"Qualifikation“ im Migrationsprozess ausländischer Fachkräfte in Asien (QuaMaFA)

BMBF fördert für vier Jahre das Verbundprojekt
„Qualifikation“ im Migrationsprozess ausländischer Fachkräfte in Asien
(QuaMaFA, 2021-2024)



Am 1.3.2021 beginnt das neue IZO-Verbundprojekt „Qualifikation“ im Migrationsprozess ausländischer Fachkräfte in Asien (QuaMaFA) unter Leitung der IZO-Koordinatorin, Dr. Ruth Achenbach. Das auf vier Jahre ausgelegte Projekt wird vom BMBF mit insgesamt mehr als 2 Mio. EUR gefördert, mehr als die Hälfte davon für Aktivitäten an der Goethe-Universität. Verbundpartner sind die FU Berlin, die Universität Duisburg-Essen und das Max-Planck-Institut zur Erforschung multireligiöser und multiethnischer Gesellschaften.

Die Projektpartner untersuchen in diesem vom BMBF geförderten Projekt anhand von komparativen Fallstudien, wie Qualifikationen und  Fachkenntnisse die Arbeitsmarktintegration von intra-asiatischen Migrant*innen formen und wie die Migrant*innen selbst diese Prozesse  beeinflussen. Die innovativen Aspekte des Forschungsprojekts liegen sowohl in der Verschiebung der Per-spektive auf Bleibeprozesse als  auch auf der Fokussierung auf noch wenig erforschte Migrationsphänomene in Asien (hinsichtlich der Zusammensetzung der Migrant*innengruppen und der Art des Arbeitsmarktzugangs). Der Begriff der „Qualifikation“ dient dabei als Ausgangspunkt und wird kritisch hinterfragt. Das Projekt nimmt eine intersektionale Perspektive ein und rückt Gruppierungen in den Vordergrund, deren Analyse die Prüfung westlicher Theorien erlaubt. Auf Basis der empirischen Studien leistet das Projekt einen Beitrag zur Theoriebildung im Bereich der (Arbeitsmarkt-) Integration und ist damit auch für die deutsche Migrationspolitik von Bedeutung.

Die Projektmitglieder untersuchen die gleichen Fragen komparativ anhand unterschiedlicher Gruppierungen von Migrant*innen in den führenden Volkswirtschaften Asiens, nämlich Japan, Volksrepublik China, und Südkorea als „neue“ Zielländer von Migration, während Singapur als „altes“ Migrationsland mit dem weltweit viertgrößten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf und als regionales Wirtschafts- und Finanzzentrum einen spannenden Vergleich und potenzielles Musterbeispiel bietet. Die empirischen Studien umfassen:

  • an der Universität Duisburg-Essen: „Die Rolle japanischer Vermittler und Sprachschulen bei der Integration von qualifizierten vietnamesischen Beschäftigten im IT-Bereich“ unter der Lei-tung von Dr. Aimi Muranaka,
  • an der Freien Universität Berlin: „Struktureller Wandel der indischen Fachkräftemigration in Japan: Chancen für nachhaltige Migration durch Arbeitsvermittlungsagenturen?“ unter der Lei-tung von Dr. Megha Wadhwa,
  • bei der Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.: „Asiatische Startup Unternehmer*innen in wissensintensiven Branchen in Tokio und Singapur“ unter der Leitung von Dr. Helena Hof,
  • an der Goethe-Universität: „Arbeitsmarktintegration und Bleibeentscheidungen chinesischer Hochschulabsolvent*innen in Japan“ unter der Leitung von Dr. Ruth Achenbach und „Hürden und Beschleuniger der Arbeitsmarktintegration ostasiatischer Fachkräfte in Korea“ unter der Leitung von Dr. Joohyun Justine Park.

Durch eine Kombination von Regionalstudienexpertise (Japanologie, Sinologie, Koreastudien) und Methoden und Theorien der systematischen Disziplinen (z.B. Soziologie) zeigen die Forscherinnen den Mehrwert der Kleinen Fächer auf und kreieren Synergieeffekte. Das Projekt verfolgt einen mixed-method Ansatz; nach einer dreijährigen qualitativen Projektphase prüfen die Forscherinnen die identifizierten Faktoren in einer quantitativen Studie auf ihre Erklärkraft.

Das Projekt wird von Frau Dr. Ruth Achenbach an der Goethe-Universität geleitet.



Bisherige Aktivitäten

     Erfolgreicher Förderantrag „QuaMaFA“ beim Bundesministerium für Bildung und Forschung, Gesamtfördervolumen ca. 2 Mio. Euro, davon 1 Mio. EUR für die Goethe-Universität, Laufzeit 2021-2024 (Verlängerung möglich)