Projekt DigiGen

Generationen gestalten Digitalisierung gemeinsam

Laufzeit: 2020-2023

Das Projekt wird gefördert durch die BHF-BANK-Stiftung

Die digitale Transformation und ihre Schlüsseltechnologie, die künstliche Intelligenz (KI), verändern Lebenswelt und Alltag. KI-Anwendungen wirken einerseits als nützliche Alltagsbegleiter, und andererseits werden in der öffentlichen Debatte über KI Ängste hinsichtlich Fremdsteuerung und Datensicherheit formuliert. Neben der technischen vollzieht sich auch eine gesellschaftliche Transformation: Lebensentwürfe und Werte pluralisieren sich, Gewissheiten und Ordnungsschemata verlieren an Bedeutung und der Zusammenhalt zwischen den Generationen wird brüchig. Die Geschwindigkeit des Wandels sowie die Komplexität der digitalen Technologien drohen viele Menschen in eine passive und rein rezeptive Haltung zu drängen. Hier setzt das intergenerationelle Citizen Science-Projekt DigiGen an.

Beteiligt sind vor allem die Generationen, die in besonderem Maße von der Digitalisierung betroffen sind und künftig sein werden: Kinder und Jugendliche, die mit heute getroffenen Entscheidungen werden leben müssen und vor der Aufgabe stehen, lebensweltliche Orientierung in der digitalen Welt zu schaffen, ohne dafür auf Vorbilder zurückgreifen zu können; und ältere Menschen, deren gesellschaftliche Partizipation und individuelle Lebensgestaltung vor allem durch körperliche Einschränkungen und in zunehmendem Maße durch die Aneignung neuer Technologien bestimmt sein werden.

Konkret werden sich, im Anschluss an eine empirische Untersuchung zum Wissen der Generationen über KI, ab 2021 Schüler*innen der gymnasialen Oberstufe der Musterschule gemeinsam mit älteren Bürger*innen der Stadt Frankfurt am Main als Expert*innen ihrer Lebenswelt ein Schuljahr lang Wissen über die Funktionsweise und Einsatzmöglichkeiten von KI-Anwendungen erarbeiten. Daran anknüpfend entwickeln sie gemeinsam Perspektiven für das zukünftige digitale Leben.

DigiGen ermöglicht einen Austausch der Generationen über die digitale Zukunft und soll für die Bedürfnisse und Perspektiven der jeweils anderen Generation sensibilisieren sowie gemeinsam entwickelte Ideen und Konzepte für die Mitgestaltung der digitalen Zukunft vorlegen. Die Ergebnisse werden im laufenden Prozesse u.a. über einen Twitter-Account und in einer Podcast-Reihe veröffentlicht, die auch Menschen außerhalb des Projekts adressiert. Zum Abschluss werden die Projektergebnisse 2023 bei einem öffentlichen Bürgersymposium in Frankfurt vorgestellt. 

Das Projekt wird evaluativ begleitet. Ziel ist es, zu ermitteln, ob der Projektansatz die subjektive gesellschaftliche Teilhabe und Einstellung zu digitalen Technologien positiv beeinflussen kann und ob generationale Stereotype hinsichtlich Techniknutzung aufgelöst und die Sensibilität für die Bedürfnisse der anderen Generation gefördert werden kann.

Ansprechpartner: Friedrich Wolf | Kontakt: fr.wolf@em.uni-frankfurt.de