweltschutztechniken oder in der Messung und Bewertung von klimabezogenen Prozessen.

Weitere Studiengänge, die eine Verbindung zur Nachhaltigkeit herstellen, findest Du in den Ingenieurwissenschaften, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften aber auch in der Architektur. 

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